Dienstag,
1. September 2026
Staunen
1. September 2026
Dienstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Felix Honekamp
Lk 4,31-37
In jener Zeit ging Jesus hinab nach Kafárnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte die Menschen am Sabbat. Sie waren außer sich vor Staunen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht. In der Synagoge war ein Mensch, der von einem Dämon, einem unreinen Geist, besessen war. Der schrie mit lauter Stimme: He, du, was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Da drohte ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der Dämon warf den Mann in ihre Mitte und verließ ihn, ohne ihm zu schaden. Da waren alle erschrocken und einer fragte den andern: Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern und sie fliehen. Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Einführendes Gebet: Herr, du zeigst dich den Menschen zu jeder Zeit, nicht nur zu Zeiten deines Wirkens in Israel. Und du zeigst dich auch mir, wenn ich die Augen für deine Wunder offenhalte. Wie großartig bist du, dass du dich mir zeigen willst, damit ich dich erkennen und deine Botschaft weitergeben kann.
Bitte: Mein Herr und mein Gott, gib mir einen staunenden Blick, staunende Ohren … ein staunendes Herz. Lass mich nie vergessen, wie groß Du bist, wie wunderbar … und leite mich an, um deinen Ruf in meinem persönlichen Umfeld zu verbreiten.
1. Verbreiten. "[Jesu] Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend." – dieser scheinbar kleine Schlusssatz des heutigen Evangeliums ist so wichtig. Er folgt einer Geschichte von Jesu Verkündigung an die Menschen, Zeichen seiner Vollmacht und persönlicher Heilung. Die beschriebenen Wunder sind großartig. Aber was wäre gewesen, wenn niemand über sie etwas berichtet hätte? Sehr schnell kann man über die großen Taten Gottes hinweggehen. Und auch ich bin immer wieder in Gefahr, sie mit einem "Und was jetzt?" abzuhaken. Jesu Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend – aber nicht von allein: Da waren Menschen, die von den Wundern erzählt und seine Botschaft, vorgetragen in Vollmacht, weitergegeben haben. Bin ich auch dazu bereit, Gottes Taten, deren Zeuge ich geworden bin, weiterzugeben?
2. Staunen. Warum verbreiteten die Menschen überall den Namen Jesu? Im Evangelium steht: "Sie waren außer sich vor Staunen." Sie staunten über seine Worte und seine Taten. Habe ich noch die Fähigkeit zum Staunen? Nehme ich wahr, welche großartigen Taten Gott auch heute noch (an mir und an anderen) tut? Wenn ich nicht staunen würde, welchen Grund hätte ich, Jesu Botschaft weiterzugeben? Wenn sie "normal" wäre, wenn Jesus ein "normaler" Mensch wäre, dann gäbe es keinen Grund. Gerade wer schon länger glaubt, läuft Gefahr, Dinge für normal zu halten, die es nicht sind. Diese Erfahrung zu machen, vielleicht gerade jetzt in der Zeit dieser Betrachtung, ist nicht normal. Nur wenn ich darüber selbst staune, lohnt es sich auch, es zu verbreiten.
3. Der Gegner weiß das. Der Widersacher weiß, wer Jesus ist – sein Ruf eilt ihm in der geistlichen Welt voraus. Und die Dämonen haben Angst vor ihm, so viel Angst, dass sie sich zeigen. Sie schreien in der Szene heute, noch bevor Jesus sie anspricht. In seinem Licht können sie nicht im Dunkeln bleiben. Und sie wissen: Sie haben verloren: "Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?" Umso wichtiger für uns: Im Lichte Jesu kann auch ich meine dunklen Seiten nicht mehr verheimlichen. Die dunklen Flecken in mir werden durch Jesus ausgeleuchtet … und geheilt. Ich muss mich nur in sein Licht stellen, dann hat der Widersacher und seine Dämonen keine Chance mehr. Auch hier: Staunen ist angesagt.
Gespräch mit Christus: Mein Jesus, allein die Tatsache, dass du unser – auch mein – Menschsein angenommen hast, ist unglaublich staunenswert. All die Geschichten über dich, aber auch meine Erfahrungen mit dir, sind im Grunde für meinen kleinen Verstand unerklärlich. Und doch darf ich dein Zeuge sein. Wie groß du bist, und wie groß du mich machst – wie könnte ich aufhören, über dich zu staunen.
Vorsatz: Ich berichte heute jemandem über etwas Staunenswertes (es kann auch etwas in den Augen der Welt Kleines sein), das ich mit Gott in Verbindung bringe.