Dienstag,
14. Juli 2026
Abgerechnet wird zum Schluss
14. Juli 2026
Dienstag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Kamillus von Lellis, Priester, Ordensgründer
Thomas Schaffrath-Chanson
Mt 11,20-24
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten: Weh dir, Chórazin! Weh dir, Betsáida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind – längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt. Das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch. Und du, Kafárnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen. Wenn in Sodom die Machttaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.
Einführendes Gebet: "Ich bitte dich, mein Gott, lass mich dich erkennen, lass mich dich lieben, auf dass ich in dir meine Freude finde." (Hl. Anselm)
Bitte: Bitte habe Nachsicht mit meiner Schwäche und meinem Unvermögen, den göttlichen Plan zu fassen.
1. Vorwürfe. Wie schon bei Matthäus 10,34 ist auch das Kapitel 11,20 harte Kost. Bei ersterem wird das individuelle Verhaltensmuster eingefordert: Jede/jeder wird angesprochen und zum Handeln aufgefordert. Bei letzterem geht es um das Fehlverhalten kollektiver Strukturen. Hier werden ganze Städte in "Sippenhaft" genommen, da sie keine Buße und Umkehr tun. Das ist dieselbe Botschaft, nur an eine größere Zielgruppe adressiert.
2. Machttaten. Interessant ist, dass hier nicht von Wundern die Rede ist, wie sonst üblich, sondern dass der Evangelist den Begriff Machttaten benutzt. Man hat fast den Eindruck, als spräche dort ein abgearbeiteter Heiland, mit heiligem Zorn und zurecht wütend, dass so viel Arbeit, d.h. die Machttaten, so wenig Wirkung zu entfalten scheinen. Was die Jünger wissen und die angesprochenen Städter wohl nicht ahnen: Hier ist jemand mit göttlicher Vollmacht.
3. Gericht. Hier spricht der Jesus Pantokrator, der Weltenrichter, der jedoch nicht willkürlich urteilt, sondern gerecht. Denn die Gebote sind klar, gesetzt und unumstößlich. Buße und Umkehr sind die Mittel der Gläubigen, um auf die Liebe und Gnade des Herrn zu hoffen und sich spirituell immer wieder neu auf das Gericht vorbereiten zu können.
Gespräch mit Christus: Die Bibel steckt voller Weisheit, Geschichten und Zusammenhänge. Nicht immer bin ich Willens oder in der Lage, die frohe Botschaft herauszulesen, da ich vieles nicht einordnen oder in mein Leben einbauen kann. Doch wenn man genau hinschaut, strahlt die göttliche Kraft durch die Sätze hindurch wie ein Leuchtfeuer.
Vorsatz: Heute versuche ich, auf Wesentliches zu achten, auf die Qualität meiner Worte und Taten. Ich notiere mir religiöse Gewissheiten, die mir zum ständigen Wegbegleiter werden sollen, oder suche mir eine Jesus-Darstellung heraus, die diesen Zweck erfüllt.