Donnerstag,
23. April 2026
Vom Vater gezogen
23. April 2026
Donnerstag der dritten Woche nach Ostern
Hl. Georg, Märtyrer
Hl. Adalbert, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
P. Konstantin Ballestrem LC
Joh 6,44-51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Bei den Propheten steht geschrieben: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.
Einführendes Gebet: Vater, ich bin vor dir, wie ich bin. Sammle mich, schenke mir Demut und ein offenes Herz. Lass mich in deinem Licht sehen und gib mir die Gnade, dein Wort tiefer zu verstehen und zu bejahen.
Bitte: Herr, schenke mir Bereitschaft, von dir zu lernen, und Offenheit im Glauben.
1. Schüler Gottes sein. Der Prophet, von dem die Rede ist, war Jesaja. Er hatte, zusammen mit anderen Propheten, für die messianische Zeit eine besondere Belehrung des Volkes durch Gott selbst vorausgesagt. Diese Zeit ist gekommen. Allerdings ist es nicht so, dass Gott sich jedem unmittelbar zeigt. Gott sehen, wie er ist, ist Sache nur des Sohnes, "der von Gott ist". Er hat Gott gesehen und will uns von ihm berichten, ihn uns offenbaren. Einmal mehr verstehen wir: Jesus ist der Weg zum Vater. Deshalb sind wir Schüler Gottes, wenn wir Jesus zuhören, das Evangelium lesen und betrachten. Der Zweck dieser Schule ist der Glaube.
2. Ich bin das "Brot des Lebens 2.0". Noch einmal nimmt Jesus die Rede über das Brot des Lebens auf, das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es wird deutlich, dass er jetzt noch klarer über die Eucharistie sprechen möchte. Das passt gut zum vorherigen Abschnitt über das Lehren und Hören: In der Messe wird immer zuerst das Wort gehört, dann die Eucharistie gefeiert. Das Wort bringt uns zum Glauben, die Eucharistie nährt den Glauben und gibt ewiges Leben. Noch einmal legt Jesus dar, dass Leben im vollen Sinn uns nur durch eine lebendige Speise, das lebendige Brot gegeben werden kann. Das Manna im Alten Bund konnte das nicht. Das Brot der Eucharistie kann es. Jesus kann es.
3. Mein Fleisch für das Leben der Welt. "Für" bedeutet hier soviel wie "hingegeben für". Jesus gibt seinen Leib in den Tod und erwirkt dadurch das Leben für die Welt. In jeder Eucharistiefeier hören wir es: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." In der Kommunion empfangen wir diesen Leib, gibt uns Jesus sich selbst als dieses Brot des Lebens. Jesus erinnert uns daran, dass unser Leben mit seinem Opfertod eng verbunden ist. Das ewige Leben ist eine Frucht der hingebungsvollen Liebe Jesu zu uns, der nicht gespart hat, nichts für sich behalten hat, sondern sogar sein eigenes Leben einsetzte und hingab, damit wir das Heil erlangen können.
Gespräch mit Christus: Jesus, du führst mich zum Vater und schenkst dich mir als Brot des Lebens. Hilf mir, aus deinem Wort und aus deiner Hingabe zu leben und meinen Glauben vertiefen zu lassen.
Vorsatz: Heute will ich mir bewusst noch eine Zeit für das Evangelium nehmen, um Gott zu hören.