Freitag,
27. Februar 2026
Versöhnung im Innersten beginnen
27. Februar 2026
Freitag der ersten Woche der Fastenzeit
P. Anton Vogelsang LC
Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe! Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, wenn ich heute zu dir komme, erleuchte die verborgenen Winkel meines Herzens. Zeige mir den Ärger, den Groll und die Urteile, die mich von dir und von anderen entfernen. Schenke mir die Gnade, in dieser Fastenzeit Versöhnung und Heilung zu suchen.
Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.
1. Dem Ärger in unserem Herzen begegnen. Die Fastenzeit ruft mich zu einer tieferen Umkehr des Herzens. Heute lädt Jesus mich ein, ehrlich auf den Ärger zu schauen, den ich in mir trage – jene Ressentiments, harten Worte und verborgenen Feindseligkeiten, die meine Beziehungen vergiften. Jesus lehrt, dass Gerechtigkeit nicht nur darin besteht, äußere Gewalt zu vermeiden, sondern Gott zu erlauben, die inneren Bewegungen meines Herzens zu verwandeln. Die Fastenzeit ist ein besonderer Moment, meinen Ärger zu bekennen, seine Wurzeln zu verstehen und den Herrn das verwundete Innere heilen zu lassen.
2. Die Dringlichkeit der Versöhnung. Jesus stellt die Versöhnung in den Mittelpunkt des Gottesdienstes: Ehe ich zum Altar trete, soll ich Frieden mit meinem Bruder oder meiner Schwester suchen. Das fordert mich heraus, an jene zu denken, die ich verletzt, gemieden oder verurteilt habe. Die Fastenzeit lädt mich ein, konkrete Schritte zur Heilung zu machen – eine Entschuldigung, eine Geste des guten Willens, die Bereitschaft zuzuhören. Versöhnung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von geistlicher Reife, und sie öffnet mein Herz, Gottes Barmherzigkeit tiefer zu empfangen.
3. Das Herz bewahren. Jesus warnt davor, dass Ärger, Verachtung und Beleidigungen keine Kleinigkeiten sind; sie sind Samen, die zu großem Schaden heranwachsen können, wenn sie unbehandelt bleiben. Die Fastenzeit lädt mich ein, diese kleinen Anfänge wahrzunehmen: Ungeduld, Reizbarkeit, abwertende Gedanken. Wenn ich dies ins Gebet bringe und täglich Vergebung übe, reiße ich die Wurzeln der Bitterkeit aus, bevor sie festen Halt gewinnen. So werde ich zu einem Werkzeug des Friedens und spiegele die Liebe Christi klarer wider.
Gespräch mit Christus: Jesus, Friedensfürst, erweiche mein Herz und befreie mich von Bitterkeit. Schenke mir den Mut, gebrochene Beziehungen zu heilen und den Ärger loszulassen, der meine Seele belastet. Mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, wohin auch immer du mich sendest. Amen.
Vorsatz: Heute werde ich einen Schritt der Versöhnung tun – eine Nachricht senden, ein Gebet sprechen oder eine bewusste Geste der Freundlichkeit gegenüber jemandem, mit dem ich Schwierigkeiten habe.