Donnerstag,
26. Februar 2026
Bitten, Suchen, Finden
26. Februar 2026
Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit
P. Anton Vogelsang LC
Mt 7,7-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten. Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Einführendes Gebet: Vater aller Güte, hilf mir, auf diesem Fastenweg tiefer auf deine Liebe zu vertrauen. Nimm Zweifel und Ängste weg, die mich daran hindern, wirklich zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Lehre mich, wie ein geliebtes Kind mit Zuversicht vor dich zu treten.
Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.
1. Dem Vater im Himmel vertrauen lernen. Die Fastenzeit lädt mich ein, nicht nur meine Taten, sondern auch die inneren Haltungen meines Herzens zu prüfen. Im Zentrum jeder Umkehr steht das Vertrauen – der Glaube, dass Gott mein wahres Gut mehr will als ich selbst. Das heutige Evangelium ruft mich auf, mit Zuversicht vor den Vater zu treten: "Bittet … sucht … klopft an." Jesus versichert mir, dass Gott nicht fern oder zurückhaltend ist, sondern großzügig und aufmerksam. Die Fastenzeit ist eine Gelegenheit, meine Ängste, Zweifel und Selbstgenügsamkeit loszulassen und ein kindliches Vertrauen zu erneuern, das mein Herz für Gottes Wirken öffnet.
2. Gebet als Beziehung. Jesus zeigt mir, dass Gebet eine lebendige Begegnung mit dem Vater ist. Bitten bedeutet, meine Bedürftigkeit anzuerkennen; suchen bedeutet, seine Gegenwart zu wünschen; anklopfen bedeutet, im Vertrauen nicht nachzulassen, auch wenn Türen geschlossen scheinen. In der Fastenzeit lerne ich, dass wahres Gebet nicht darin besteht, Gottes Handeln zu erzwingen, sondern meine Beziehung zu ihm zu vertiefen. Wenn ich im Gebet beharrlich bin – besonders in Zeiten der Trockenheit – erlaubt das Gott, meine Wünsche zu formen und mir seine Treue zu zeigen.
3. Im Vertrauen die Liebe weitergeben. Jesus schließt seine Lehre heute mit der Goldenen Regel ab und verbindet so das Vertrauen auf Gott mit der Liebe zum Nächsten. Wenn ich an Gottes Vorsehung glaube, werde ich freier, großzügiger, geduldiger, mitfühlender. Die Fastenzeit lädt mich ein, ehrlich zu prüfen, wie ich mit anderen umgehe: Spiegelt mein Handeln ein Herz wider, das in Gottes Güte verwurzelt ist? Die Goldene Regel zu leben bedeutet, dieselbe Barmherzigkeit, denselben Respekt und dieselbe Freundlichkeit zu schenken, die ich täglich vom Vater empfange.
Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du ein Vater bist, der hört, der gibt und der öffnet. Vertiefe mein Vertrauen in deine Vorsehung, damit ich mit größerem Frieden und größerer Großzügigkeit leben kann. Hilf mir, heute die Goldene Regel aufrichtig zu leben. Amen.
Vorsatz: Heute werde ich einen einfachen, aber bewussten Akt des Vertrauens setzen – indem ich Gott eine Sorge, eine Angst oder eine Absicht überlasse, an der ich mich gewöhnlich festhalte.