Donnerstag,
29. Januar 2026
Ein Licht entzünden
29. Januar 2026
Donnerstag der dritten Woche im Jahreskreis
Ilka Haiberger
Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel oder unter das Bett? Stellt man sie nicht auf den Leuchter? Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht bekannt werden soll, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommen soll. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Einführendes Gebet: An diesem neuen Morgen möchte ich wieder auf dich schauen, Jesus. Ich bin dein und möchte ganz nahe bei dir sein. Nichts und niemand soll mir wichtiger sein als nur du allein.
Bitte: Herr, nimm alles von mir, was mich hindert ganz bei dir zu sein und gib mir alles, was mir hilft, mich dir zu öffnen.
1. Das Geheimnis des Lichtes. Jesus zündet ein Licht an, damit es weithin strahle. Auch wenn es nicht im Text des Evangeliums steht, habe ich den Eindruck, er meint uns. Er möchte uns entzünden. Was heißt es, wenn er uns entzündet? Lodert dann das Feuer des Heiligen Geistes in uns? Ist es jenes Feuer, von dem Jesus woanders sagt, er wünschte, es würde schon brennen? (Lk 12,49) Papst Franziskus erläutert (im Angelus vom 14. August 2016), dass das Feuer, von dem Jesus spricht, das Feuer des Heiligen Geistes ist, lebendige und wirksame Gegenwart in uns vom Tag unserer Taufe an. Jesus wünscht, dass der Heilige Geist in unserem Herzen wie ein Feuer auflodert, denn nur ausgehend vom Herzen wird sich der Brand der göttlichen Liebe ausbreiten.
2. Was mache ich mit dem Licht, das so schön brennt? Dieses entzündete Licht, also die leuchtenden und strahlenden Gläubigen, sollen weithin sichtbar sein. Wir sollen uns nicht gemütlich unterm Bett verstecken, noch unterm Scheffel, der fürs Anhäufen von Reichtum stehen kann. Wenn jemand sehr viel Geld verdient, spricht man vom Geld Scheffeln. Und wie beschäftigt man mit seinem Beruf sein kann, um erfolgreich zu sein und dann auch viel Geld zu verdienen! Wir sollen unseren Glauben, unsere entzündete Begeisterung für Gott nicht verstecken. Weder hinter emsiger Arbeit, fleißigem Geldverdienen, noch hinter Entspannung, Gemütlichkeit, Wellness oder dergleichen. Jesus fordert von uns, dass wir uns mit unserem Glauben "auf den Leuchter" stellen lassen. Unser Glaube soll aufleuchten und für die Welt sichtbar sein.
3. "Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!" Hören ist zentral in der Heiligen Schrift. In Dtn 6,4 heißt es "Höre, Israel!", König Salomo bat um ein "hörendes Herz" (1 Kön 3,9) und Jesus fordert uns heute auch zum Hören auf. In Deuteronomium geht es weiter "Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft." Und Salomo sprach: "Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!" "Achtet auf das, was ihr hört!" ruft uns Jesus zu. Wir sollen also nicht nur Gottes Wort hören, sondern darauf achten, es in unserem Herzen erwägen.
Gespräch mit C-hristus: Mein Herr und mein Gott, mein liebster Jesus, du sprichst durch die Heilige Schrift zu uns. Und je mehr ich darauf achten will, dir zuzuhören, desto mehr erschließt sich mir die Schrift. Danke, dass du mein Herz bis in die tiefsten Tiefen berührst. Danke, dass du immer bei mir bist. Auf dich will ich vertrauen. Mir soll nichts sonst wichtig sein, als nur unter deinem Blick zu leben.
Vorsatz: Heute möchte ich frei von aller Menschenfurcht meinen Glauben auf den Leuchter stellen, damit er weithin sichtbar ist und Licht sein kann.