Mittwoch,
15. Oktober 2025
Schlechter Einfluss
15. Oktober 2025
Mittwoch der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Theresia von Avila OCD, Ordensfrau, Kirchenlehrerin
Gedenktag
Yasemin Tobias
Lk 11,42-46
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.
Einführendes Gebet: Ich komme zu Dir, Herr, um mich von Dir stärken zu lassen. Ich glaube, dass Du in Deinem Wort lebendig bist und Du in meinem Leben wirken willst. Ich möchte mich in dieser Zeit des Gebets für Dich öffnen und bei Dir sein.
Bitte: Schenke mir Deine Gnade, um Dir aufrichtig nachzufolgen und aus Liebe zu handeln, Jesus.
1. Kein Wettbewerb. Jesus ärgert sich über das Verhalten der Pharisäer und Gesetzeslehrer und weist sie zurecht, indem er ihre Absichten aufdeckt. Die Pharisäer übertreffen die Forderungen und geben auch den Zehnten von Gütern ab, zu denen die Juden gar nicht verpflichtet sind. Doch Jesus erinnert sie und heute auch uns daran, dass wir auf Gottes Liebe nur antworten können, es aber nicht möglich ist, sie für sich zu erarbeiten. Gott lässt sich nicht auf das Wettbewerbsdenken der Pharisäer ein und schon gar nicht, wenn es darum geht, anderen zu imponieren.
2. Ansteckungsgefahr. Jesus wirft den Pharisäern und Gesetzeslehrern vor, stolz auf ihre Außenwirkung zu achten, während sie die Situation der Menschen, die von ihrem Rat und ihrer Lehre abhängig sind, verschlimmern. Wenn Jesus sagt, dass sie wie nicht mehr sichtbare Gräber sind, dann spricht er die jüdische Vorstellung an, dass die Berührung eines solchen Grabes eine Person unrein macht. Im Kontakt mit den Pharisäern verbreiten sich unbemerkt falsche Maßstäbe und ein schlechter Einfluss auf den Glauben der Menschen, der sogar schadet. Es ist wichtig, was ein Mensch glaubt und doch kann er dabei sehr falsch liegen, wenn er diesen Glauben in Worten und Taten unaufrichtig verdreht.
3. Unsere Berufung. Jesus erinnert die Pharisäer und Gesetzeslehrer an die Liebe zu Gott und die Gerechtigkeit, die sie aus dem Blick verloren haben. Wenn auch wir uns daran orientieren, können wir nie ganz falsch liegen, selbst wenn wir immer wieder umkehren müssen. In unserem Leben soll sichtbar werden, dass wir Gott lieben und daran arbeiten, gerechte Menschen zu werden, also versuchen, die Gebote in Liebe zu halten. Darin besteht unsere Berufung.
Gespräch mit Christus: Ich danke Dir, Jesus, dass ich mir Deine Liebe nicht erkämpfen muss und will den Abschnitt des heutigen Evangeliums zum Anlass nehmen, neu darauf zu achten, dass ich mich nicht mit anderen vergleiche, denn das tust Du auch nicht. Du siehst mich in meiner konkreten Situation und meinen Möglichkeiten und erwartest nicht, dass ich Dir etwas beweise. Bitte bewahre mich vor Stolz und hilf mir, Dir aus Liebe nachzufolgen.
Vorsatz: Ich bete heute besonders für die Menschen, die den Glauben beruflich verkünden und weitergeben.