Papa, lass uns reden!

Elf Väter und ihre Söhne verbrachten Mitte September 2026 ein gemeinsames Wochenende im ApostelHaus Alzgern. Beim Spielen, unterwegs und im Gespräch nahmen sie sich Zeit füreinander. Geistliche Impulse gaben Anregungen für ihre Beziehung.

Was beschäftigt dich gerade am meisten? Was haben wir beide gemeinsam? Und was möchtest du mir sagen, das ich niemals vergessen soll? Mit solchen Fragen machten sich die Väter und Söhne am ersten Tag zu zweit auf einen längeren Spaziergang. Er bot Gelegenheit, über Dinge zu sprechen, für die im Alltag oft wenig Zeit bleibt.
Begleitet wurden die elf Paare von P. Michael und P. Peter Hemm LC sowie den Coworkern Georg-Augustin Uhlig und Mariano Hernández. Nach einem gemeinsamen Fußballspiel zum Kennenlernen standen am Abend Grillen und eine Fackelwanderung mit Rosenkranzgebet auf dem Programm.

Gemeinsam tüfteln, gemeinsam unterwegs sein

Am Samstag wurde es praktisch: Jedes Vater-Sohn-Team sollte eine Vorrichtung bauen, mit der ein rohes Ei einen Fall aus fünf bis zehn Metern Höhe unbeschadet übersteht. Es entstanden Fallschirme, Polsterungen und Auffangvorrichtungen – und tatsächlich blieb jedes Ei heil. Auch für Spiele und einen Ausflug zum Marktler Badesee war Zeit.
„Die Eier-Challenge hat uns besonders gefallen. Dabei konnten wir kreativ werden und gemein-sam etwas ausprobieren“, erzählten Teilnehmer. Andere freuten sich vor allem über die Gespräche beim Spaziergang. „Die Zeit zum persönlichen Gespräch mit meinem Sohn war für mich besonders wichtig, weil sie im Alltag oft zu kurz kommt“, sagte ein Vater.

Was Worte bewirken können

Zum Wochenende gehörten auch Morgengebet, heilige Messen und geistliche Impulse. P. Peter Hemm LC sprach darüber, dass jeder Mensch Sohn eines irdischen Vaters und zugleich gelieb-tes Kind Gottes ist. Gottes Liebe müsse sich niemand erst verdienen. Von diesem Gedanken aus richtete er den Blick auf die Beziehung zwischen Vätern und Söh-nen: Kinder brauchen es, Liebe und Anerkennung nicht nur zu erfahren, sondern auch zu hören. Ebenso können die Worte eines Sohnes seinen Vater stärken. Ein Teilnehmer sagte später, ihn habe besonders „die Macht unserer Worte, die wir über unsere Kinder aussprechen“ beschäftigt. Ein anderer Vater schätzte es, „die Messen und das Geistliche wieder in den Vordergrund zu stellen“.

Zuhören und loslassen

P. Michael Hemm LC ging der Frage nach, was einen guten Vater ausmacht. Dazu gehöre, den Sohn wahrzunehmen, ihm zuzuhören, ihn zu schützen und zu begleiten. Mit der Zeit müsse ein Vater ihm aber auch zutrauen, eigene Entscheidungen zu treffen – selbst wenn dabei Fehler pas-sieren. Die Söhne ermutigte er, Schwächen zuzugeben und Hilfe, Rat und Unterstützung anzu-nehmen.

Beide Patres erzählten dabei auch von ihren eigenen Erfahrungen als Söhne. Ihre persönlichen Berichte seien „wertvoll und lebensnah“ gewesen, sagte ein Teilnehmer. Ein anderer nahm sich vor, künftig bewusster nachzufragen: „Ich habe gelernt, mit meinem Sohn ins Gespräch zu gehen und nach den Hintergründen seines Verhaltens zu fragen.“

Den Spaziergang zu Hause fortsetzen

Am Ende überlegten die Väter und Söhne, wie sie sich auch nach dem Wochenende regelmäßig Zeit füreinander nehmen können – etwa bei einem gemeinsamen Hobby, einem Spaziergang oder einem festen Gespräch. Den Vätern wurde außerdem vorgeschlagen, ihre Söhne zu segnen.

Ein Vater-Sohn-Paar möchte die Fragen vom ersten Spaziergang mit nach Hause nehmen: „Wir möchten daran weiterarbeiten und auch zu Hause weiter über die vorgeschlagenen Fragen reden.“

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