Unter dem Leitwort „Mercy“ (Barmherzigkeit) verbanden sich geistliche Angebote, Workshops, gemeinsame Freizeit und Gottesdienste zu einem vielseitigen Programm, das die persönliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben ebenso fördern sollte wie Gemeinschaft und gegenseitige Verantwortung.
Glaube mit Freunden und in Gemeinschaft erleben
UNITED ist mehr als ein Festival. Das Wochenende versteht sich als ein Freundestreffen, das jungen Menschen einen Raum eröffnet, Gott persönlich zu begegnen und miteinander im Glauben zu wachsen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Programmpunkte, sondern die Begegnung mit Jesus Christus – im Gebet, in der Feier der Sakramente und in der eucharistischen Anbetung. Aus dieser gemeinsamen Mitte heraus entstehen Gemeinschaft, Freundschaften und die Erfahrung, den Glauben nicht allein, sondern gemeinsam leben zu können.
Ein besonderes Anliegen des Festivals ist es, die unterschiedlichen Initiativen und Projekte innerhalb der Jugendarbeit des Regnum Christi zusammenzuführen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus den verschiedenen Altersgruppen und lokalen Gemeinschaften des Regnum Christi aus Deutschland kamen in Alzgern zusammen, lernten einander kennen und entdeckten, wie bereichernd die Vielfalt innerhalb einer gemeinsamen Glaubensgemeinschaft sein kann. Gerade dieser Austausch über die eigenen Gruppen hinaus macht UNITED seit Jahren zu einem besonderen Erlebnis.
Für viele der Teilnehmer war das Festival zugleich eine erste intensive Begegnung mit Kirche und gelebtem Glauben. Andere nutzten die Tage, um vertraute Freunde wiederzutreffen, neue Kontakte zu knüpfen und ihren persönlichen Glaubensweg zu vertiefen. Damit knüpfte UNITED 2026 an die Erfahrungen der vergangenen Jahre an und setzte den Weg fort, der das Festival seit seinen Anfängen prägt: immer mehr geistliche Tiefe, gelebte Gemeinschaft und Christus als Mitte des gemeinsamen Unterwegsseins.
„Halte die Ordnung, dann wird die Ordnung dich halten“
Ein besonderer Höhepunkt des Wochenendes war der Besuch von Prof. P. Dr. Karl Wallner OCist aus dem Stift Heiligenkreuz bei Wien. Der Zisterzienser, Professor für Dogmatik und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in Österreich begeistert seit vielen Jahren insbesondere junge Menschen für einen lebendigen und missionarischen Glauben. In zahlreichen Vorträgen und Büchern ermutigt er Christen dazu, ihren Glauben mit Freude zu leben, ihn glaubwürdig weiterzugeben und die Kirche mutig mitzugestalten.
P. Karl feierte mit den Teilnehmern am Samstag die heilige Messe. In seiner Predigt griff er den Gedenktag des hl. Benedikt von Nursia auf, des Schutzpatrons Europas und Vaters des abendländischen Mönchtums. Dessen Leben und Spiritualität, so Wallner, hätten bis heute nichts an Aktualität verloren. Benedikt lehre, dem Leben – gerade in unruhigen und turbulenten Zeiten – durch eine gute Ordnung Stabilität zu geben. „Halte die Ordnung, dann wird die Ordnung dich halten“, zitierte er. Eine solche Lebenshaltung stärke Freundschaften, Familie und den Alltag. Ebenso gehöre ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper dazu: Bewegung, Sport und praktische Arbeit seien Ausdruck der Wertschätzung für das Geschenk, das Gott jedem Menschen anvertraut habe.
Workshops – Glauben, der im Leben steht
Ein besonderer Bestandteil des Festivals waren die Workshops am Samstagvormittag. Die Themen reichten von der eigenen Identität als Christ über Evangelisation und Bibellesen bis hin zum Umgang mit schlechten Gewohnheiten (Stichwort Internet -und Handy-Nutzung) oder der Frage, wie Gottes Stimme im Alltag wahrgenommen werden kann. Kreative, soziale und sportliche Angebote ergänzten das Programm und machten deutlich, dass christlicher Glaube alle Bereiche des Lebens berührt.
Gebet als Herzstück des Wochenendes
Den geistlichen Höhepunkt bildete der von Jugendlichen gestaltete Abend der Barmherzigkeit am Samstag. Bei der gemeinsamen Erneuerung des Taufversprechens konnten die Teilnehmer ihr Leben selbst und bewusst neu auf Jesus Christus ausrichten. Bereits seit Freitag bestand zudem die Möglichkeit zur 24-stündigen eucharistischen Anbetung, die während des gesamten Festivals gut angenommen wurde. Dieser besondere Abend klang mit Worship, großem Lagerfeuer und einer christlichen Jugend-Party aus.
Barmherzigkeit: Nicht perfekt sein müssen
Das Leitwort „Mercy“ – Barmherzigkeit – zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Festival. In seinem Impuls machte P. Martin Baranowski LC deutlich, dass christliche Barmherzigkeit weit mehr sei als bloßes Mitgefühl. Sie beginne dort, wo Menschen den Mut hätten, sich mit ihren eigenen Schwächen Gott anzuvertrauen.
Gerade junge Menschen stünden heute oft unter dem Druck, perfekt funktionieren zu müssen – in der Schule, im Studium, im Beruf oder in den sozialen Medien. Dem stellte P. Martin ein anderes Verständnis von Heiligkeit entgegen: Heiligkeit bedeute nicht Fehlerlosigkeit, sondern die Bereitschaft, sich immer wieder von Gott aufrichten und verändern zu lassen. Ein hoher Anspruch ohne Barmherzigkeit führe leicht zu Frustration, Barmherzigkeit ohne Orientierung dagegen zur Beliebigkeit. Christlicher Glaube verbinde beides: das Ideal eines gelingenden Lebens und die Gewissheit, dass Gott den Menschen auch dann nicht aufgebe, wenn er scheitere.
So wurde Barmherzigkeit beim UNITED nicht als abstrakter Begriff vermittelt, sondern als Einladung, authentisch zu leben. Niemand müsse Gott oder anderen etwas vorspielen. Wer sich von Christus angenommen wisse, könne auch anderen mit mehr Geduld, Verständnis und Vergebung begegnen – in der Familie, im Freundeskreis und im Alltag.
„Die Bombe, die unser Leben zerriss“
Ein weiterer bewegender Höhepunkt war das persönliche Glaubenszeugnis von Kiro Lindemann. Der gebürtige Ägypter überlebte 2011 den Terroranschlag auf eine Kirche in Alexandria, bei dem seine Mutter, seine Schwester und seine Tante ums Leben kamen. Statt in Hass und Verbitterung zu verharren, berichtete er eindrucksvoll davon, wie ihn der Glaube an Jesus Christus durch Leid, Flucht und Neuanfang getragen hat. Seine Botschaft an die Jugendlichen war ebenso einfach wie herausfordernd: Gottes Barmherzigkeit kann selbst tiefste Wunden heilen und Hoffnung schenken, wo Menschen sie kaum noch erwarten.
Sport, Chill-Area und Foto-Box
Neben dem geistlichen Programm blieb viel Zeit für Begegnungen: bei den gemeinsamen Mahlzeiten, den Aktivitäten am Samstagnachmittag oder in der Chill-Area. Gerade diese ungezwungenen Momente trugen dazu bei, neue Freundschaften entstehen zu lassen und bestehende zu vertiefen.
Das Festival wurde dabei wesentlich von jungen Erwachsenen selbst getragen. Sie übernahmen Verantwortung in der Organisation, leiteten Workshops und Kleingruppen und begleiteten die Teilnehmer durch das Wochenende. So wurde UNITED nicht nur zu einem Angebot für junge Menschen, sondern zugleich zu einem Ort, an dem Verantwortung eingeübt und Gemeinschaft aktiv gestaltet wurde.
Ehrenamtliches Engagement als tragende Säule
Dass das UNITED-Festival in dieser Form stattfinden konnte, war vor allem dem Einsatz von mehr als 60 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu verdanken. Junge Erwachsene und Eltern hatten das Wochenende über viele Wochen hinweg vorbereitet und übernahmen während des Festivals zahlreiche verantwortungsvolle Aufgaben.
Sie errichteten die Infrastruktur auf dem Gelände, sorgten für den Auf- und Abbau, betreuten die umfangreiche Veranstaltungstechnik mit Ton, Video und Musik und gewährleisteten den reibungslosen Ablauf des gesamten Wochenendes. Ebenso lag die komplette Verpflegung der rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Händen – von den Mahlzeiten bis zu Getränken und der Bewirtung während des gesamten Festivals.
Zum ehrenamtlichen Team gehörte auch ein Medienteam aus Jugendlichen des Regnum Christi. Es begleitete UNITED mit Kameras und Smartphones, hielt das Wochenende in Fotos und Videos fest und berichtete fortlaufend auf den Social-Media-Kanälen über das Festival. So konnten auch zahlreiche Menschen, die nicht vor Ort waren, die Atmosphäre und die Höhepunkte des Wochenendes miterleben.
Der oft unsichtbare Dienst der vielen Ehrenamtlichen machte die zahlreichen Begegnungen und Programmpunkte überhaupt erst möglich und trug wesentlich zu der herzlichen und gastfreundlichen Atmosphäre des Festivals bei.
Ein Wochenende mit Wirkung – Feedbacks von Teilnehmern
Mit der gemeinsamen Eucharistiefeier am Sonntag ging das UNITED Festival 2026 zu Ende. Dazu eingeladen waren auch die Eltern der teilnehmenden Kinder sowie weitere Gäste und Interessierte. Zurück bleiben viele persönliche Begegnungen, vertiefte Freundschaften und zahlreiche Erfahrungen, die weit über das Wochenende hinaus nachwirken dürften.
Dass das Konzept des Festivals die Teilnehmer berührte, zeigte sich auch in ihren Rückmeldungen. Besonders häufig nannten sie die Zeiten der eucharistischen Anbetung und die Gottesdienste als Höhepunkte des Wochenendes. Eine 18-jährige Teilnehmerin berichtete, sie habe in der Anbetung „die Gegenwart Gottes so deutlich gespürt“, während die Gemeinschaft beim gemeinsamen Lobpreis noch enger zusammengewachsen sei. Für eine 19-Jährige wurde die hl. Messe mit P. Karl Wallner zum persönlichen Höhepunkt, weil sie dort das Geheimnis der Wandlung neu habe entdecken können. Ein 25-jähriger Teilnehmer hob besonders den Abend der Barmherzigkeit hervor. Andere erinnerten sich vor allem an die vielen Begegnungen: Ein 14-jähriger Junge freute sich über die Gespräche mit neu kennengelernten Jugendlichen, eine 22-jährige Teilnehmerin über die Gemeinschaft mit anderen jungen Frauen und die Erfahrung, Jesus in der Anbetung näherzukommen. Auch die Freizeitangebote hinterließen bleibende Eindrücke. Eine 14-Jährige schwärmte von Laser-Tag, Lagerfeuer, Worship-Party und der besonderen Atmosphäre des Festivals, während eine 13-jährige Teilnehmerin vor allem die Freude hervorhob, Freunde aus ganz Deutschland wiederzusehen.
Für Rupert Zeltsperger, einen der Hauptorganisatoren, spiegeln diese Erfahrungen genau das wider, worum es bei UNITED geht. „Meine größte Motivation für UNITED 2026 war es, Aufbruchsmomente in und für die Kirche zu schaffen – Momente, in denen Jesus Christus und Aufbruch im Heiligen Geist spürbar werden.“ Besonders beeindruckt habe ihn, wie selbstverständlich sich zahlreiche junge Menschen eingebracht hätten. „Sie haben ihre Talente entdeckt, Verantwortung übernommen und das Festival mitgestaltet. Das gibt mir große Hoffnung und Mut für die Zukunft unserer Kirche.“
Auch für P. Martin Baranowski LC, einen der Verantwortlichen des Festivals, liegt darin eine der größten Stärken von UNITED. Junge Erwachsene würden für die jüngeren Teilnehmer zu glaubwürdigen Begleitern auf dem Glaubensweg. Genau darin verwirkliche sich das Charisma des Regnum Christi: Menschen zu helfen, ihre Begabungen zu entdecken, sie weiterzuentwickeln und sie in den Dienst anderer zu stellen. Das Leitwort „Mercy“ – Barmherzigkeit sei dabei nicht zufällig gewählt worden. Für P. Martin bilde sie den Kern der christlichen Botschaft. „Wir Christen sind nicht besser, nicht schlauer und nicht frommer als andere Menschen. Wir sind Empfänger des großen Geschenks, das Jesus Christus uns gebracht hat.“ Gerade die eigenen Schwächen, Enttäuschungen und Fehler könnten zum Ausgangspunkt einer echten Begegnung mit Gott werden. „Wir dürfen wirklich so sein, wie wir sind. In der Kirche haben wir einen Ort, an dem wir willkommen sind – einen Ort der Versöhnung, der Heilung und des Wachstums.“
So hat UNITED 2026 erneut gezeigt, wie junge Menschen Kirche erleben können: als Ort echter Gemeinschaft, persönlicher Glaubenserfahrung und gemeinsamer Nachfolge Christi. Das Leitwort „Mercy“ blieb nicht nur das Thema eines Wochenendes, sondern wurde für viele Teilnehmer in Alzgern zu einer konkreten Erfahrung – im Gebet, in der Gemeinschaft und im gemeinsamen Dienst füreinander.
Wichtige Links
- Foto-Galerie vom Freitag, vom Samstag und vom Sonntag auf dem flickr-Profil des Regnum Christi.
- Predigt von P. Karl Wallner OCist zum Nachhören auf Soundcloud.
- Predigt von P. Peter Hemm LC zum Nachhören auf Soundcloud.
Fotos © Tobias Huber und das Medienteam des ApostelHauses Alzgern.