Wurzeln und Flügel für Familien

Beim der NET-Familienfreizeit erhielten Eltern und Kinder Impulse für Glauben, Ehe und Familienleben.

Vier Tage lang wurde Schloss Wissen am Niederrhein zu einem Ort der Begegnung, des Glaubens und der Erholung. Acht Familien mit insgesamt rund 30 Kindern kamen vom 14. bis 17. Mai  zusammen, um neue Impulse für das Familienleben zu erhalten.

Die Familie als Ort, an dem Gott wirkt

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand die Frage, wie Familien ihren Glauben im Alltag leben und daraus Kraft schöpfen können. Tägliche heilige Messen, gemeinsames Abendgebet und geistliche Impulse und Vorträge eröffneten den Teilnehmern neue Perspektiven auf Ehe, Familie und christliches Leben.

P. Mariano Ballestrem LC lud die Ehepaare dazu ein, die geistliche Wirklichkeit ihrer Ehe neu zu entdecken, denn diese ist weit mehr als eine menschliche Beziehung. Als Sakrament ist sie ein Bund, in dem Gott selbst gegenwärtig ist und wirkt.
In seinen Vorträgen machte er deutlich, dass kein Ehepartner die tiefsten Sehnsüchte des anderen vollständig erfüllen kann. Wahres Eheglück entsteht nicht durch die Suche nach dem „perfekten Menschen“, sondern durch das gemeinsame Lernen der Liebe.

Dabei stellte er die drei Dimensionen der Liebe in den Mittelpunkt:
• Eros – die Anziehung und Verliebtheit,
• Philia – die Freundschaft und Treue,
• Agape – die selbstlose und hingebungsvolle Liebe.

Eine tragfähige Ehe brauche alle drei Dimensionen. Gerade die Agape, die schenkende Liebe, werde durch die Gnade des Sakraments gestärkt und helfe, auch schwierige Zeiten gemeinsam zu bestehen.

Besonders eindrucksvoll war die gemeinsame Erneuerung der Eheversprechen. Viele Ehepaare erlebten diesen Moment als Gelegenheit, sich bewusst an ihre Berufung zur gegenseitigen Liebe und Treue zu erinnern.

Wurzeln geben und Flügel schenken

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Vorträge von Michaela Freifrau von Heereman. Mit viel Erfahrung und Praxisnähe sprach sie über Erziehung, Bindung und die Herausforderungen des Familienalltags.

Unter dem Titel „Kinder brauchen Wurzeln und Flügel“ zeigte sie auf, wie Kinder zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Menschen heranwachsen können. Dabei betonte sie die Bedeutung einer liebevollen Beziehung, echter Gesprächskultur und einer Atmosphäre, in der Kinder lernen dürfen, ihre Gefühle auszudrücken und zu verstehen.

Im zweiten Vortrag widmete sie sich den Herausforderungen der Pubertät. Vertrauen, Orientierung und offene Kommunikation seien gerade in dieser Lebensphase entscheidend. Themen wie Mediennutzung, Freundschaften und Sexualerziehung könnten Eltern nur dann gut begleiten, wenn Jugendliche spüren, dass sie ernst genommen und geliebt werden.

Hoffnung in herausfordernden Zeiten

Die täglichen Nachrichten sind oft geprägt von Krisen, Konflikten und Unsicherheit. Nicht wenige ziehen sich deshalb bewusst von Nachrichten zurück, weil sie sich davon belastet fühlen.

Dem stellte P. Raphael Ballestrem LC die christliche Hoffnung entgegen – keine oberflächliche Zuversicht, sondern eine Haltung, die auch schwierige Situationen bestehen kann. Ausgangspunkt war das Pauluswort: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen“ (Röm 5,5).

Als eindrucksvolles Beispiel stellte er Kardinal François-Xavier Nguyễn Văn Thuận vor, der trotz jahrelanger Gefangenschaft seinen Glauben und seine Hoffnung bewahrte. Statt sich von den Umständen bestimmen zu lassen, konzentrierte er sich auf das, was ihm niemand nehmen konnte: die Gegenwart Gottes im jeweiligen Augenblick.

Seine zehn geistlichen Grundsätze wurden zu einer konkreten Einladung an die Teilnehmer: den gegenwärtigen Moment bewusst zu leben, Kraft aus Gebet und Eucharistie zu schöpfen, das Kreuz nicht zu fürchten und die Sprache der Nächstenliebe zu sprechen. Hoffnung, so wurde deutlich, entsteht nicht durch günstige Umstände, sondern durch die Gewissheit, dass Gott auch in schwierigen Situationen gegenwärtig bleibt.

 Schatzsuche Glaubensbekenntnis

Während die Eltern an den Vorträgen teilnahmen, gingen die Kinder auf eine spannende Entdeckungsreise durch das Glaubensbekenntnis. Satz für Satz erschlossen sie sich die zentralen Aussagen des christlichen Glaubens und lernten, warum das Credo seit Jahrhunderten ein kostbarer Schatz der Kirche ist: Was bedeutet es, dass Gott unser Vater und Schöpfer ist? Warum ist die Auferstehung Jesu etwas grundlegend anderes als die Auferweckung des Lazarus? Und wer ist eigentlich der Heilige Geist, dessen Kommen die Kirche an Pfingsten feiert?

Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Kinder in altersgerechten Katechesen nach. Dabei blieb es nicht bei theoretischem Wissen. Immer wieder wurde die Verbindung zum eigenen Leben hergestellt: Was bedeutet es, auf Gott zu vertrauen? Wie kann ich den Heiligen Geist in meinem Alltag wahrnehmen? Und was heißt es konkret, an die Auferstehung zu glauben?

Gemeinschaft erleben und Freundschaften schließen

Neben den geistlichen Angeboten blieb viel Zeit für gemeinsame Erlebnisse. Bei den Mahlzeiten kamen Familien miteinander ins Gespräch und tauschten Erfahrungen aus. Schnell entstanden neue Freundschaften – sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern.

Für die jungen Teilnehmer standen Sport, Spiele und abwechslungsreiche Aktivitäten auf dem Programm. Ein Höhepunkt war der Besuch des Freizeitparks „Irrland“, wo sie ausgelassen spielen, entdecken und klettern konnten.

Bei einer Stadtrallye durch Kevelaer lernten die Kinder die Geschichte des bekannten Wallfahrtsortes und seine Kirchen kennen. Für Begeisterung sorgte außerdem das traditionelle Vater-Sohn-Fußballspiel, bei dem Ehrgeiz und Spaß gleichermaßen nicht zu kurz kamen.

Eine Insel zum Auftanken – Feedback

Am Ende des Wochenendes waren sich die Familien einig: Die gemeinsamen Tage waren eine wertvolle Auszeit vom Alltag.
„In diesen Tagen konnten wir den Alltag hinter uns lassen, Gott näherkommen und lernen, wie wir als Familie weiterwachsen können. Danke dafür!“
„Danke für diese Insel, wo wir einfach da sein und auftanken durften!“
„Es war eine so schöne Zeit für uns als Familie, eine tolle Erfahrung in unserem Glaubensleben und ein Dienst an unseren Kindern und uns als Eltern.“

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