Samstag,
26. September 2026
Worte, die ins Herz sinken sollen
26. September 2026
Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kosmas und Damian, Märtyrer
P. Georg Rota LC
Lk 9,43b-45
In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Behaltet diese Worte in euren Ohren: Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, du bittest deine Jünger, deine Worte im Herzen zu bewahren – gerade die schweren. Gib mir den Mut, auch das Geheimnis deines Leidens nicht zu überhören. Amen.
Bitte: Herr, schenke mir ein Herz, das auch deine schwer verständlichen Worte bewahrt.
1. Mitten in den Beifall. "Alle Leute staunten über das, was Jesus tat." Es ist ein Augenblick des Triumphs, der Begeisterung, des Erfolgs. Und genau in diesem Moment sagt Jesus etwas, das niemand hören will: "Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert." Während die Menge jubelt, spricht er vom Kreuz. Das ist seine Weisheit: Er lässt sich vom Beifall nicht berauschen. Erfolg ist die gefährlichste Stunde, denn da hören wir am wenigsten hin. Jesus stellt mitten in den Jubel das Wort vom Leiden – wie einen Anker.
2. Behaltet diese Worte in euren Ohren. "Behaltet diese Worte in euren Ohren." Was für ein eindringliches Bild. Jesus will, dass seine Worte nicht einfach durchrauschen, sondern haften bleiben, einsinken, reifen. Manche Worte Gottes verstehen wir nicht sofort. Sie sind wie Samenkörner, die im Dunkeln der Erde liegen, ehe sie keimen. Maria "bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen", auch die, die sie nicht begriff. So sind wir gerufen: das Wort festzuhalten, gerade wenn es uns rätselhaft oder schwer erscheint. Eines Tages wird es aufgehen.
3. Die Furcht zu fragen. "Sie verstanden den Sinn nicht … aber sie scheuten sich, ihn zu fragen." Wie menschlich ist das. Die Jünger ahnen, dass die Antwort schmerzhaft sein würde, und so schweigen sie lieber. Wir tun oft dasselbe: Wir weichen den Fragen aus, die einmal beantwortet, uns verändern könnten. Doch Jesus fürchtet unsere Fragen nicht. Er sehnt sich danach, dass wir ihn fragen – ehrlich, auch ratlos, auch ängstlich. Verschließe dich nicht aus Furcht. Bring dein Nichtverstehen vor ihn. Im Gespräch mit ihm beginnt es zu dämmern und das Licht durchzubrechen.
Gespräch mit Christus: Herr, so oft verstehe ich deine Wege nicht und schweige lieber, als zu fragen. Heute komme ich mit meinem Nichtverstehen zu dir. Hilf mir, deine Worte zu bewahren, bis du mir ihre Bedeutung erschließt und entfaltest. Ich vertraue dir, auch im Dunkeln.
Vorsatz: Heute nehme ich ein Wort des Evangeliums, das ich nicht verstehe, mit ins Gebet und bitte Jesus aufrichtig um Licht, statt der Frage auszuweichen.