Dienstag,
22. September 2026
Verwandtschaft, die zählt: das Wort hören und tun
22. September 2026
Dienstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Mauritius und Gefährten, Märtyrer
P. Georg Rota LC
Lk 8,19-21
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten jedoch wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, du nennst die, die dein Wort hören und tun, deine Mutter und deine Brüder. Welch unfassbare Nähe! Lass mich heute dein Wort nicht nur hören, sondern leben. Amen.
Bitte: Herr, schenke mir hörende Ohren und tätige Hände.
1. Eine überraschende Familie. Die Worte Jesu klingen zunächst fast hart. Seine Mutter und seine Verwandten stehen draußen, und er sagt: "Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun." Doch er stößt Maria nicht weg – im Gegenteil. Er erhebt sie. Denn niemand hat das Wort Gottes vollkommener gehört und getan als sie: "Mir geschehe nach deinem Wort." Jesus öffnet hier den engsten Kreis. Verwandtschaft mit ihm ist nicht zuerst eine Frage des Blutes, sondern des Glaubens. Die Tür zu seiner Familie steht jedem offen – auch dir.
2. Hören ist mehr als zuhören. "Die das Wort Gottes hören." Im biblischen Sinn ist Hören nie passiv. Es ist kein akustisches Geräusch, das durch das eine Ohr hinein und durch das andere wieder hinauszieht. Hören heißt: das Wort verstehen, hereinlassen, ihm Raum geben, sich von ihm formen lassen wie Ton in der Hand des Töpfers. Wie oft sitzen wir in der heiligen Messe und die Worte gleiten an uns ab wie Regen am Fenster. Echtes Hören dagegen ist ein Öffnen des Herzens. Der Same des Wortes braucht diesen empfänglichen, guten Boden, um Frucht zu tragen.
3. Und tun. Doch Jesus bleibt nicht beim Hören stehen. "Hören und tun." Das Wort, das nicht Tat wird, bleibt tot. Der Glaube, der nur im Kopf bleibt, ist wie ein Samenkorn, das man bewundert, aber nie in die Erde legt. Maria hat das Wort empfangen, und es ist in ihr Fleisch geworden – buchstäblich. Auch in uns will das Wort Gestalt annehmen, sichtbar werden in einer konkreten Tat der Liebe. Frag dich heute Abend nicht nur: Was habe ich gehört? Sondern: Was habe ich getan?
Gespräch mit Christus: Herr, ich möchte zu deiner Familie gehören. Hilf mir, dein Wort nicht zu überhören und es nicht in den Schubladen meines Verstandes verstauben zu lassen. Zeig mir die eine Tat, durch die dein Wort heute in mir Fleisch wird.
Vorsatz: Heute wähle ich ein Wort aus dem Evangelium und setze es vor dem Schlafengehen in eine konkrete Tat der Liebe um.