Samstag,
5. September 2026
Gedenke des Sabbats
5. September 2026
Samstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
"Mutter Teresa", Ordensgründerin, Mitpatronin von Kalkutta
Felix Honekamp
Lk 6,1-5
Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten einige Pharisäer: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist? Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote nahm, die allein die Priester essen dürfen, und sie aß und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus sagte ihnen: Herr über den Sabbat ist der Menschensohn.
Einführendes Gebet: Herr, Du hast uns deine Gebote nicht gegeben, um uns zu drangsalieren, sondern als Anleitung zu einem gelungenen Leben. In deinen Geboten, sowohl in denen aus dem Alten Testament als auch in denen, die du, Jesus, uns als Mensch gegeben hast, ist so viel Weisheit enthalten, dass man sie vielleicht sogar leicht übersieht, und sich nur noch an den "Buchstaben des Gesetzes" halten möchte. Aber ich will deine Gebote aus Liebe halten.
Bitte: Mein Herr und mein Gott, hilf mir, die Liebe zu erkennen, die in deinen Worten, gerade auch denen, deren Befolgung mir manchmal schwerfallen, enthalten ist.
1. Ernten ist Arbeiten. Für die Pharisäer ist das Abreißen der Ähren offenbar so etwas wie "Ernten", und das ist am Sabbat, dem Tag, den Gott selbst geheiligt hat, nicht erlaubt. Wenn man – ohne Not – am Sabbat arbeitet, verstößt man also tatsächlich gegen Gottes Gebot. Und wir dürfen vertrauen, wie bei den anderen der Zehn Gebote auch (Ex 20,1-17), dass Gott sie nicht gesprochen hat, um die Menschen zu schikanieren oder ihnen ihre Freiheit zu nehmen, sondern als Anleitung zu einem gelungenen Leben mit Gott. Darum hat Jesus es seinen Jüngern auch nicht gleichgetan und selbst keine Ähren gepflückt. Auch für ihn bleibt richtig: "Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!"
2. Sinn und Ausnahmen. Was den Pharisäern aber hier passiert, das kann sich auch bei mir ganz leicht einschleichen: Befolgen des Gesetzes um des Gesetzes willen! Natürlich geht es nicht darum, jedes Mal von neuem mit seiner "Privatmeinung" zu entscheiden, ob ein Gesetz nun gelten soll oder nicht. Aber als freie Menschen sind wir in der Verpflichtung, unsere Vernunft einzusetzen. Und so bringt Jesus eben das Beispiel von David und den Schaubroten (1 Sam 21,2-7) Und genau wie bei David, als es ihm die Not geboten hatte, gegen ein an sich richtiges Gesetz zu verstoßen, so ist es auch hier bei den Jüngern der Fall: Der Sabbat ist immer noch zu heiligen, ernten, knechtische Arbeit verrichten, sollte man an diesem Tag nicht. Aber niemand sollte um eines Gebotes willen, das für den Menschen und seine Beziehung zu Gott gemacht ist, leiden (vgl. Mk 2,27). Kann ich das unterscheiden? Oder bin ich selbst auch manchmal in Gefahr, legalistisch zu agieren statt mit einem liebenden Herzen?
3. Und ich? Es sollte klar geworden sein, dass Jesus das Sabbatgebot nicht aufgehoben hat: "Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen." (Mt 5,17) Darum darf und soll ich den Sabbat, für uns Christen den Sonntag, als den Tag der Auferstehung Jesu, auch richtig begehen. An diesem Tag ehre ich Gott nicht mit meiner Arbeit, sondern mit der Ruhe, die er mir geschenkt hat. Und ich tue gut daran, diesen Tag auch in diesem Sinne zu nutzen, ihn mit Gott und im Sinne Gottes zu verbringen, zum Beispiel mit dem Besuch der Heiligen Messe oder indem ich mit der Familie, den Kindern, Eltern und Ehepartnern zusammen bin. Dann ist das Sabbatgebot weniger ein Gesetz (das auch) als vielmehr ein Angebot und ein Geschenk Gottes. Ich darf es annehmen und mich daran erfreuen.
Gespräch mit Christus: Mein Jesus, ich danke dir, dass du mir die Gebote, die deine Worte sind, immer wieder näherbringst. Du bist mein Freund, der mich vor Übeln bewahren und mich aus meinen falschen Abhängigkeiten befreien will. Dafür sind die Gebote da, und darum ist dein Hauptgebot das der Liebe und nicht die Einhaltung von Regeln.
Vorsatz: Ich nehme mir ein Gebot (oder auch eine Kirchenregel) vor, die mir besonders schwerfällt und schaue, warum das Einhalten einfach gut für mich und für jeden Menschen ist.