Mittwoch,
5. August 2026
Der Glaubensweg einer mutigen Frau
5. August 2026
Mittwoch der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Weihetag der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom
P. Stefan Kavecky LC
Mt 15,21-28
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her! Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Einführendes Gebet: Jesus, ich bitte dich, dass du meinen Glauben stärkst. Möge dein Geist mir helfen, zu sehen und zu erfahren, dass du lebst, dass ich mit dir sprechen kann, dass du zu mir sprechen willst, dass du mich stärken willst und dass du den ganzen Tag bei mir sein möchtest. Komm, Heiliger Geist.
Bitte: Herr, stärke unseren Glauben, mache ihn lebendig und aufrichtig.
1. Er gab ihr keine Antwort. Jesus befindet sich im Gebiet von Tyrus und Sidon. Und dort begegnet ihm und seinen Jüngern eine kanaanäische Frau. Die Tochter dieser Frau ist krank, und sie macht sich verständlicherweise Sorgen. Sie kommt zu Jesus und ruft hinter ihm her: "Du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir." Diese Frau wiederholt eine Formel: "Sohn Davids", womit der von vielen erwartete Messias bezeichnet worden war. Und auf den ersten Blick kann es den Eindruck erwecken: Da ist eine heidnische Frau, die nichts davon wissen kann, dass der Welt ein Messias versprochen ist, dass er ein Nachkomme Davids sein wird. Auf den ersten Blick sieht es aus, wie wenn sie eine sinnentleerte religiöse Floskel ausspricht. – Auch wenn wir in der Prüfungsstunde unseres Lebens gelehrte religiöse Formeln wiederholen, erhalten wir durch sie keine Antwort. Ohne Herz, ohne Glauben wiederholte Gebete lassen keine Antwort auf die Fragen des Lebens vernehmen.
2. Es wird peinlich. Die Frau lässt nicht locker, denn sie liebt ihre Tochter. Sie lässt sich durch das anscheinende Desinteresse nicht entmutigen. Sie ruft weiter hinter Jesus her und den Aposteln wird es langsam unangenehm. Wie peinlich, dass da hinter ihnen eine Frau nach Jesus ruft! Und sie sind nicht unbedingt daran interessiert, ob sie glaubt oder nicht. Ihnen wird es einfach lästig, dass sie hinterherläuft und schreit. Jetzt reagiert Jesus und sagt: Ich bin nicht zu den Heiden gesandt. Meine Aufgabe ist es, die verlorenen Schafe des Hauses Israel zu retten.
3. Groß ist dein Glaube. Diesen Moment, in dem Jesus stehen bleibt, nutzt die Frau. Sie kommt zu ihm, fällt vor ihm nieder und bittet ganz ehrlich: "Herr, hilf mir." An dieser Stelle scheint es uns, dass Jesus unhöflich ist. Er vergleicht die Heiden mit kleinen Hunden, also mit Wesen, die in ihrer Würde unter den Menschen stehen. Die Frau gibt es zu. Sie widerspricht ihm nicht. Sie hofft, dass vielleicht etwas von den Gaben übrigbleibt, die die Kinder bekommen haben, und dass sie schon mit kleinen Bruchstücken beschenkt wäre. An dieser Stelle ist die Glaubensprüfung zu Ende, und Jesus erkennt an: Frau, dein Glaube ist groß. Denn sie hat ausgehalten: das Schweigen Gottes aufgrund der eingeübten religiösen Formeln. Der Glaube dieser Frau hat die Peinlichkeit der Infragestellung ausgehalten. Die Frau hat sich erniedrigt und anerkannt, dass sie kein Recht darauf hat, dass ihr geholfen wird. Sie erkannte: Wenn ihr Abhilfe geschaffen wird, dann ist es ein reines Geschenk. Sie erkennt das an. Ihr Glaube wurde stark geprüft und ist auch dadurch gewachsen. Jesus erkennt die Größe ihres Glaubens an und belohnt ihn.
Gespräch mit Christus: Jesus, der Glaubensweg der kanaanäischen Frau war hart. Sie musste die Stille des Glaubens, Peinlichkeit und Demütigung erdulden. Bitte hilf mir auf meinem Glaubensweg. Steh mir bei, besonders wenn ich gerade durch Trockenheit und Schweigen gehe. Möge dein Geist mir helfen, wenn ich dich nicht spüre, wenn ich dich nicht höre. Und bitte sei uns Menschen barmherzig, lass nicht allzu lange auf dich warten. Auch wenn du unseren Glauben stärken musst, lass nicht allzu lange auf dich warten.
Vorsatz: Ich werde heute dem Herrn meine Dankbarkeit für alle die Gaben zum Ausdruck bringen.