Donnerstag,
23. Juli 2026
Bleibt in mir
23. Juli 2026
Donnerstag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Birgitta von Schweden, Ordensgründerin, Schutzpatronin Europas
Hl. Liborius von Le Mans, Bischof
Sophie Unglert
Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
Einführendes Gebet: Herr, ich will mit dir verbunden bleiben und eine Rebe sein, die Frucht bringt. Entferne alles in mir, was sich dem entgegenstellt, und forme du mein Herz, damit es fruchtbar wird.
Bitte: Lass mich dir immer näherkommen und ganz nah bei dir bleiben!
1. Der wahre Weinstock. Jesus bezeichnet sich als den wahren Weinstock und seine Jünger als die Reben. Mit diesem Bild beschreibt er eine tiefe Verbundenheit: Die Rebe lebt nicht aus sich selbst, sondern empfängt alles, was sie zum Leben braucht, aus dem Weinstock. So ist auch das Leben des Glaubens kein Werk aus eigener Kraft. Es gründet in der Beziehung zu Christus, aus der Wachstum, Kraft und Frucht hervorgehen. Gerade in einer Zeit, in der vieles von Leistung und Selbstständigkeit geprägt ist, erinnert dieses Bild daran, dass nicht alles aus eigener Anstrengung kommen muss.
2. In seiner Nähe bleiben. "Bleibt in mir und ich bleibe in euch." Diese Worte Jesu klingen wie eine Einladung, nicht wie eine Forderung. Es geht nicht zuerst darum, etwas zu leisten, sondern darum, die Verbindung zu ihm zu bewahren. Wie eine Rebe mit dem Weinstock verbunden bleibt, so darf auch der Mensch aus der Nähe Christi leben. Im Alltag wird diese Verbindung oft von vielen Dingen überlagert: Sorgen, Verpflichtungen oder die Suche nach Sicherheit aus eigener Kraft. Das Wort Jesu erinnert daran, immer wieder zur eigentlichen Quelle zurückzukehren. Wer in Ihm bleibt, muss nicht alles allein tragen.
3. Frucht aus Verbundenheit. Jesus spricht davon, dass die Reben Frucht bringen. Diese Frucht entsteht nicht, weil die Reben die Kraft dazu aus sich selbst heraus besäßen, sondern durch die lebendige Verbindung mit dem Weinstock. Wo diese Verbindung besteht, wächst Leben – oft still und unauffällig, aber dennoch wirksam. Auch im Glauben zeigen sich Früchte nicht immer in großen Taten oder sichtbaren Erfolgen. Stattdessen in Geduld, Vertrauen, Güte oder der Bereitschaft, anderen mit Liebe zu begegnen. Solche Früchte lassen sich nicht erzwingen. Sie wachsen dort, wo Menschen sich von Christus tragen und prägen lassen.
Gespräch mit Christus: Jesus, danke das du uns durch den Weinstock nähren möchtest. Du möchtest, dass wir wachsen und reifen durch die Beziehung zur Dir.
Vorsatz: Ich nehme mir heute besonders Zeit für das Gebet, um in der Gegenwart Jesu zu sein.