Samstag,
11. Juli 2026
Jesu Versprechen
11. Juli 2026
Samstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Benedikt von Nursia, Vater des abendländischen Mönchtums, Schutzpatron Europas
Fest
Br. Raphael Meyer LC
Mt 19,27-29
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben.
Einführendes Gebet: Herr, zu Beginn dieser gemeinsamen Zeit mit dir möchte ich meinen Glauben, meine Hoffnung und Liebe erneuern und so in deine Gegenwart treten.
Bitte: Jesus, zeige mir, wo du in meinem Leben deine Versprechen erfüllen möchtest.
1. Wir haben alles verlassen. Niemand investiert etwas, niemand bringt ein Opfer, wenn er dafür später nicht etwas Besseres zu erlangen hofft. Man lässt also ein gewisses Gut für etwas Besseres. Bestimmt tauscht man auch gern etwas Gutes für etwas noch Besseres ein. Die Fähigkeit, solche Entscheidungen zu treffen, nennen wir Reife. Jemand ist reif, wenn er die Fähigkeit besitzt, das "Jetzt" für die "Zukunft" zu opfern. Wenn er jetzt tut, was er tun muss, und es nicht auf später verschiebt, wird seine Zukunft besser sein als sein Jetzt. Was passiert, wenn man nicht nur dieses oder jenes eintauscht, sondern auf einmal alles, was man besitzt? Jemand, der alles verlässt, hat alles gefunden, nicht nur dieses oder jenes, sondern alles, das Eine. Das Eine gefunden zu haben, bedeutet, im Reich Gottes zu leben und obwohl wir vielleicht nicht viel haben, haben wir dennoch alles.
2. Was werden wir dafür bekommen? Oft ist es überhaupt nicht leicht, Dinge aufzugeben, die uns am Herzen liegen. Es fühlt sich an, als ob sie ein Teil von uns wären, und dieser Teil würde sterben, wenn wir ihn hinter uns lassen. Man kann das "Haus" voll von solchen Dingen haben. Sie können Staub ansammeln und dazu führen, dass wir viel zu bepackt durchs Leben gehen. Die vielen materiellen Dinge können Abhängigkeiten schaffen und uns versklaven. Von solchem Ballast möchte Jesus uns befreien.
3. Das Hundertfache und das ewige Leben Jesus verspricht uns, das Hundertfache zu erhalten und das ewige Leben zu erben. Er sagt jedenfalls nicht, wann er sein Versprechen einlöst. Eins ist sicher. Das Christentum ist keine Religion, in der man sein Leben lang im Tal der Tränen wandern muss, bis man irgendwann dann den Himmel erbt. Das Christentum ist eine Beziehung mit einem liebenden Vater, der mir schon auf dieser Welt das Hundertfache verspricht. Hundertfach Vater, Mutter, Kinder, Äcker. Wer Sohn im Reich Gottes ist, macht die Erfahrung, dass alles für ihn geschaffen wurde. Deshalb muss er sich nicht an die materiellen Dinge klammern, er kann frei davon sein Sohn-sein genießen. Wenn sich in deinem Leben diese Sicherheit oder Freude noch nicht eingestellt hat, solltest du vielleicht mehr von Herrn erwarten.
Gespräch mit Christus: Lieber Vater, du bist gut und ich möchte auf dein Versprechen vertrauen. Öffne mir die Augen, um zu sehen, wie du dein Versprechen hältst.
Vorsatz: Heute mache ich eine Liste von den Dingen, an denen ich hänge, die ich aber überhaupt nicht brauche.