Samstag,
4. Juli 2026
Jesus will uns erneuern
4. Juli 2026
Samstag der dreizehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Ulrich, Bischof
Hl. Elisabeth von Portugal, Königin
Rolf Oehmichen
Mt 9,14-17
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes’ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten. Niemand setzt ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt doch wieder ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt man nicht jungen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind unbrauchbar. Jungen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten.
Einführendes Gebet: Jesus Christus, mein Herr und mein Gott, ich nehme mir jetzt Zeit, um mit dir zu sein, auf dich zu hören und dein Wort in mein Herz aufzunehmen. Ich möchte jetzt nur auf dich schauen.
Bitte: Herr, nimm alles von mir, was mich hindert, ganz bei dir zu sein, und gib mir alles, was ich brauche, um dir nahe zu kommen. Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.
1. Das Fasten und Jesus. Fasten ist etwas Gutes und ist fest verankert in der christlichen Tradition. Es dient als Zeit zur Reue, Buße und dem Sich-frei-machen für Gott. Ein Hochzeitsfest ist aber kein Zeitpunkt für Trauer oder Verzicht – sondern für Freude und Ausgelassenheit. Solange der Bräutigam da ist, wird gefeiert! Für die Jünger Jesu zählte damals weder die Vergangenheit noch die Zukunft, sie standen in der Freude des gegenwärtigen Heils. Solange Jesus da war, war Festzeit, nicht Zeit des Fastens. Jesus macht deutlich: Mit ihm ist etwas völlig Neues angebrochen. Gottes Nähe ist nicht mehr nur Hoffnung, sondern Gegenwart.
2. Jesus will uns erneuern. Dann spricht er vom neuen Wein, der nicht in alte Schläuche gefüllt werden darf. Der neue Wein steht für das lebendige, kraftvolle Wirken Gottes in Jesus Christus. Alte Schläuche – das sind starre Gewohnheiten, festgefahrene religiöse Formen oder Denkweisen, die keinen Raum mehr für Veränderung lassen. Jesus hält nichts von "Flickarbeit"; es ist notwendig, die Welt, d.h. die Menschen, von Grund auf zu erneuern.
3. Fragen an mich. Glaube ist nichts Statisches. Gott wirkt immer wieder neu – manchmal überraschend, manchmal herausfordernd. Die Frage ist: "Bin ich bereit, mich verändern zu lassen?" Oder halte ich so sehr an dem, "was ich kenne", fest, dass ich das Neue verpasse? Vielleicht gibt es in meinem Leben "alte Schläuche": Routinen, Vorstellungen oder Sicherheiten, die mir Halt geben – aber mich auch eingeengt haben? Jesus lädt ein, offen zu werden für das Neue, das er uns schenken will. Ich frage Jesus: Wo halte ich an alten Mustern fest, obwohl Gott mich weiterführen möchte? Was könnte "der neue Wein" in meinem Leben sein?
Gespräch mit Christus: Herr, schenke mir ein offenes Herz für dein Wirken. Hilf mir, Altes loszulassen, wo es mich einengt, und bereit zu sein für das Neue, das du in mein Leben legen willst. Amen.
Vorsatz: Ich möchte heute das tun, was Jesus mir zeigt, auch wenn ich nicht weiß, was daraus werden wird.