Dienstag,
30. Juni 2026
Ich bin da!
30. Juni 2026
Dienstag der dreizehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Otto, Bischof, Glaubensbote
Hl. Märtyrer der Stadt Rom
Rolf Oehmichen
Mt 8,23-27
In jener Zeit stieg Jesus in das Boot und seine Jünger folgten ihm nach. Und siehe, es erhob sich auf dem See ein gewaltiger Sturm, sodass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein. Die Menschen aber staunten und sagten: Was für einer ist dieser, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?
Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich möchte von dir lernen, nie mutlos zu werden, sondern dir auch zu vertrauen, wenn alles dagegenspricht.
Bitte: Herr, nimm alles von mir, was mich hindert, ganz bei dir zu sein, und gib mir alles, was ich brauche, um dir nahe zu kommen. Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.
1. Die Situation. Im heutigen Evangelium fährt Jesus mit seinen Jüngern über den See. Plötzlich kommt ein gewaltiger Sturm auf. Die Wellen schlagen ins Boot und es läuft voll. Doch Jesus schläft. Die Jünger, auch wenn sie erfahrene Fischer waren, geraten in Panik: "Herr, rette uns, wir gehen unter!" Sicher ist es eines der besten Dinge: Wenn ich in Not komme, dann rufe, ja schreie ich nach Jesus. Jesus aber antwortet: "Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?" Dann steht er auf, droht Wind und Wellen – und es wird ganz still.
2. Jesus ist immer bei uns. Diese Szene wirkt fast widersprüchlich: Während das Chaos herrscht, schläft Jesus. Während die Jünger verzweifeln, bleibt er ruhig. Doch genau darin liegt die Botschaft: Auch wenn es sich so anfühlt, als wäre Gott fern oder untätig. Er ist da! Er ist um uns! Und er hat Macht über das, was uns bedroht.
3. Vertrauen auf Jesus. Auch wir erleben "Stürme": Sorgen, Unsicherheit, Überforderung. Situationen, in denen wir das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Und manchmal scheint es, als würde Gott das gar nicht mitbekommen. Er schweigt scheinbar. Doch die Geschichte lädt ein, umzudenken: Nicht die Größe des Sturms ist entscheidend, sondern die Gegenwart Jesu im Boot meines Lebens. Vertrauen heißt nicht, dass es keine Stürme gibt – sondern dass ich mitten darin nicht allein bin. Traue ich Jesus zu, dass er auch in den Stürmen meines Lebens gegenwärtig ist und alles in der Hand hat – selbst, wenn ich ihn nicht spüre?
Gespräch mit Christus: Herr, in meinen Stürmen werde ich oft von Angst überwältigt. Hilf mir, dir zu vertrauen, dass du mir deine Kraft gibst, die Stürme meines Lebens, gemäß deinem Willen, zu bewältigen. Lass mich spüren, dass du bei mir bist – auch wenn alles um mich herum unruhig ist. Gib, dass ich lerne, dir ganz zu vertrauen und bei Dir meine Angst abzugeben. Amen.
Vorsatz: Wenn mich das nächste Mal wieder mein Mut verlässt, werde ich fest auf Jesus schauen und eventuell den Psalm 23 beten.