Mittwoch,
24. Juni 2026
Rettung und Erlösung in Zeiten der Not
24. Juni 2026
Geburt des hl. Johannes des Täufers
Hochfest
Dr. Christoph Kunkel
Lk 57-66.80
Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharías geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.
Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir für meine Geburt und den Namen, den mir meine Eltern in der Taufe gegeben haben. Mein Vater hat den Krieg überstanden, meine Mutter die Bombennächte. So konnte ich werden, und so wurde ich "Christoph" getauft, um fortan das Christuskind durchs tiefe Wasser zu tragen.
Bitte: Lass mich, Herr, meinen Glauben an und in Jesus Christus durch den Strom der Zeit tragen.
1. Ein Engel kündigt die Geburt an. Welch dauerhaft von Wundern durchzogene Geschichte erzählt sich hier in der Geburt des Johannes im Lukas-Evangelium. Es ist ein Engel -wie auch bei Mariae Verkündigung-, der Zacharias die frohe Botschaft, dass seine Frau einen Sohn gebären wird, verkündet. Das kann er kaum glauben: Er und seine Frau, sie sind doch schon betagt. Und wegen dieses Zweifels wird Zacharias vom Engel zum Verstummen gebracht.
2. Das Wunder des Gehorsams. Nach der Niederkunft dieser "älteren " Gebärenden Elisabet will man anlässlich der Beschneidung des Neugeborenen dessen Namen erfahren. Man vermutet, wie es so üblich ist, dass das Kind den Namen des Vaters Zacharias erhalten müsse. Stumm, aber wissend, schreibt der Vater nun den Namen "Johannes" auf ein Täfelchen, denn das ist ihm vom Heiligen Geist gesagt worden. Nach dieser schriftlichen Äußerung kann er plötzlich wieder sprechen. Und merkwürdig, unabhängig vom Vater gibt auch Elisabet -ein Engel sagt es ihr so- den Namen des Kindes mit "Johannes" an.
3. Israel in der Krise. Ist es nicht unfassbar, dass in einer Zeit der politisch-gesellschaftlichen Zerrüttung, die später zur tragischen Aufspaltung des Volkes Israel mitsamt der Zerstörung seines Tempels führen wird, diesem Volk Jesus und Johannes in der gleichen Zeitspanne geschenkt werden? Ständig römisch erobert und ausgebeutet, glaubt die Priesterschaft durch rigoroses regelhaftes Einhalten der mosaischen Gesetze dem Volk Israel Sicherheit und Ordnung zu geben. Bis zur Erbarmungs-losigkeit fordern sie Gehorsam. Gott, der diesem Volk nahe ist, dem Volk, dem er als erstes seine allerheiligste Alleinstellung verkündet hat, schickt er einen Täufer und Seinen Sohn. Sie sollen aus der Regelerstarrung herausführen, nicht in einer Volksbewegung, sondern durch die Verkündung eines Reiches, das über allem steht.
Gespräch mit Christus: Wie seinerzeit einige Jünger, so fordere ich dich, Herr Jesus, öfters zu politischer Aktion, zu sichtbarem Wandel von Unrecht auf. Ach, und ich weiß doch, dass du auf anderen Wegen in die Welt hineinwirkst: durch den Heiligen Geist, der aus jedem Guten spricht und so zum Wandel verhilft.
Vorsatz: Meine Taufe hat mich zu einem Kind Gottes gemacht. Immer wieder will ich versuchen zu zeigen, dass ich durch diese Taufe in Gedanken und Taten am Reich Gottes mitwirken möchte.