Montag,
22. Juni 2026
Statt Entrüstung: Abrüstung
22. Juni 2026
Montag der zwölften Woche im Jahreskreis
Hl. John Fischer, Bischof, Märtyrer
Hl. Paulinus von Nola, Bischof
Hl. Thomas Morus, Märtyrer
Dr. Christoph Kunkel
Mt 7,1-5
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!
Einführendes Gebet: "... und deinen Nächsten wie dich selbst. Wie enttäuscht von der Welt muss ich sein in mir, da ich meinen Nächsten spontan so oft nur tadele und verachte. Herr, hilf mir aus dieser Falle heraus.
Bitte: Hilf mir, Herr, mit der Umkehr bei mir selbst anzufangen.
1. Den Dynamismus aus Angst vor dem Tod stoppen. Wie oft am Tag findet man das Verhalten und Auftreten des anderen verurteilbar und tadelnswert. Und, bitte, meine Maßstäbe sind doch richtig, weder ungerecht noch anmaßend! … So manches hinterlässt uns im Ärger, mit Hass und Verachtung … gegen wen eigentlich? An dieser Schwelle halte ich in letzter Zeit häufiger inne und bete leise, Gottvater möge mir die Gnade des Barmherzigseins schenken.
2. Leiser Wandel und Rückfälle. Dieses "Herausgehen" stimmt mich versöhnlicher und lässt mich meine Selbstgerechtigkeit verstehen. Indem ich sie vor Gott trage, schafft es verzeihenden Frieden ... wenn’s mir wieder mal gelingt. Man könnte das auch als Psychohygiene bezeichnen. Doch wie steht es, wenn ich "die Nachrichten" sehe: Schnell versprüht sind da Hass, Wut, Verachtung. Da bin ich misstrauisch gegen jedes Wort, jede Geste ... denn ich durchschaue es mal wieder, und die Frage entsteht sehr rasch: Wieso lässt Gott das alles zu? So habe ich, wenn ich nicht aufpasse, den Kreis der Verurteilten schnell stattlich vergrößert.
3. Gottes weites Herz schenkt uns Freiheit. Daran schuld ist eigentlich meine Verzweiflung darüber, dass ich Gottes Liebe und Größe nicht ermessen kann. Er schenkt uns aus Liebe Freiheit, mit allen Folgen des sündhaften Handelns durch uns. Und in allen kleinen wie großen Situationen bietet er darüber hinaus barmherziges Umkehren. Seine Wege sind unbegreiflich groß und weit.
Gespräch mit Christus: Gottvater, ich bitte dich um Vergebung, damit ich meinen Nächsten besser lieben, verstehen, ihm verzeihen kann, um aus der hoffnungslosen Furcht vor dem Ende zu kommen.
Vorsatz: Mein Gegenüber anschauen und seine Gotteskindschaft erfühlen, suchen und verstehen, innerlich abrüsten und Frieden schließen.