Tägliche Meditationen
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Samstag,
20. Juni 2026

Auf Gott vertrauen

20. Juni 2026

Samstag der elften Woche im Jahreskreis

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Mt 6,24-34
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott diene und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Sálomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, wie viele Dinge füllen meinen Kopf — Pläne, Ängste, Fragen, Sorgen. Ich trage so vieles mit mir herum. Heute lade ich dich ein, in diese Unruhe hineinzukommen. Nicht um alles zu lösen — sondern damit ich wieder weiß: Du bist da. Du sorgst für mich. Ich bin in deinen Händen, ich bin dein geliebtes Kind. Amen.

Bitte: Ich bete für meinen Papa und alle Väter, um gute Beziehungen zu ihren Kindern: um Vertrauen und Liebe in den Familien.

1. Unsere Sorgen — der heimliche Herr. "Niemand kann zwei Herren dienen." Jesus beginnt nicht mit den Vögeln und den Lilien — er beginnt mit einer harten Wahrheit: Ich habe einen Herrn. Ob ich es will oder nicht. Die Frage ist nur: welchen? Sorgen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind ein Zeichen, dass etwas in mir die Kontrolle übernommen hat. Wenn ich mich um etwas sorge, gebe ich ihm Macht über mich. Wenn die Sorge um Geld, um Gesundheit, um Zukunft mein Denken beherrscht — dann dient ihr mein Herz. Dann ist sie mein heimlicher Herr: "Sorgt euch nicht um euer Leben … Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?"— Mt 6,25. Jesus sagt das nicht, weil diese Dinge unwichtig wären. Er sagt es, weil er uns daran erinnert: Du bist mehr als das. Dein Leben hat eine Würde, die kein Mammon kaufen und keine Sorge sichern kann. Und dann: die Vögel, die Lilien. Nicht als romantisches Bild — sondern als Argument. Wenn Gott sich um das Kleinste kümmert, wie sollte er dann dich vergessen? "Wirft alle eure Sorgen auf ihn; denn er kümmert sich um euch."— 1 Petr 5,7. Was sind meine größten Sorgen im Moment? Welchem "Herrn" diene ich – offen oder heimlich — was beschäftigt mein Herz mehr als Gott? Kann ich diese Sorgen heute konkret in seine Hände legen?

2. Die einzige Sorge — Gott suchen. Mitten in all dem sagt Jesus einen einzigen positiven Satz — und er ist der Schlüssel zum ganzen Evangelium: "Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben."— Mt 6,33. Zuerst. Nicht ausschließlich. Nicht statt alles anderen. Sondern zuerst. Die Reihenfolge verändert alles. Wenn Gott zuerst kommt, dann rücken die anderen Dinge in die richtige Perspektive. Sie verlieren ihre Macht über mich — nicht, weil sie verschwinden, sondern weil ich weiß, was wirklich zählt. Die heilige Marta war so beschäftigt mit dem Dienst, dass sie das Wichtigste vergaß. Und Jesus sagte ihr sanft: "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühe. Aber nur eines ist notwendig."— Lk 10,41–42. Dies Eine: bei Christus zu sein. Ihn zu suchen. Den Rest — ihm zu überlassen. – Kommt Gott wirklich in meinem Alltag an erster Stelle — in meiner Zeit, in meinen Gedanken, in meinen Entscheidungen? Oder füge ich ihn ein, wenn noch Platz ist? Wir können Gott wirklich in unseren Alltag einladen und sehen, wie Er alles neu macht, in uns und durch uns.

3. Sorgen: Nein! — Hingabe: Ja! Vorsicht: Jesus sagt nicht, wir sollen faul sein. Die Vögel des Himmels sorgen sich nicht — aber sie fliegen, suchen, bauen. Die Lilien arbeiten nicht — und doch wachsen sie, entfalten sich, blühen. Es gibt einen feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Sorge und Hingabe. Sorge lähmt — sie dreht sich im Kreis, verbraucht Energie, löst nichts. Hingabe und Mühe handeln — sie tun das Mögliche und überlassen das Unmögliche Gott. "Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage."— Mt 6,34. Das ist kein Pessimismus — das ist Realismus der Freiheit. Tu jetzt das Gute, das heute möglich ist. Das Morgen gehört Gott. Das Gestern ist vorbei. Nur dieser Moment ist meiner. Hier und jetzt. Das ist keine Ausrede, um träge sein zu dürfen. Es ist die Haltung eines Menschen, der weiß: Ich bin nicht allein. Ich arbeite — und Gott wirkt. Wo sorge ich mich, anstatt zu handeln? Und wo handle ich, ohne Gott hineinzulassen? Kann ich jetzt das Gute tun, das heute möglich ist — und den Rest loslassen? Ich will den Moment der Gnade, der hier und jetzt an mir vorübergeht, die Gegenwart, nicht verlieren.

Gespräch mit Christus: Herr, ich bringe dir heute meine Sorgen. Nicht weil ich sie loswerden will, sondern weil ich erkenne: Ich trage sie schon zu lange allein. Du hast die Vögel nicht vergessen. Du hast die Lilien gekleidet. Und du hast mich beim Namen gerufen. Hilf mir, heute zuerst dein Reich zu suchen. Nicht nach allem anderen — zuerst. Und dann: das Gute zu tun, das heute möglich ist. Und den Rest — dir zu überlassen. Ich vertraue dir, Herr. Auch wenn es schwerfällt. Deswegen bete ich mit deinem Sohn, als dein Kind: Vater Unser …

Vorsatz: Ich identifiziere eine Sorge, die ich in mir trage, und übergebe sie bewusst an Gott — in einem einfachen Satz: "Herr, Ich lasse sie (die konkrete Sorge) in deinen Händen." Amen.

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