Dienstag,
5. Mai 2026
Jesus - Friedensfürst
5. Mai 2026
Dienstag der fünften Woche nach Ostern
Hl. Godehard, Bischof
Melanie Zoll - Gottgeweihte Frau des Regnum Christi
Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.
Einführendes Gebet: Jesus, wie kann ich heute dein Wort hören und danach leben? Wenn dein Wort in mein Herz und dort auf guten Boden fällt, wird es keimen und Frucht bringen.
Bitte: Herr, öffne die Ohren meines Herzens, mach mich empfänglich für dein Wort.
1. Meinen Frieden gebe ich euch. Die Engel verkünden bei Jesu Geburt den Hirten den Frieden auf Erden; Jesus verspricht vor seinem Sterben seinen Jüngern den Frieden und jede Auferstehungsszene beginnt mit: "Der Friede sei mit euch". Jesu Friede wird mir als lebendige Gegenwart der Liebe Gottes in meinem Herzen geschenkt. Der Friede ist die Frucht dessen, dass Gott in mir wohnt. Es wäre genug, wenn du dich für den Rest des Gebets bemühtest, auf Gottes Gegenwart in dir aufmerksam zu werden. Ein Weg ist, die Augen zu schließen und dich auf deinen Atem zu konzentrieren. Zu spüren, wie der Atem durch die Nasenlöcher ein- und ausströmt. Wenn wir uns auf den Atem konzentrieren, werden die Gedanken weniger. Wenn es still in dir geworden ist, lenke deine Aufmerksamkeit vom Atem auf Gott, der in dir ruht, der dich voller Liebe anschaut und sagt: "Der Friede sei mit dir." Und empfange seinen Frieden.
2. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Jesus drückt uns durch diese Worte aus, dass er uns sieht und unsere Gefühle kennt. Er kennt sie alle, er hat sie gefühlt und möchte sie mit uns, in uns leben. Oft haben wir Angst, weil wir nicht wissen, was uns erwartet oder dass die Erwartungen so hoch sind, dass wir sie nicht erfüllen können. Wir können das Gefühl der Angst nicht unterdrücken, oder sagen: "Ich entscheide mich, Angst nicht zu fühlen". Aber vielleicht lädt Christus uns ein, diese menschliche Angst als Teil unseres Lebens anzunehmen, uns von ihr nicht aufhalten zu lassen, Gott zu suchen und ihn zu finden. Wenn wir Angst empfinden, dürfen wir auf Jesus vertrauen, ihm unsere Angst hinhalten, aufmerksam sein auf Gottes Gegenwart in uns, die unser Herz beruhigen wird. "Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes" (Röm 8,39), auch nicht Gefühle oder Situationen der Angst.
3. Ich gebe mich freiwillig hin – der Herrscher der Welt hat keine Macht über mich. Im letzten Abschnitt des Tagesevangeliums öffnet uns Jesus sein Herz im Blick auf sein Leiden und Tod. Er sagt seinen Jüngern die Zukunft voraus, aber sie können seine Worte erst nach der Auferstehung erfassen. Sie zeigen Jesu Herz, dass entschieden ist, den Vater zu lieben und dementsprechend zu handeln. Jesus weiß um den Leidensweg, der auf ihn wartet, und sagt zugleich: "Der Herrscher der Welt hat keine Macht über mich". Mit anderen Worten, im Kreuz herrscht das Böse nicht über Jesus, es ist auch kein Unfall, sondern die bejahte und gewollte Erlösung der Menschen. In seiner Angst und im Leiden wird Jesus vom Vater gehalten und getragen. Er vermag Gottes Liebe nicht zu fühlen, aber ist sich ihrer gewiss: "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist". Jesus lässt sich von seiner Angst nicht aufhalten, sondern gibt sein Leben für seine Freunde, in Liebe zum Vater ganz hin.
Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du hast durch dieses Evangelium dein Herz mit uns geteilt. Als Sohn, ruhst du am Herz des Vaters und bist zutiefst geliebt und eins mit dem Vater. Diese Liebe lässt dich alles überwinden und treibt dich, uns zu erlösen und an dich zu ziehen.
Vorsatz: Jesus Christus, nimm mich hinein in diese Dimension der Liebe. Wenn ich Angst empfinde, möchte ich sie annehmen, mich aber nicht von ihr abhalten lassen, dich zu suchen und deiner Stimme zu folgen.