Montag,
27. April 2026
Der Gute Hirt
27. April 2026
Montag der vierten Woche nach Ostern
Hl. Petrus Canisius, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Johanna Siemens
Joh 10,11-18
In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Einführendes Gebet: Jesus, mein Guter Hirte, heute komme ich in deine Gegenwart, um dein Herz tiefer und besser kennenzulernen.
Bitte: Bitte schenke mir die Gnade, immer wieder zu verstehen, was es bedeutet, dass du bereit bist, dein Leben für mich hinzugeben.
1. Der Gute Hirt gibt sein Leben hin. Im Nahen Osten, einem Kulturkreis, der noch sehr von Nomaden und Schafherden geprägt ist, stellt die Herde den Lebensunterhalt vieler Familien dar. Die Herde oder manchmal auch nur ein Schaf zu verlieren, kann den Tod oder die endgültige Verarmung einer ganzen Familie bedeuten. Mithin ist die Verantwortung des Hirten sehr groß und er ist auch bereit, sein eigenes Leben für seine Herde aufzuopfern, damit sie und seine Familie leben können.
2. Der bezahlte Knecht lässt die Schafe im Stich. Wer seine Arbeit nur um des Lohnes willen verrichtet, ist natürlich nicht bereit, sein eigenes Leben für die Schafe einzusetzen. Denn was hätte der Knecht davon? Statt seiner Familie zu helfen, würde er seine Kinder als Waisen zurücklassen. Das, was uns wirklich zur Großzügigkeit bewegt, ist die Liebe. Sie macht uns bereit, die größten Opfer auf uns zu nehmen. Mit diesem Gleichnis zeigt uns Jesus, wie groß seine Liebe zu jedem Einzelnen von uns ist. Und zwar nicht nur durch schöne Worte, sondern vor allem auch durch seine Hingabe bis in den Tod.
3. Niemand entreißt es mir. Das besonders Bemerkenswerte ist, dass Jesus sein Leben in vollkommener Freiheit für uns hingibt. Das sah zwar in der Passion nicht so aus, denn es schien, als ob seine Hinrichtung ein unabwendbares Schicksal wäre. Aber Jesus war in jedem Augenblick frei und hätte dieses Schicksal im Handumdrehen wenden können. Auch wir sind frei, unser Leben hinzugeben oder nicht. Nicht weil wir die Macht Gottes hätten, unser Schicksal zu wenden, sondern weil wir frei sind, die Umstände unseres Lebens mit Liebe anzunehmen oder uns gegen sie aufzulehnen. Wenn wir sie in Freiheit akzeptieren, erfahren wir Frieden, selbst im tiefsten Leid und in den größten Herausforderungen.
Gespräch mit Christus: Jesus, oft verhalte ich mich wie ein bezahlter Knecht, der nur seine Pflichten erfüllt. Schenke mir die Gnade, mein Leben immer mehr in Liebe und Freiheit zu leben. – Welche Situationen gibt es in meinem Leben, die ich noch nicht angenommen habe, gegen die ich mich sträube oder vor denen ich Angst habe?
Vorsatz: Heute möchte ich einen Akt des Vertrauens und der Hingabe erwecken, denn alles, was der Vater in meinem Leben zulässt, kann zum Guten gereichen, wenn ich davor nicht davonlaufe, sondern es in Freiheit annehme.