Montag,
9. März 2026
Vertraut und doch fremd
9. März 2026
Montag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Bruno von Querfurt, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
Hl. Franziska von Rom,Ordensgründerin
Sophie Frank
Lk4,24-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elíja, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elíja gesandt, nur zu einer Witwe in Sarépta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elíscha. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Náaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg.
Einführendes Gebet: Jesus, manchmal meine ich zu erahnen, wer du bist, oder meine, dich zu kennen. Und dann überraschst du mich wieder aufs Neue, um zu zeigen, dass du unsere Gedanken übersteigst, dass du viel größer bist, als ich es je erahnen könnte.
Bitte: Führe du mich näher zu dir und lass meinen Glauben an dich wachsen.
1. Wenn Vertrautheit blind macht. Die Menschen in Nazaret kennen Jesus seit seiner Kindheit. Gerade das macht es ihnen so schwer, ihm wirklich zuzuhören und seine Rede anzunehmen. Auch in meinem Alltag kann das Vertraute mir den Blick verstellen: Man meint zu wissen, wer jemand ist – oder auch wie Gott handelt - und bleibt dabei stehen. Wo habe ich manchmal vielleicht eigene Erwartungen und Vorstellungen und lasse dadurch keinen Raum für Neues?
2. Weiter als gedacht. Jesus erinnert daran, dass Gott oft anders wirkt, als ich es erwarte. Die Beispiele aus der Schrift zeigen: Gott lässt sich nicht festlegen und gibt sich nicht menschlichen Grenzen oder Ansprüchen geschlagen. So darf auch ich immer wieder lernen und darin wachsen, für die überraschenden Wege Gottes offen zu bleiben.
3. Ablehnung aushalten. Die Reaktion der Menschen schlägt in Ablehnung und Zorn um. Was unbequem ist, wird zurückgewiesen. Doch Jesus ist unbeirrt von der Reaktion der Menge. Er kennt seine Prinzipien und die Wahrheit und geht seinen Weg. Auch ich erlebe immer wieder Ablehnung in meinem Leben und erfahre, dass mein Glaube und meine Überzeugungen nicht immer auf Zustimmung stoßen. Manchmal bedeutet Vertrauen auch, den Widerstand auszuhalten und den eigenen Weg ruhig und entschlossen weiterzugehen und zu wissen: Gott geht ihn mit mir.
Gespräch mit Christus: Guter Gott, ich danke dir, dass du mir immer wieder aufs Neue zeigst, wie groß du bist. Und dass deine Gedanken meine übersteigen. Hilf mir, dir immer mehr zu vertrauen und mutig für meinen Glauben einzustehen.
Vorsatz: Ich möchte heute bewusst und aufmerksam meinen Mitmenschen zuhören, auch wenn mir ihre Meinung oder Sichtweise fremd ist.