Freitag,
20. Februar 2026
Fasten aus Liebe zum Bräutigam
20. Februar 2026
Freitag nach Aschermittwoch
Hl. Jacinta Marto, Seherkind von Fatima
P. João Paulo Jäger LC
Mt 9,14-15
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes’ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten.
Einführendes Gebet: Herr Jesus, du bist der Bräutigam meiner Seele, der mich zur Freude des Himmels einlädt. Doch in dieser Fastenzeit will ich lernen, dich tiefer zu lieben, auch in der Stille, im Verzicht, im Warten. Lehre mich, das Fasten nicht als bloße Pflicht zu leben, sondern als Ausdruck der Sehnsucht nach dir.
Bitte: Herr, schenke mir ein Herz, das dich sucht. Lass mein Fasten nicht leer oder äußerlich sein, sondern erfüllt von Liebe zu dir, der für mich gelitten hat und der mein Leben erneuern will.
1. Das Fasten und die Gegenwart des Bräutigams. Jesus nennt sich selbst den "Bräutigam", ein starkes, zärtliches Bild. In ihm hat Gott sich mit den Menschen verbunden, wie ein Bräutigam mit seiner Braut. Solange er unter seinen Jüngern war, war alles Freude, weil Gott selbst gegenwärtig war. Das Fasten passt nicht zur Feier einer Hochzeit. Doch Jesus kündigt an: "Es werden Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein." Diese Worte verweisen auf sein Leiden und Sterben. Die Fastenzeit ist genau jener Moment, in der die Kirche den Schmerz dieser Abwesenheit spürt – nicht, weil Christus wirklich fern wäre, sondern weil wir unser Herz wieder auf ihn ausrichten sollen, um die Freude seiner Gegenwart neu zu entdecken.
2. Fasten als Ausdruck der Liebe. Fasten ist nicht in erster Linie ein äußerlicher Verzicht, sondern eine Sprache der Liebe. Wenn jemand, der liebt, den Geliebten vermisst, spürt er innerlich eine Leere und diese Leere ist das, was wir in der Fastenzeit Gott hinhalten. Wir verzichten, weil wir etwas Größeres begehren: seine Nähe. So wird das Fasten ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Bräutigam. Jede Entbehrung, jedes Opfer wird zu einem stillen "Ich liebe dich" zu Jesus. Die Pharisäer und Jünger des Johannes verstanden Fasten als Pflicht; Jesus verwandelt es in Beziehung. Fasten geschieht nicht in Trauer darüber, dass man das Gesetz erfüllen muss, sondern weil man die Liebe erwartet.
3. Der Bräutigam ist da – und doch verborgen. Auch wenn Jesus vom Himmel her gegenwärtig bleibt, erleben wir oft Zeiten, in denen wir ihn nicht spüren. In solchen Momenten erinnert uns das Fasten daran, dass wir Pilger sind, unterwegs zum Hochzeitsmahl des Himmels. Wir lernen, auf ihn zu warten, zu hoffen und treu zu bleiben. Die Askese reinigt unser Herz von allem, was uns von der Freude seiner Gegenwart trennt. Wenn wir fasten, sagen wir Gott: "Du allein genügst mir." Und das ist die tiefste Freude, die das Herz kennen kann.
Gespräch mit Christus: Jesus, mein Bräutigam, manchmal fühle ich mich fern von dir. Doch du rufst mich, in der Stille und im Verzicht deine Gegenwart tiefer zu suchen. Ich danke dir, dass du mich lehrst, aus Liebe zu fasten, nicht aus Zwang. Lass mein Herz in dieser Fastenzeit in Sehnsucht nach dir wachsen, bis du mich ganz erfüllst.
Vorsatz: Ich will heute bewusst ein kleines Opfer bringen: beim Essen, in meiner Bequemlichkeit oder in meinen Worten als Ausdruck meiner Liebe zu Christus, dem Bräutigam meiner Seele.