Donnerstag,
22. Januar 2026
Wahrer und mystischer Leib Christi
22. Januar 2026
Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon, Märtyrer
Valérie van Nes
Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, manchmal meditiere ich darüber, wie es wohl wäre, wenn ich zu Deiner Zeit gelebt hätte, als Du noch auf Erden gewandelt bist. Ich könnte mich an Deiner wunderschönen Gestalt und Deiner wunderbaren Ausstrahlung nicht satt fühlen. Oh, wie würde ich mich danach sehnen, Deinen Körper ehrfurchtsvoll zu berühren, zu der Zeit, als Du noch auf Erden lebtest.
Bitte: Herr, ich bin sicher, ein einziger Blick von Dir genügt, um Menschen zu heilen. Sieh mich an! Berühre mich! Heile mich!
1. Wahrer Leib und mystischer Leib. Der wahre Leib Jesu, als er noch auf Erden lebte, ist identisch mit dem Leib Christi, der Kirche. "Saul, Saul, warum verfolgst du mich" und "Wer Euch hört, der hört mich." Wenn ein Priester heilige Handlungen vollzieht, die Sakramente feiert, dann handelt er "in persona Christi capitis" (lateinisch für "in der Person Christi, des Hauptes"): der Priester leiht Jesus seine Stimme, seine Hände, seinen ganzen Körper. Beispielsweise spricht der Priester bei den Absolutionsworten: "Ich spreche dich los von deinen Sünden", weil er als "alter Christus" spricht (lateinisch für "ein anderer Christus"). Und der Priester duzt mich deshalb dabei (weil Jesus mich duzt), auch wenn der Priester mich im normalen Leben siezt.
2. Heilige Handlungen. Durch die Taufe haben wir Anteil am allgemeinen Priestertum Christi. Wenn Eheleute also "heilige Handlungen", wie beispielsweise den ehelichen Geschlechtsakt vollziehen, sind sie ein Abbild der Beziehung zwischen Christus und seinem Leib, der Kirche. "Oder habt Ihr etwa vergessen, dass Euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in Euch wohnt, und den Ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht Euch selbst." "Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." Auch Segnungen, die von Laien ausgesprochen werden, sind heilige Handlungen, zu denen sie kraft ihrer Taufe befähigt sind.
3. Ex opere operato - ex opere operantis. Wenn ein Priester ein Sakrament spendet, dann ist es garantiert wirksam, weil Jesus Christus selbst es durch den Priester spendet - unabhängig von der persönlichen Heiligkeit des Priesters. Wenn die Wirksamkeit von Handlungen (wie z.B. einem Befreiungsgebet) jedoch von der Einstellung des Spenders bzw. Empfängers abhängt, nennt man das hingegen eine Wirksamkeit "ex opere operantis" (im Vollzug des Handelnden begründet).
Gespräch mit Christus: Herr, es gibt heilige Handlungen, die per se heilig sind (Sakramente, Weihen, Segnungen). Wir aber sollen als Christen unseren Leib als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darbringen, also jede Handlung als einen Gottesdienst betrachten: "Heiligt Euch" und "Seid heilig, denn ich bin heilig." Unser ganzer Lebenswandel soll heilig sein, denn wir sind durch die Taufe Glieder der Kirche, Glieder des mystischen Leibes Christi. Mir ist bewusst, Herr, dass ich das nur als Geschenk empfangen kann.
Vorsatz: Herr, in einem Gebet heißt es: "Du hast keine Augen, nur unsere Augen". Und in einem Weihnachtslied heißt es: "In Deine Liebe versenken, will ich mich ganz hinab." Herr, ich nehme mir vor, mich zu heiligen. All meine Handlungen sollen heilige Werke werden - mit Deiner Hilfe. Damit, wer in meine Augen blickt, in die Augen meines Herrn blickt und damit sich mein Gegenüber in meinem Blick in Deine Liebe versenken kann. Konkret nehme ich mir die Challenge vor, täglich Gewissenserforschung zu machen und vorerst wöchentlich zu beichten, damit ich einen reinen Blick bekomme. Damit, wer mich sieht, Dich sieht.