Dienstag,
20. Januar 2026
Jesus, unser aller Souverän
20. Januar 2026
Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian, Papst, Märtyrer
Hl. Sebastian, Märtyrer
Valérie van Nes
Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten, wie er zur Zeit des Hohepriesters Ábjatar in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus sagte zu ihnen: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, die Pharisäer legten das Ährenabreißen der Jünger als eine am Sabbat verbotene knechtische Arbeit aus. Du hättest diese objektive Fehleinschätzung leicht abbügeln können, aber Du zeigst den Pharisäern mit einer theologisch zunächst rätselhaft wirkenden Bibelstelle, wer hier der souveräne Chef im Ring ist.
Bitte: Die Pharisäer wollten Jesus mit ihrer kleinkarierten Argumentation als Gesetzesbrecher darstellen. Bitte lass mich niemals kleinkariert argumentieren und damit anderen ein Ärgernis geben!
1. Abjatar und David. In besagter, von Jesus erwähnter Bibelstelle (1 Sam 21,2-7) überreichte der Priester Achimelech dem späteren König David die vor der Bundeslade stehenden Schaubrote, die aber niemand essen durfte, außer den Priestern. David war aber kein levitischer Priester, sondern gehörte zu dem Stamme Juda. Machte er sich - und mit ihm seine Kameraden - einer schweren Sünde schuldig? Offensichtlich nicht. Sonst hätte sich auch der Priester Acjimelech schwer versündigt, als er David und seinen Begleitern freiwillig die Schaubrote reichte.
2. Priester einer neuen Ordnung würden kommen. In prophetischer Voraussicht spricht David von einem "Priester nach der Ordnung des Melchisedek" (Ps 110,4). Somit weisen er und seine Begleiter auf den Hohepriester Jesus Christus hin und sind als seine Diener und Propheten berechtigt, die Schaubrote im Tempel zu essen.
3. Jesus in der Nachfolge Davids. Der jüdischen Auslegung nach sollte der Messias als königlicher Priester nach der Ordnung Melchisedeks von König David abstammen. Jesus bezeichnet sich also in dieser Bibelstelle gegenüber seinen Gegnern selbst als den Messias. Dann setzt er noch einen drauf und sagt, er sei "der Menschensohn" - ein Ausdruck, der für unser heutiges Ohr harmlos wirkt, aber zu damaliger Zeit eine enorme Strahlkraft hatte: Diese Bezeichnung "der Menschensohn" ist nämlich ein Synonym für den Messias. Jesus sagt den Pharisäern also zweimal relativ unverblümt: "Ich bin der Messias." Für die Pharisäer: ein Affront.
Gespräch mit Christus: Herr, ich juble über Deine Souveränität, mit der Du Deine selbstherrlichen Gegner zum Schweigen bringst! Du bist einfach sooo cool!
Vorsatz: Dass die Jünger Jesu Ähren abreißen und essen, koppelt Jesu mit dem Hinweis auf das Essen der Schaubrote im Tempel durch die levitischen Priester. Diese priesterlichen Schaubrote aber sind Vorausbild für die Hl. Eucharistie. Heute möchte ich mir bewusst machen, dass der Empfang der Heiligen Kommunion als Teilnahme am Opfer Christi ein priesterlicher Akt ist und dass ich als Getaufte/r Anteil am Priestertum Jesu habe.