Sonntag,
11. Januar 2026
Lassen wir uns von Jesus lieben
11. Januar 2026
Sonntag nach dem 6. Januar
Taufe des Herrn
Fest
Br. Raphael Meyer LC
Mt 3,13-17
In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Einführendes Gebet: Lieber Jesus, hilf mir immer mehr zu erkennen, was es bedeutet Sohn des Himmlischen Vaters zu sein. Lehre du mich in dieser Beziehung zum Vater zu leben. Lass mich jetzt beten in dir, Gott, im Namen des Vaters, in seinem Sohn und durch den Heiligen Geist. Amen.
Bitte: Herr Jesus Christus, lass mich immer mehr erkennen, was mir in der Taufe schon geschenkt wurde.
1. Deine Taufe. Jesus lässt sich taufen. Er braucht diese Taufe nicht, denn die Taufe des Johannes war eine Taufe der Umkehr. Und Jesus hat Umkehr nicht nötig, er ist frei von jeglicher Sünde. Wenn er sich aber nicht hätte taufen lassen, würde die Taufe uns nichts nützen. Er verleiht ihr Wirksamkeit und zeigt uns, worum es geht. Jesus lässt sich taufen, damit in der Taufe etwas Außergewöhnliches passiert und wir zu Adoptivkindern Gottes werden, zu Söhnen und Töchtern Gottes. In der Taufe sagt Gott zu dir: "Ich möchte dich für mich haben!" In Jesaja 43,1 sagt er es auf folgende Weise: "Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!" Er legt die Gotteskindschaft in dich hinein, füllt dich mit seiner Gnade, schenkt dir Intimität mit ihm selbst und Teilnahme an seinem göttlichen Leben. Diese Worte müssen wir täglich hören und sie uns in Erinnerung rufen. Höre sie heute! Höre sie Jetzt!
2. Der Beginn des Exodus. Jesus ist nicht der Erste, der die Taufe im Jordan empfangen hat. Viele Israeliten vor ihm suchten Johannes auf, um sich taufen zu lassen. Ebenso stand das ganze Volk Israel, ungefähr 10 000 Mann, zusammen mit Josua am selben Jordan, um ihn zu durchqueren und ins gelobte Land einzuziehen. Wir können uns Jesus vorstellen, wie er mit Tränen in den Augen Schritt für Schritt ins Wasser steigt und an die Israeliten denkt, die nun wirklich mit ihm ins gelobte Land einziehen. So wie die Israeliten von Jahwe aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurden, beginnt mit Jesu Taufe nun die Befreiung der Kinder Gottes, das Reich des Vaters bricht an und Jesus beginnt, die fernsten Herzen der Menschen an sich zu ziehen.
3. Lass es nur zu! Im Evangelium stoßen wir häufig auf Momente, in denen Jesus bestimmte Personen um etwas Ungewöhnliches bittet, so etwas sagt oder tut. Das gefällt den Jüngern nicht, gefällt uns nicht. Als Jesus den Jüngern beim letzten Abendmahl die Füße waschen wollte, löste er bei Petrus Empörung aus: "Niemals sollst du mir die Füße waschen!" Jesus spricht über seinen Tod und die Jünger halten ihm entgegen: "Das soll nicht geschehen!" Auf die Bitte hin, ihn zu taufen, wollte Johannes "es nicht zulassen." Diese "Ablehnung" Jesu hat auch damit zu tun, wie unwürdig wir uns in Jesu Gegenwart fühlen. Wir haben den Eindruck, dass wir in seiner Schuld stehen, nicht er in unserer. Trotzdem weiß er aber besser als wir, was gut für uns ist. Nimm diese Akte unverdienter Liebe einfach an. Lass sie zu!
Gespräch mit Christus: Mein lieber Herr Jesus, ich möchte im Vertrauen darauf wachsen, dass du mir deine Liebe zeigen möchtest. Gib mir Demut, um deine Liebe zu mir anzunehmen.
Vorsatz: Am Abend werde ich in einer Gewissenserforschung aufzählen, wie der Herr mir seine Liebe heute zum Ausdruck gebracht hat.