Freitag,
26. Dezember 2025
Eine riskante Religion
26. Dezember 2025
Zweiter Weihnachtstag
Hl. Stephanus, Erzmärtyrer
Dorit Wilke-Lopez
Mt 10,17-22
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind, und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
Einführendes Gebet: Heiliger Geist, stärke mich. Mach mich standhaft, wenn es brenzlig wird. Jesus, verschone mich vor allzu großen Prüfungen, du weißt doch, wie schwach und wehleidig ich sein kann.
Bitte: Und umhülle alle Christen in ihren Prüfungen so mit dem Heiligen Geist, dass nicht mehr sie denken und reden, sondern du in ihnen.
1. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Da wir Christen in Deutschland ein immer kleineres Häuflein werden, wird die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen größer, dass wir wegen Christus abgelehnt werden, spätestens, wenn wir "an die Ränder" gehen, wie Papst Franziskus es formulierte. Aber auch durch viele Familien zieht sich ein Riss entlang der verschiedenen Glaubensauffassungen und Weltanschauungen. Beruhigende Nachricht: Das ist normal. Vielleicht ist es sogar wünschenswert. Paulus sitzt für seinen Glauben im Gefängnis und schreibt von dort: "In der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei allen Übrigen ist bekannt geworden, dass ich um des Christus willen gefesselt bin, und dass die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht."
2. Ihr dürft sogar für ihn leiden. Der heutige Stephanustag lädt uns ein, uns von einem Wohlfühl-Glauben zu verabschieden. Weihnachten ist nicht romantisch, sondern voller Gefahren: Eine Geburt im Viehstall, überstürzte Flucht, eine Menge toter Kinder, ein gesteinigter Diakon, so war es damals. Heute: Christenverfolgung in zahlreichen Ländern der Erde, Abwertung und Verspottung der Christen in anderen Ländern, auch bei uns. Christ sein ist ein Kampf, kein Spaziergang. Paulus schreibt: "Lasst euch in keiner Weise von den Widersachern einschüchtern, was für sie ein Anzeichen des Verderbens, für euch aber der Errettung ist, und zwar von Gott. Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden."
3. Der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Und er schreibt weiter: "Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen." Aber wie schenkt er uns die Kraft und wie die Worte, die wir brauchen, um vom Glauben zu sprechen und bei Anfeindungen liebevoll in der Wahrheit zu bleiben? Durch den Geist unseres Vaters! Das hört sich etwas abstrakt an, aber ich habe gelernt, dass man diesen Geist erflehen muss, inständig, hemmungslos und mit großer Sehnsucht. Gottes Geist ist liebevoll, sanft und hat doch Power. Gottes Geist ist unsichtbar und schwer zu fassen und doch wirksam. Gottes Geist ist unendlich, weil er Gott ist. Deshalb dürfen und sollen wir mit kindlicher, heiliger Kühnheit immer mehr Heiligen Geist erbitten, und wir werden ihn erhalten. Jesus sagt: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!" (Lk 11,13)
Gespräch mit Christus: Heiliger Geist, komm und erfülle mich! Ich brauche mehr von dir, immer mehr! Komm und erfülle mich noch mehr, Heiliger Geist. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehen, nichts kann heil sein noch gesund! Komm, erfülle mein Denken, meine Gefühle, meinen Leib, erfülle meine Vergangenheit, meine Gegenwart, meine Zukunft und meine Ewigkeit! Schenk mir mehr, schenk mir Jesu Worte, schenk mir Jesu Gedanken, schenk mir Jesu Taten! Atme in mir! Lass mich geringer werden und Jesus größer!
Vorsatz: Mit dem Heiligen Geist in Dialog treten, vielleicht die Pfingstsequenz beten. Trainieren, die eigenen Gedanken abzuschalten, wenn er durch mich sprechen will.