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„Bei dir kann ich sein, wie ich bin“

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Oktober 19, 2026

Was macht eine gute Freundin aus? Beim „Looking Good“-Wochenende im Oktober im Allgäu beschäftigten sich 32 Mädchen und Jugendliche, darunter sechs Leiterinnen, mit Vertrauen, Offenheit und der Freundschaft zu Jesus. Geistlich begleitet wurden sie von Pater Michael Hemm LC.

Wer gemeinsam einen Escape Room lösen will, muss aufeinander hören. Beim Eislaufen kann eine ausgestreckte Hand helfen, und manchmal beginnt Freundschaft damit, dass jemand auf eine Neue zugeht. Für solche Begegnungen bot das Wochenende viele Gelegenheiten. 

Freundschaft gehört zum Kern von „Looking Good“: untereinander ebenso wie mit Jesus. Deshalb widmete sich das erste Wochenende des Jahres diesem Thema. In Kleingruppen, beim gemeinsamen Gebet und bei den Aktivitäten konnten die Mädchen einander kennenlernen und darüber sprechen, was ihnen in ihren Beziehungen wichtig ist.

Wie viel eine Freundschaft trägt, lässt sich kaum an einem Instagram-Reel ablesen. Diesen Gedanken griff Anna Vohrer in ihrem Vortrag auf. Die Theologiestudentin aus Augsburg, die auch bei „Follow Me“ Leitungsverantwortung übernimmt, sprach darüber, wie leicht der Eindruck einer Freundschaft nach außen wichtiger werden kann als der Mensch selbst.

Sie stellte verschiedene Arten von Freundschaften vor und lud dazu ein, die eigene Haltung zu hinterfragen: Zeige ich nur meine Stärken oder darf eine Freundin auch meine Unsicherheiten kennen? Spreche ich aus, was ich brauche? Kann ich um Hilfe bitten und mit den Schwächen der anderen umgehen?

Ihre Anregungen waren konkret: das ganze Herz zeigen, Bedürfnisse mitteilen, weniger urteilen und selbst die Initiative ergreifen, wenn einem eine Freundschaft wichtig ist. Dazu zitierte sie die heilige Thérèse von Lisieux: „Seit ich nicht mehr mich selbst suche, führe ich das glücklichste Leben, das es geben kann.“ In den anschließenden Kleingruppengesprächen konnten die Teilnehmerinnen die Gedanken vertiefen und eigene Erfahrungen einbringen.

Am Samstagabend gestalteten die Mädchen den Erntedankgottesdienst in der Pfarrei Rettenberg mit. Sie übernahmen die Musik und eröffneten die Feier mit einem Poetry Slam zum Thema Dankbarkeit. Auch die Gottesdienstbesucher konnten sich beteiligen: Auf Zetteln hielten sie fest, wofür sie danken wollten, und brachten diese zu den Fürbitten nach vorne.

Jugendpfarrer Roland Kiechle aus dem Bistum Augsburg, der die Messe feierte, sprach in seiner Predigt über Dankbarkeit und Lob als Haltungen, die Beziehungen guttun. Anschließend hatte die Pfarrgemeinde ein gemeinsames Abendessen organisiert, bei dem die Gruppe mit anderen Gottesdienstbesuchern zusammenkam.

Die Freundschaft zu Jesus hatte ihren festen Platz im Tagesablauf. Morgens und abends gab es stille und angeleitete Anbetungszeiten, verbunden mit dem „Looking Good“-Morgen- und Abendgebet. Die Kapelle im Pfarrheim stand während des gesamten Wochenendes für das persönliche Gebet offen.

In der Sonntagspredigt griff P. Michael Hemm LC das Thema Freundschaft erneut auf. Er sprach darüber, wie Jesus zwischenmenschliche Begegnungen ermöglicht und Beziehungen heilen kann, in denen Verletzungen entstanden sind. Als Bild verwendete er kommunizierende Gefäße: Durch Jesus sind Menschen miteinander verbunden.

Je nach Interesse übten die Mädchen beim Eislaufen oder bei Escape-Room-Spielen ihre Talente. Bei der Miniolympiade waren anschließend fünf Teams gefragt: Sie balancierten Kartoffeln auf Löffeln durch einen Hindernisparcours, ließen Papierflieger um die Wette fliegen, setzten Puzzles zusammen und versuchten sich beim Sacklochspiel, auch Cornhole genannt.

Zeit für persönliche Fragen bot der „Late Night Talk“. Tagsüber konnten die Teilnehmerinnen Fragen in eine Box werfen, die die Leiterinnen am Abend in einer gemeinsamen Runde beantworteten. Dabei ging es auch darum, warum sie sich selbst bei „Looking Good“ engagieren.

Für Alix (11), die zum ersten Mal dabei war, stand eine Erkenntnis im Vordergrund: „Ich habe gelernt, was für eine gute Freundschaft wichtig ist, nämlich dass man einander vertrauen kann.“ Katharina beschäftigte besonders das Thema Lästern. Sie nahm mit, dass es gleich zwei Beziehungen belastet: die zu der Person, über die gesprochen wird, und die zu derjenigen, mit der man lästert. Auch Viktoria (15) sagte: „Den Vortrag fand ich mega. Ich nehme mir mit, dass Lästern Freundschaften vergiftet.“

Theresa (14), deren Freundinnen teilweise weiter entfernt wohnen, entdeckte einen Gedanken, der sie in ihrem Alltag begleitet: „Ich habe mir vom Vortrag mitgenommen, dass man eine gute Freundin nicht unbedingt jeden Tag sehen muss. Es kommt auf die Herzenshaltung an.“ Cäcilia (13) beschrieb ihre Erfahrung so: „Looking Good“ hilft mir, gute Freundschaften zu vertiefen.“

Wie es ist, neu dazuzukommen, erzählten Anna und Katharina, beide elf Jahre alt. „Ich bin sehr dankbar, weil ich sehr gut aufgenommen wurde“, sagte Anna. Katharina fand „die Gemeinschaft und alles richtig schön“. Clara (11), die schon mehrfach teilgenommen und diesmal zwei Freundinnen eingeladen hatte, erzählte: „Ich war jetzt mehrmals dabei und es ist immer sehr schön.“

Josephine (12) nannte als ihre Höhepunkte „die Heiligen Messen und das Eislaufen“. Auch viele andere Mädchen erwähnten die Messe am Samstagabend als besondere Erfahrung. Mehrere freuten sich außerdem darüber, dass die Kapelle mit der Eucharistie jederzeit offenstand.

Weitere Informationen zu „Looking Good Inside & Out“ finden Sie online hier!

Freundschaft LGIO