Im August 2027 werden 32 ECYD-Jugendliche zum Weltjugendtag nach Südkorea reisen. Beim ersten Vorbereitungstreffen in Heiden beschäftigten sich 16 Teilnehmer aus NRW mit der Frage, warum sie dabei sein möchten – und lernten bereits ein wenig koreanische Kultur kennen.
Eigentlich wollten P. Raphael und Bernadette Ballestrem keine Fahrt zum Weltjugendtag in Seoul anbieten. Zu viel Kraft würden Vorbereitung und Organisation kosten. Als Jugendliche nach einer gemeinsamen Reise fragten, teilten sie ihnen diese Entscheidung mit. Doch vier ECYD-Jugendliche blieben dran: Sie fragten mehrfach nach und erklärten sich bereit, die Organisation mit in die Hand zu nehmen. Daraufhin ließen sich die beiden auf das Vorhaben ein und begannen mit der Unterkunftssuche, den Flugbuchungen und den weiteren Vorbereitungen.
Nach wenigen Tagen waren alle 32 Plätze vergeben und auch die Warteliste ist inzwischen gut gefüllt. Bis zur Abreise im August 2027 sollen regelmäßiger Vorbereitungstreffen die Jugendlichen begleiten. Den Anfang machten letzten Sonntag die 16 Teilnehmer aus NRW in Heiden.
Warum zum Weltjugendtag?
Mit einer heiligen Messe um 14 Uhr begann der gemeinsame Nachmittag. Anschließend gab es Kuchen und eine Vorstellungsrunde, bevor sich die Jugendlichen mit der Geschichte des Weltjugendtages beschäftigten. Der Heilige Papst Johannes Paul II. hatte ihn Mitte der 1980er-Jahre ins Leben gerufen, um die Jugend der Welt zusammenzubringen und gemeinsam zu Jesus zu führen. Die Einführung zeichnete nach, wie sich die Treffen seither entwickelt haben und gewachsen sind.
P. Raphael ergänzte diesen Rückblick um seine persönlichen Erfahrungen bei den Weltjugendtagen in Rom 2000, Köln 2005 und Lissabon 2023. Dazu kamen die Einladungsworte von Papst Franziskus für Seoul 2027 und die WJT-Hymne.
Dann waren die Jugendlichen selbst gefragt: Was motiviert mich, nach Seoul zu fahren? Jeder konnte seine Beweggründe auf einem oder mehreren Zetteln festhalten. Die Frage nach dem Sinn der Reise führte zugleich zum Anliegen der Vorbereitung: Der Weltjugendtag bietet Gelegenheit, die eigene Freundschaft mit Jesus zu vertiefen, eine junge und dynamische Kirche zu erleben und Menschen aus vielen Kulturen zu begegnen.
Dahinter steht die Überzeugung, dass Jesus jedem Einzelnen etwas schenken möchte. Was das sein wird, lässt sich im Voraus nicht bestimmen. Die Monate bis zur Abreise sollen deshalb auch dazu dienen, das eigene Herz darauf vorzubereiten.
Gebet und ein erster Geschmack von Korea
Bei der Teepause gab es bereits etwas aus dem künftigen Gastland zu probieren: Mini-Yakgwa, ein koreanisches Gebäck, und Yuja-cha, einen Zitrusfrüchtetee.
Anschließend nahmen sich die Jugendlichen Zeit für eine Evangeliumsbetrachtung zu Joh 16,20–24.33. Die Verse handeln von Trauer, die sich in Freude verwandelt, vom vertrauensvollen Bitten und vom Frieden in Jesus. Aus diesem Abschnitt stammt auch das Motto des Weltjugendtages 2027: „Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33).
Gegen Ende des Nachmittags wurden praktische Fragen zur Vorbereitung besprochen. Außerdem teilten sich die Jugendlichen in kleine Teams auf: Bei jedem Folgetreffen wird ein Team einen der Patrone des Weltjugendtages vorstellen.
Auch ein koreanisches Wort gehörte zum Abschluss: „네“, ausgesprochen „ne“, bedeutet „Ja“. Hinzu kamen ein Funfact über Korea und das gemeinsame Gebet für den Weltjugendtag.
Das Gastland und den eigenen Glauben kennenlernen
Die kommenden Treffen verbinden die Beschäftigung mit Südkorea mit Fragen an den eigenen Glauben. Am 15. November 2026 geht es zunächst unter dem Titel „Korea – wo fahren wir da eigentlich hin?“ um Geschichte, Land und Leute.
Die koreanischen Märtyrer stehen am 10. Januar 2027 im Mittelpunkt. Ihre Lebensgeschichten führen zur Frage: „Wie weit würde ich für meinen Glauben gehen?“ Daran knüpft das Treffen am 14. Februar an: „Welchen Wert hat der Mensch?“ Dabei sollen die Erfahrungen aus den Zeiten der Verfolgung betrachtet werden.
Am 14. März beschäftigen sich die Jugendlichen mit der Frage „Was hat Gott eigentlich mit mir vor?“ und damit, wie die ersten Christen in Korea bei der Suche nach einer Antwort helfen können. Um die eigene Aufgabe und Verantwortung in der Gesellschaft geht es am 11. April unter dem Thema „Kann mein Glaube die Welt wirklich verändern?“.
Für den 1. Mai ist eine gemeinsame Wallfahrt nach Kevelaer geplant, die unter dem Leitgedanken „Maria, unsere Mutter“ steht. Am 12. Juni folgt schließlich die Frage „Warum bin ich eigentlich katholisch?“. Das Treffen greift auf, was Glaube, Kirche und Überlieferung mit dem eigenen Leben zu tun haben.
Worauf sich die Teilnehmer freuen
Elias: „Ich freue mich am meisten auf den Gebetsabend auf dem Feld mit den vielen Leuten. Es ist so schön, dass so viele Leute mit Jesus befreundet sind. Der WJT ist sehr besonders. Es ist nicht selbstverständlich, dorthin zu reisen. Deswegen ist mir die Vorbereitung wichtig.“
Felicitas: „Ich glaube, dass die Gemeinschaft sehr besonders sein wird. Und ich freue mich darauf, das Land Südkorea kennenzulernen. Dabei helfen schon jetzt die Vorbereitungstreffen.“
Jozef: „Ich bin schon voller Vorfreude auf die Gemeinschaft mit den vielen Gleichaltrigen aus der ganzen Welt. Wie beeindruckend, mit so vielen zusammen zu sein, zu beten und zur Messe zu gehen. Ich möchte mich gut auf die Fahrt vorbereiten, weil ich glaube, dass Gott mich da beschenken möchte.“
Raphael: „Ich bin schon sehr gespannt auf die Gruppe. Beim letzten Weltjugendtag in Lissabon wurde ich im Glauben sehr beschenkt. Besonders der Gebetsabend auf dem Feld war ein Highlight. Deswegen freue ich mich auf den kommenden Weltjugendtag. Es ist eben nicht nur ein Spaßtrip, sondern ein wichtiger Moment für das Leben. Deswegen lohnen sich diese Monate der Vorbereitung.“
P. Raphael: „Ein Weltjugendtag ist ein sehr besonderes Erlebnis. Mit hunderttausenden jungen Menschen zusammen zu beten und Jesus zu feiern, ist so ermutigend. Viele Jugendliche schöpfen hier Kraft für ihren Alltag. Deswegen freue ich mich darauf, ihnen dieses Abenteuer zu ermöglichen und sie bei der Fahrt zu begleiten.“





