Beim „Herr der Ringe“-Camp in Wissel beschäftigten sich 18 Jugendliche mit Genügsamkeit, Hilfsbereitschaft und dem Umgang mit Versuchungen
Vom 12. bis 16. August 2026 nahmen 18 Jungen im Alter von zwölf bis 15 Jahren an einem Camp in Wissel bei Kleve teil. Die Welt von J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ bildete den Rahmen für Geländespiele, sportliche Aktivitäten und geistliche Impulse. Dabei beschäftigten sich die Jugendlichen mit christlichen Werten, die sich in den Figuren und Motiven der Erzählung wiederfinden.
Willkommen im Auenland
Bereits bei ihrer Ankunft wurden die Teilnehmer von Gandalf, Bilbo, Frodo und Sam begrüßt. Anschließend teilten die Betreuer sie in drei Hobbitfamilien ein: die Beutlins, die Tuks und die Gamdschies. Jede Gruppe gestaltete eine eigene Fahne.
Der erste Camptag führte die Jungen ins Auenland. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich gemeinsame Zeit auf einfache Weise genießen lässt. Jeder Teilnehmer erhielt eine persönliche Einladung zum Geburtstag von Bilbo und Frodo. Am Abend feierten die Hobbitfamilien in einer eigens dekorierten Hobbithöhle mit einem besonderen Essen, Spielen und einer Rede von Bilbo. Zuvor standen ein Fußballspiel und Baden im See auf dem Programm.
Mit wenig zufrieden sein
Passend zum Leben der Hobbits sprach P. Raphael über Genügsamkeit. Häufig entstehe der Eindruck, für einen gelungenen Ferientag brauche es Ausflüge, Reisen, Einkäufe oder Bildschirmzeit. Die Hobbits dagegen genießen das Leben in ihrer vertrauten Umgebung und messen Macht, Ansehen und Reichtum wenig Bedeutung bei.
Genügsamkeit bedeutet dabei nicht Verzicht um des Verzichts willen. Sie lädt dazu ein, sich weniger mit anderen zu vergleichen, kleine Dinge wie ein Lagerfeuer, einen Sonnenuntergang oder das Plätschern eines Baches bewusst wahrzunehmen und Dankbarkeit einzuüben. Grundlage dafür ist das Vertrauen, dass Gott die Bedürfnisse des Menschen kennt und für ihn sorgt.
Die Mission beginnt
Am zweiten Tag erhielten die Hobbitfamilien den Auftrag, den Ring nach Mordor zu bringen. Eine ganztägige Rallye verlangte Orientierung, Zusammenarbeit und das gemeinsame Lösen verschiedener Aufgaben. Am Abend sahen die Teilnehmer den ersten Teil der „Herr der Ringe“-Filmreihe.
In einem Impuls stellte Dominik eine Verbindung zwischen Arwen und Jesus her. Arwen entscheidet sich aus Liebe zu Aragorn gegen ihr unsterbliches Leben. Jesus wiederum wird Mensch, um die Menschen von Sünde und Bösem zu befreien. Daraus leitete Dominik drei Gedanken ab: Jesus lässt den Menschen nicht seinem Schicksal über, jeder Mensch besitzt einen besonderen Wert und das eigene Leben gewinnt Sinn, wenn es dem Dienst an anderen dient.
Boromir und der Kampf gegen Versuchungen
Der dritte Tag widmete sich dem Umgang mit Versuchungen und dem Bösen. Beim Pfeil-und-Bogen-Training und einem ausführlichen Arrow-Tag-Spiel griffen die Teilnehmer den Kampf aus Tolkiens Erzählung auch sportlich auf.
Jona richtete in seinem Vortrag den Blick auf Boromir. Dieser begehrt den Ring, verliert die Kontrolle und greift Frodo an. Gleichzeitig handelt er loyal und entschlossen, beschützt andere und zeigt Opferbereitschaft. Damit vereint er gegensätzliche Seiten in einer Person.
Versuchungen zu erleben, ist noch keine Sünde. Entscheidend ist, wie ein Mensch darauf reagiert. Als konkrete Hilfen nannte Jona das Gebet, verlässliche Freunde und eine regelmäßige Gewissenserforschung.
Gebet und Gottesdienst im Campalltag
Morgen- und Abendgebete gaben den einzelnen Tagen einen festen Rahmen. Auch die Feier der heiligen Messe gehörte zum Camp. Zeit für Stille bot die eucharistische Anbetung in einer alten Kirche.
Stimmen aus dem Camp
„Aus den Vorträgen habe ich mir das Thema Genügsamkeit mitgenommen. Das hat mir einen ganz anderen Blick auf mein Leben gegeben. Richtig hilfreich!“ – Konrad
„Das war mein erstes Camp, in dem ich als Teamleiter dabei war. Es war für mich schön zu sehen, wie sich die Gemeinschaft entwickelt hat und wie jeder in dieser Zeit gewachsen ist.“ – Paul
„Die Geburtstagsfeier von Bilbo und Frodo war für mich sehr besonders. Es war einfach eine richtig schöne Atmosphäre. Da habe ich gespürt, dass man mit kleinen Dingen zufrieden sein kann.“ – Josef
„Für mich war die Anbetung ein Highlight, weil wir da einfach eine ruhige Zeit mit Jesus verbringen konnten – in einer schönen, alten Kirche.“ – Raphael
„Tolkien wollte mit seiner Trilogie ‚Der Herr der Ringe‘ keine christliche Allegorie verfassen. Trotzdem enthält sie viele Werte und Weisheiten, die für uns als Christen grundlegend sind. Das Eintauchen in die Welt von ‚Der Herr der Ringe‘ soll den Teenagern ermöglichen, sich diese Werte und Wahrheiten zu eigen zu machen.“ – P. Raphael Ballestrem LC



















































