Zum Inhalt springen
News

Raus aus dem Scrollen, rein ins Schrauben

News

Oktober 22, 2026

Beim „Real-Life“-Camp in Wermelskirchen bauten zehn Jungen vom 17. bis 21. Oktober Seifenkisten, begegneten OBI-Mitgründer Manfred Maus und beschäftigten sich mit der Frage, wie sie Gott kennenlernen und mit ihm ihr Leben gestalten können.

Bevor die ersten Schrauben ins Holz gedreht werden konnten, brauchten die Jungen eine Idee, einen Bauplan und das passende Material. Beim „Real-Life“-Camp in Wermelskirchen sollten sie selbst ausprobieren, was sich mit den eigenen Händen verwirklichen lässt. In Anlehnung an „The Real Life Guys“ waren die zehn Teilnehmer zwischen zwölf und fünfzehn Jahren eingeladen, ihre handwerklichen Talente zu entdecken und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Zugleich ging es darum, Jesus zu begegnen, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Handwerkliche Arbeit, gemeinsame Unternehmungen und Zeit für Gott gehörten deshalb gleichermaßen zum Programm. Die bewusst kleine Gruppe ermöglichte es, die Jungen beim Bauen zu unterstützen und Freundschaften untereinander zu vertiefen.

Nach der Ankunft am Samstag führte am Sonntagvormittag eine 15 Kilometer lange Wanderung zum Altenberger Dom. Dort erläuterte P. Raphael Ballestrem LC, wie die Zisterziensermönche, die 1133 nach Altenberg gekommen waren, an diesem abgeschiedenen Ort gelebt hatten. Landwirtschaft, Arbeit und Gebet bestimmten ihren Alltag.

Anhand der gotischen Architektur und des Chorgestühls erklärte er, wie der Kirchenraum für das gemeinsame Gotteslob genutzt wurde. Das 18 mal acht Meter große Westfenster bot Anlass, über die Bedeutung des Lichts zu sprechen und über Christus als Licht für unser Leben. Auch das Ende des klösterlichen Lebens im Jahr 1803, als die Mönche das Kloster verlassen mussten, gehörte zum Rückblick.

Mit dem Besuch verband P. Raphael die Einladung, selbst Zeit für Gott zu finden. Über Jahrhunderte hatten Menschen hier nach ihm gesucht und ihre Beziehung zu ihm gepflegt. Stille, Beständigkeit und der Mut, sich auf Gott einzulassen, betreffen auch Menschen, die keine Mönche sind.

Wie eine solche Begegnung im eigenen Alltag aussehen kann, behandelte der 17-jährige Jona in seinem Vortrag. Er sprach von Gott als Schöpfer, der den Menschen von der Sünde befreien, ihm seine Freundschaft anbieten und ihn in den Himmel führen möchte. Als Wege, ihn kennenzulernen, nannte er das Gebet, die Heilige Schrift, die Sakramente und die Begegnung mit anderen Menschen.

Besonders lenkte Jona den Blick auf die Schöpfung: Berge können an Gottes Stärke und Größe erinnern, kleine Insekten an seine Liebe zum Detail. Landschaften lassen Schönheit erkennen, Lebewesen verweisen auf Gott als Ursprung des Lebens. Die Aufgabe für die Jungen lautete deshalb, aufmerksam durch die Natur zu gehen und wahrzunehmen, was sie dort entdecken.

Am Montagabend wurde die persönliche Zeit mit Jesus konkret: Bei der eucharistischen Anbetung konnte jeder Teilnehmer zehn bis fünfzehn Minuten allein vor dem Allerheiligsten verbringen. Für einige Jungen gehörte gerade diese Zeit zu den Höhepunkten des Camps.

Am Sonntagnachmittag entstanden zunächst die Baupläne für die Seifenkisten. Bevor am Montag die praktische Arbeit begann, begegneten die Teilnehmer Manfred Maus, einem der Mitgründer von OBI.

Er erzählte ihnen, warum Arbeit für ihn dem Leben Sinn gibt: Sie sollte Freude bereiten und zugleich einen Nutzen für andere Menschen haben. Hinter der Gründung von OBI habe der Gedanke gestanden, dass alle Menschen ein Zuhause brauchen. Dabei mitzuhelfen, dieses Zuhause möglichst schön zu gestalten, sei ein Anliegen des Unternehmens.

Auch über christliche Werte sprach Maus mit den Jugendlichen. Sie stärkten das gesellschaftliche Miteinander. Wer einander die Wahrheit sage, schaffe die Grundlage dafür, einander zu vertrauen.

Die Jungen nutzten die Gelegenheit für eigene Fragen. Warum beispielsweise war der Biber als Tier für die Marke OBI ausgewählt worden? Maus verwies auf dessen Fleiß, Beständigkeit und die Kraft, die er auch im hohen Biberalter noch besitze. Zum Abschied erhielt jeder Teilnehmer einen OBI-Biber als Stofftier.

Für die Umsetzung der Entwürfe spendete OBI zahlreiche Materialien: Holzplatten, Leisten, Balken, Schrauben, Kisten, Farben und Pinsel. Bei einem ausgedehnten Baumarktbesuch half ein Mitarbeiter den Jugendlichen, die passenden Werkstoffe und das nötige Zubehör auszuwählen.

Am Montag- und Dienstag bauten die Jungen in kleinen Teams mit jeweils etwa drei Teilnehmern an ihren Seifenkisten. Dabei lernten sie den Umgang mit Werkzeugen, ergänzten ihre Fähigkeiten und suchten gemeinsam nach Lösungen, wenn etwas Schwierigkeiten bereitete.

Diese Arbeit griff ein weiterer Vortrag auf. Wie beim Seifenkistenbau aus einer Idee zunächst ein Plan und schließlich etwas Greifbares wird, können Menschen auch ihr Leben gemeinsam mit Gott gestalten. Die Jungen waren eingeladen, ihn zu fragen: Wo brauchst du mich? Was können wir zusammen verändern? Wo kann ich anderen Freude bereiten?

Dazu gehörte, die eigenen Talente und Möglichkeiten wahrzunehmen, neue Fähigkeiten zu erwerben und bei Hindernissen beständig weiterzuarbeiten. Anhand der biblischen Brotvermehrung beschäftigten sich die Teilnehmer damit, welchen Beitrag die Apostel leisteten, auf welche Schwierigkeiten sie stießen und was Jesus selbst bewirkte.

Am Dienstagnachmittag wurde Wermelskirchen zum Spielfeld. Angelehnt an das Brettspiel „Mr. X“ suchten zwei Teams in der Stadt nach einem „Verbrecherteam“. Dieses übermittelte alle drei Minuten digital seinen Standort – Hinweise, mit denen die Verfolger ihre Suche planen konnten.

Den letzten gemeinsamen Abend verbrachten die Teilnehmer am Lagerfeuer, bevor sie am Mittwoch die Heimreise antraten.

Jozef: „Die Zeit mit Jesus war cool. Und auch die Herausforderung mit der Seifenkiste. Das echte Leben ist ja nicht nur Bildschirm, sondern auch, sich die Hände schmutzig zu machen.“

Samuel: „Beim Seifenkistenbauen sind wir im Team echt zusammengewachsen. Man ergänzt sich und lernt voneinander. Zusammen haben wir Probleme gelöst.“

Erzat: „Die Spiele und das Lagerfeuer waren ein Highlight für mich. Und außerdem habe ich gelernt, wie man mit Werkzeugen umgeht.“

Carl: „Ich fand den Besuch bei Herrn Maus sehr cool. Ich war dabei, als wir ihn vor zwei Jahren bereits getroffen hatten. Dieser Mann hat viel Erfahrung. Das inspiriert mich.“

Camp ECYD