Reiten, Theater spielen und der Frage nachgehen, was das eigene Leben wertvoll macht: Bei den ECYD-Reitertagen im Apostelhaus Ratingen beschäftigten sich 17 Mädchen zwischen elf und vierzehn Jahren mit dem Thema „Called to be a Saint – Du bist für mehr gemacht“.
Die Vormittage verbrachten die Mädchen auf dem Reiterhof, wo sie je nach Erfahrung Neues lernen oder ihr Können vertiefen konnten. Während die Anfängerinnen bei einer Stunde Reitunterricht erste Grundlagen erlernten und sich mit den Bewegungen der Pferde vertraut machten, ritten die erfahrenen Teilnehmerinnen bei sonnigem Wetter durch den Wald – im Trab und zwischendurch auch im Galopp. Zum Umgang mit den Pferden gehörte außerdem das Striegeln.
Das ECYD-Angebot in den Herbstferien verband diese gemeinsamen Erlebnisse mit geistlichen Impulsen von P. Klaus Einsle LC. Die Tage sollten Gelegenheit bieten, Freundschaften zu vertiefen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und die persönliche Beziehung zu Jesus zu stärken. Inhaltlich ging es um Fragen, die das Selbstverständnis und die Entscheidungen der Mädchen berühren: Wer bin ich? Was macht mich glücklich? Und was kann ich anderen geben?
Was bestimmt meinen Wert?
„Be more – Wer bin ich und wer will ich werden?“ lautete das erste Thema. Im Mittelpunkt stand die Frage, woran ein Mensch seinen Wert festmacht: am Aussehen, an guten Leistungen, an Beliebtheit oder an der Meinung anderer.
Die christliche Sicht auf den Menschen setzte hier an: Jeder Mensch besitzt Würde, weil Gott ihn gewollt und als sein Bild geschaffen hat. Dieser Wert bleibt auch dann bestehen, wenn jemand an sich zweifelt oder einen Fehler macht. Die eigene Person lässt sich deshalb weder auf Erfolge noch auf Schwächen reduzieren.
Damit verband sich die Einladung, die eigene Entwicklung bewusst mitzugestalten. Ehrlich zu sein, großzügig zu handeln oder den Mut zu finden, die eigene Meinung zu vertreten, sind Schritte, die schon im Jugendalter möglich sind. Heiligkeit wurde dabei als ein Weg mit Gott beschrieben, auf dem ein Mensch immer mehr zu der Person wird, zu der er berufen ist. Dazu gehört auch die Bereitschaft, an sich zu arbeiten, und der Anspruch, nicht immer den bequemsten Weg zu wählen.
Was macht auf Dauer glücklich?
Unter dem Titel „Made for Heaven – Wofür bin ich eigentlich gemacht?“ ging es um die Sehnsucht nach einem Glück, das bleibt. Freundschaft, Familie, Anerkennung und schöne Erlebnisse haben ihren Platz im Leben. Zugleich stellt sich die Frage, warum selbst erfüllte Wünsche nicht jede Sehnsucht stillen.
Die Impulse erschlossen den Himmel als vollendete Gemeinschaft mit Gott. Diese Perspektive reicht in die Gegenwart hinein: Wer für die Liebe geschaffen ist, kann schon heute seine Beziehungen und Entscheidungen daran ausrichten.
Konkret wird das etwa darin, einer Freundin zuzuhören, anderen ihren Erfolg zu gönnen, Menschen nicht nach ihrem Aussehen zu beurteilen oder nach einem Streit die Versöhnung zu suchen. Ebenso gehört dazu, zur eigenen Überzeugung zu stehen. Die Freundschaft mit Jesus wurde so mit Situationen verbunden, in denen die Mädchen im Alltag selbst entscheiden und handeln können.
Mit den eigenen Gaben etwas beitragen
Das dritte Thema, „You have something to give – Was hat Gott mit mir vor?“, lenkte den Blick auf die persönliche Berufung. Welche Fähigkeiten bringe ich mit? Welche Möglichkeiten habe ich? Und wie kann Gott durch meine Persönlichkeit anderen etwas schenken?
Dabei wurde Berufung als eine Frage vorgestellt, die bereits heute Bedeutung hat. Sie beginnt nicht erst mit der späteren Entscheidung für einen Beruf, die Ehe oder ein Ordensleben. Auch Kinder und Jugendliche können ihre Gaben entdecken und damit Verantwortung für andere übernehmen. Zur Sprache kam außerdem die Unterscheidung zwischen Talenten und Charismen, also Gaben, die dem Aufbau der Gemeinschaft dienen.
So verbanden die geistlichen Inhalte die Zusage, von Gott geliebt zu sein, mit dem Zutrauen, selbst etwas bewirken zu können. Die Mädchen waren eingeladen, ihren Glauben als Grundlage für das eigene Leben und für den Umgang mit anderen kennenzulernen.
Philipp Neri auf der Bühne
Neben dem Reiten stellten die Teilnehmerinnen gemeinsam ein Theaterstück über das Leben des heiligen Philipp Neri auf die Beine. Damit begegneten sie dem Thema Heiligkeit auch über eine konkrete Lebensgeschichte.
Die Arbeit am Stück bot zugleich Raum, sich auszuprobieren und als Gruppe etwas zu gestalten. Auf dem Reiterhof und auf der Bühne konnten die Mädchen unterschiedliche Fähigkeiten einbringen, Neues lernen und gemeinsame Erfahrungen sammeln.









