Nicht nur unterwegs, sondern mit Jesus auf dem Weg

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Die ECYD-Parisfahrt führte 17 Jungen in die Tage der Karwoche – mit Palmsonntag, Nachtanbetung, Kreuzweg und der Einladung, Christus bewusster zu begleiten.

Vom 28. März bis 2. April 2026 verbrachten die Jungen gemeinsame Tage in Méry-sur-Marne (im (Maison Regnum Christi) und Paris. Begleitet wurden sie begleitet von vier ECYD-Teamleitern und P. Raphael Ballestrem LC. Die Fahrt sollte den Teilnehmern helfen, bewusst in die Karwoche einzutreten und die Bedeutung der einzelnen Tage tiefer zu verstehen. Zugleich sollte sie die Gemeinschaft stärken – in diesem Jahr besonders durch das gemeinsame Unterwegssein und das Kennenlernen von Paris.

Schon der Beginn der Fahrt war von aktiver Teilnahme geprägt. Für den Palmsonntag bereiteten die Jungen Palmzweige vor, probten Lieder, übten Lesungen ein und übernahmen Aufgaben für den Altardienst. So feierten sie die Palmsonntagsmesse in Méry-sur-Marne nicht nur mit, sondern gestalteten sie selbst. Gerade diese Vorbereitung half vielen, intensiver an der Liturgie teilzunehmen.

In seiner Predigt griff P. Raphael ein einfaches Bild auf: „Wie schön sei es, ein Geschenk zu bekommen, besonders dann, wenn es einem schlecht geht“. Beim Einzug Jesu in Jerusalem breiteten die Menschen ihre Kleider vor ihm aus. Doch die entscheidende Frage ist: „Was geben wir Jesus in diesen Tagen? Wie können wir ihn erfreuen?“ Die Antwort, die er den Jungen mitgab, war konkret: durch Zeit für ihn, durch das Gespräch mit ihm und durch den Dienst am Nächsten.

Ein besonderer Höhepunkt der Fahrt war die Übernachtung bei Sacré-Cœur. Die Basilika auf dem Montmartre wurde im 19. Jahrhundert als Zeichen der Weihe an das Herz Jesu errichtet. Seit 1885 findet dort ohne Unterbrechung eucharistische Anbetung statt. Auch die Gruppe aus dem ECYD schloss sich dieser Tradition an und übernahm gemeinsam einen Turnus der Nachtanbetung.

„Lasst uns gemeinsam Jesus begleiten, für den diese Woche so leidvoll ist“, sagte P. Raphael zu Beginn. Für mehrere Jungen wurde diese Nacht zu einem der eindrücklichsten Momente der gesamten Tage. Die Ruhe, die nächtliche Atmosphäre und die bewusste Zeit vor dem Allerheiligsten gaben der Karwoche für sie eine neue Tiefe.

Neben den liturgischen und geistlichen Elementen spielte auch das gemeinsame Erkunden der Stadt eine wichtige Rolle. Bei einer Stadtrallye entdeckten die Teilnehmer bedeutende Orte wie Saint-Sulpice, das Panthéon, den Louvre von außen, die Place de la Bastille und das Hôtel des Invalides.

Große Begeisterung löste auch der Besuch des Eiffelturms aus. Eigentlich war die Spitze geschlossen, doch kurz bevor die Gruppe an der Reihe war, wurde sie wieder geöffnet. Ebenso eindrucksvoll war die Besichtigung von Notre-Dame de Paris. Gerade in der Karwoche an diesem Ort zu sein, verlieh dem Besuch besonderes Gewicht. P. Raphael erklärte vor Ort die Geschichte der Kathedrale und ihren geistlichen Zusammenhang. Zwar konnte sie die Dornenkrone noch nicht besichtigen weil sie erst einige Tage später gezeigt wurde, doch auch so blieb der Besuch vielen in Erinnerung.

An einem weiteren Nachmittag erkundeten die Teilnehmer Paris thematischen in Kleingruppen. Ein Team widmete sich der Geschichte, besonders den Spuren Napoleons. Eine andere nahm architektonische Entwicklungen von der Gotik bis in die Neuzeit in den Blick. Wieder andere setzten sich mit Paris als Modestadt oder mit kulinarischen Spezialitäten auseinander, besuchten etwa eine Fromagerie oder probierten Crêpes. So wurde die Stadt selbst zu einem Lernort, an dem Kultur, Geschichte und Gemeinschaft zusammenkamen.

In mehreren Vorträgen erschloss P. Raphael den Teilnehmern die Liturgie der Karwoche. Am Gründonnerstag stand Jesus im Mittelpunkt, der seinen Jüngern die Füße wäscht, die Eucharistie einsetzt und seine Freunde auffordert, mit ihm zu wachen und zu beten. Die Jungen hörten, dass christliches Leben immer auch Dienst bedeutet und dass Christus gerade in der Eucharistie bleibend bei den Menschen sein will.

Am Karfreitag rückten die Passion, die Kreuzverehrung und die großen Fürbitten in den Mittelpunkt. Der Karsamstag erschien als Tag der Stille, an dem die Kirche wartet. In der Osternacht schließlich öffnet sich der Blick auf die ganze Heilsgeschichte: vom Osterfeuer als Zeichen Christi, des Lichtes der Welt, bis zur Weihe des Taufwassers und zur Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Diese inhaltliche Vertiefung half den Jungs, die Liturgie nicht nur äußerlich mitzufeiern, sondern ihren inneren Zusammenhang besser zu verstehen. Die Tage wurden so zu einem Weg, auf dem die Feier der Kirche und das persönliche Glaubensleben enger zusammenrückten.

Auch die gemeinsamen Gebetszeiten prägten die Fahrt. Die Gruppe betete zusammen den Kreuzweg. Jeder Teilnehmer übernahm eine Station und schilderte mit eigenen Worten, was dort geschieht. P. Raphael schloss jede Station mit einer kurzen Betrachtung und einem Gebet ab. Im Maison Regnum Christi fand zudem eine weitere Anbetungsstunde statt.

Hinzu kam die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Eine gemeinsame Beichtvorbereitung half den Jungen, sich bewusst darauf einzulassen und die Karwoche nicht nur zu betrachten, sondern innerlich zu erleben.

Ich habe auf dieser Fahrt zum ersten Mal in einer größeren Eucharistiefeier gedient. Das war für mich ein besonderes Geschenk“, sagt Marc. Johannes erinnert sich besonders an die geistlichen Momente: „Die Gebetsmomente waren für mich sehr inspirierend, ich habe dort eine besondere Erfahrung gemacht. Und ein weiteres Highlight war das Krimidinner, denn dort konnten wir auf spannende Weise mit den anderen interagieren.“ Josef hebt vor allem die Nachtanbetung hervor: „Die Nachtanbetung war besonders. Es hat mir viel bedeutet, diese Zeit in der Nacht mit Jesus zu verbringen.“

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