Geliebt, berufen, gesandt

28 Frauen begegneten beim Bergwochenende des Regnum Christi Gott neu, erlebten Gemeinschaft und feierten eindrucksvolle Gottesdienste im Salzburger Bergpanorama

Von 31. Juli bis 2. August 2026 führte das Frauenbergwochenende des Regnum Christi 28 Teilnehmerinnen ins Kleinarltal südlich von Salzburg. Unter dem Leitwort „Geliebt, berufen, gesandt“ setzten sie sich mit ihrer Beziehung zu Gott, zu ihren Mitmenschen und zu sich selbst auseinander. Begleitet wurden die Tage von Wanderungen, persönlichen Gesprächen, Gebet und Gottesdiensten inmitten der Bergwelt.

Die geistlichen Impulse gestaltete Eva Gloserová, gottgeweihte Frau im Regnum Christi. Organisiert wurde das Wochenende von Astrid Herber. P. Joachim Richter LC übernahm die geistliche Begleitung, stand für zahlreiche Beichtgespräche zur Verfügung und feierte mit den Frauen drei Gottesdienste: eine Bergmesse mit weitem Panorama, eine Messe am See und eine weitere in der Berghütte.

Von Gott beim Namen gerufen

Bereits beim Aufstieg eröffnete ein erster Impuls den Blick auf das Thema Berufung. Wie Abraham und viele andere biblische Gestalten werde jeder Mensch von Gott persönlich und beim Namen gerufen, erläuterte Eva Gloserová. Berufung beginne mit der Zusage, von Gott erkannt und angenommen zu sein.

Auf der Tappenkarseehütte stand nach dem Abendessen die Erfahrung des Geliebtseins im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war ein Bild aus Psalm 125: „Wie die Berge Jerusalem rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk.“ Der Blick auf die umliegenden Gipfel machte diese Zusage unmittelbar anschaulich. „Wenn wir die Berge betrachten, sehen wir, dass sie uns umgeben. So dürfen uns auch von Gott umarmt und geliebt fühlen“, erklärte die Referentin.

Die Liebe Gottes sei eine Quelle, die niemals versiege. Im Blick auf Maria wurde deutlich, wie persönlich diese Liebe gemeint ist: Der Name Maria kann als „die von Gott Geliebte“ und zugleich als „die Gott Liebende“ verstanden werden. Daraus ergibt sich ein Fundament für das eigene Leben: Jeder Mensch ist von Gott geliebt und trägt eine einzigartige, von ihm geschenkte Schönheit in sich.

Drei Dimensionen der Liebe

Neben der Beziehung zu Gott nahm das Wochenende auch die freundschaftliche Liebe zwischen Menschen in den Blick. Freundschaft zeige sich unter anderem darin, anderen aufmerksam zuzuhören, sie anzunehmen und für eine immer tiefere Beziehung offen zu bleiben. Als weiterführende Anregungen wurden das Buch „Friendship in the Lord“ von P. Paul Hinnebusch OP und der Podcast „Abiding Together“ empfohlen.

Eine dritte Dimension bildete die gesunde Selbstliebe. Das biblische Gebot, den Nächsten zu lieben „wie dich selbst“, schließt einen achtsamen Umgang mit den eigenen Kräften ein. Gerade angesichts weitverbreiteter Erschöpfung und Burnout sei es kein Luxus, Grenzen zu setzen und auf ein Gleichgewicht zwischen Hingabe und Erholung zu achten.

Prägungen aus der Kindheit können beeinflussen, wie Menschen später mit sich selbst umgehen. Harte innere Botschaften wie „Stell dich nicht so an“ müssen jedoch nicht das letzte Wort behalten. Ein gütiger, geduldiger und auch humorvoller Umgang mit den eigenen Fehlern lasse sich erlernen. Persönliche Reflexionszeiten luden dazu ein, die eigenen Sehnsüchte und Bedürfnisse wahrzunehmen und sich dankbar an Menschen zu erinnern, von denen man Liebe erfahren hat.

Bei Jesus bleiben und von ihm lernen

Die drei Leitbegriffe „geliebt, berufen, gesandt“ lassen sich nicht voneinander trennen. Am Beispiel der ersten Jünger wurde deutlich, wie Berufung wächst: Sie begegnen Jesus, folgen seiner Einladung „Kommt und seht“, bleiben bei ihm und lernen von ihm. Erst danach werden sie ausgesandt.

Auch heute beginnt Jüngerschaft mit der Nähe zu Christus. Jede Christin ist eingeladen, im Gebet bei Jesus zu bleiben, sich von ihm formen und schließlich senden zu lassen. Diese Beziehung verlangt Vertrauen und die Bereitschaft, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist.

Wie tief eine Beziehung reicht, zeigt sich auch in der Kommunikation: Sprechen Menschen nur über Fakten, äußern sie ihre persönliche Meinung oder wagen sie es, ihre Gefühle mitzuteilen? Wer über sein Inneres spricht, macht sich verletzlich und ermöglicht zugleich echte Nähe.

Der Apostel Johannes veranschaulicht, dass Berufung menschliche Schwächen nicht ausschließt. Er war nicht nur der „Jünger, den Jesus liebte“, sondern konnte auch ungestüm und hart reagieren. Gott beruft Menschen dennoch zur Heiligkeit und zur Mitarbeit an seiner Sendung – in Demut und Gottvertrauen, niemals mit Gewalt.

Petrus: berufen trotz Schwäche

Auch der Weg des Simon Petrus war von mehreren Begegnungen mit Jesus geprägt. Sein Bruder Andreas führte ihn zu Christus. Später erlebte Petrus die Heilung seiner Schwiegermutter. Schließlich stieg Jesus nach einer erfolglosen Fangnacht in das Boot des Fischers und forderte ihn auf, erneut die Netze auszuwerfen.

Aus einem zunächst fremden Rabbi wurde ein Weggefährte. Jesus begegnete Petrus mitten in dessen beruflichem Misserfolg und vertraute ihm eine neue Aufgabe an: Menschenfischer zu werden. Selbst die spätere Verleugnung beendete diese Berufung nicht. Nach der Auferstehung erneuerte Jesus sein Vertrauen in Petrus und gab ihm den Auftrag: „Weide meine Schafe.“

Daraus ergab sich eine wichtige Einsicht für die Teilnehmerinnen: Was Gott einem Menschen anvertraut, bleibt letztlich sein Eigentum. Menschen sind Verwalterinnen und Mitarbeiterinnen, nicht Besitzerinnen und letzte Verantwortliche. Diese Haltung kann vor Überforderung schützen und dabei helfen, Verantwortung bewusst anzunehmen, aber auch notwendige Grenzen zu ziehen.

Heilige als Wegweiser

Mit der heiligen Theresia von Lisieux und dem heiligen Ignatius von Loyola kamen zwei unterschiedliche Lebenswege zur Sprache. Theresia erlebte frühe Verluste und schwierige Beziehungen. Dennoch suchte sie ihren Platz im Herzen der Kirche und begegnete selbst einer herausfordernden Mitschwester mit besonderer Liebe.

Ignatius strebte zunächst nach Ruhm und gesellschaftlicher Anerkennung. Nach seiner Bekehrung erhielt sein Leben eine neue Ausrichtung: „Alles zur größeren Ehre Gottes.“ Beide Heilige zeigen, wie persönliche Geschichte, Begabungen und Schwächen Teil einer Berufung werden können.

In einer kreativen Übung gestalteten die Frauen ein persönliches Wappen. Darin hielten sie äußere und innere Eigenschaften, Talente und weitere Aspekte fest, die ihr Leben und ihre Persönlichkeit prägen.

Gestärkt in den Alltag gesandt

Zum Abschluss standen Mose und Elija im Mittelpunkt. Mose erfuhr in seiner Berufung die Zusage Gottes: „Ich bin bei dir.“ Elija wurde nach Erschöpfung und Verzweiflung gestärkt und erkannte Gott nicht im Sturm, im Erdbeben oder im Feuer, sondern im sanften Säuseln.

Daraus nahm die Gruppe vier Anregungen für den Alltag mit: in Freundschaft mit Gott verbunden zu bleiben, seine Art des Handelns kennenzulernen, sich von ihm nähren zu lassen und die Gemeinschaft mit anderen Glaubenden zu suchen.

Stimmen der Teilnehmerinnen

Was macht ein christliches Bergwochenende für Frauen anders als den normalen Alltagswahnsinn? Was bleibt von diesen Tagen, wenn der Alltag wieder beginnt? Einige Teilnehmerinnen berichten von ihren persönlichen Erfahrungen.

Was macht ein christliches Bergwochenende anders als den normalen Alltagswahnsinn?

  • „Das Bergwochenende ist eine wunderbare Auszeit vom Alltag – eine bewusste Entschleunigung. Die Berge und Gott sind ein pures Glücksgefühl.“
  • „Beim Bergwochenende kann man sich gemeinsam besinnen und den Fokus auf Jesus Christus ausrichten.“
  • „Die Stille, die Ruhe und die Schönheit der Natur machen es besonders. Dazu kommt, nicht selbst kochen zu müssen und trotzdem gutes Essen genießen zu können. Besonders schön ist auch die Heilige Messe in der Natur.“

Warum sind Berge, Glaube und Frauengemeinschaft eine so gute Mischung?

  • Der Glaube verbindet. Beim ausdauernden Gehen stellen sich ein guter Rhythmus und Zufriedenheit ein.“
  • „Bewegung, Weitblick, Eucharistiefeier und Austausch – was will man mehr?“
  • „Man kommt zur Ruhe und kann Kraft schöpfen. Dazu kommen das gemeinsame Singen und Beten sowie der Austausch untereinander.“

Was kann ich in den Bergen mit Gott entdecken, das im Alltag untergeht?

  • „Ich komme im Hier und Jetzt an. Die sportliche Herausforderung tut gut. Ich spüre Dankbarkeit, Zufriedenheit und Glück – und schließlich mich selbst.“
  • „Die wunderbare Natur.“
  • „Hier kann ich intensiver spüren, dass Gott mit uns geht.“

Wie hilft mir das Wochenende, im Alltag klarer, ruhiger oder gestärkter zu werden?

  • „Von den schönen Erinnerungen kann ich noch lange zehren.“
  • „Ich möchte Gott an die erste Stelle setzen.“
  • „Ich kann mich immer wieder an das Erlebte, Gefühlte, Gehörte und Zugesagte erinnern.“

Warum lohnt es sich, Stille, Gebet und Bewegung bewusst miteinander zu verbinden?

  • „Die Gemeinschaft – verbunden im Heiligen Geist – ist wunderschön. Durch das beständige Gehen stellt sich innere Ruhe ein.“
  • „Die Gedanken werden geordnet, das Herz wird frei und ich werde offen für den Herrn und seine Botschaft.“
  • „Es tut der Seele gut und stärkt mich.“

Was nehme ich konkret für Familie, Beruf und Glaubensleben mit?

  • „Ich sehe meine Tochter mit Behinderung immer mehr als Gottes Traumfrau und möchte ihr das auch zunehmend bewusst machen.“
  • „Ich möchte Gott immer darum bitten, mir den richtigen Weg zu weisen, jeden Tag in der Bibel lesen und beten und darauf vertrauen, dass er gibt und vermehrt.“
  • „Ich nehme die Zusage mit, dass ich geliebt und einzigartig bin. Ich möchte offen für Gottes Wort sein und es leben.“

Wie kann das Wochenende helfen, den eigenen Standpunkt neu zu sortieren?

  • „Die Möglichkeit zur heiligen Beichte und zur Aussprache ermutigt zu einem Neuanfang. Mein Vertrauen in Gottes Barmherzigkeit ist neu gestärkt.“
  • „Indem ich meinen Blickwinkel und meine Einstellung ändere.“
  • „Die Impulse, Gespräche und Predigten regen mich dazu an, meine Beziehung zu Gott zu stärken.“

Was kann ich aus den Gesprächen mit anderen Frauen mitnehmen?

  • „Meine Sicht auf die eigenen Probleme verändert sich – sie werden oft winzig klein.“
  • „Ich erkenne, dass es anderen ähnlich geht wie mir. Liebe und Vertrauen sind das Wichtigste.“
  • „Gott zu loben und ihm zu danken, auf seine Liebe und Hilfe zu vertrauen und im gegenseitigen Gebet gesegnet zu sein.“

Warum ist die Natur ein guter Ort, um Gott neu zu begegnen?

  • „Schritt für Schritt wird der Kopf frei – frei für Gott und für die Schönheit der Natur.“
  • „Die frische Luft, das satte Grün und der blaue Himmel: Da ist der Schöpfer ganz nah.“
  • „Hier wird mir bewusst, wie gewaltig und schön Gott Alles und Jeden geschaffen hat.“

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