„Eine Wallfahrt ist immer auch eine Suche nach Gott“

Sieben Rad-Pilger brechen zu einer außergewöhnlichen Wallfahrt auf – beten für Ihre Anliegen und sammeln Spenden für die Priesterausbildung der Legionäre Christi

Rund 2.500 Kilometer, zahlreiche Höhenmeter und fünf Länder in nur zwei Wochen: Am 26. Juli 2026 bricht eine Gruppe von sieben Frauen und Männer, zusammen mit P. Clemens Gutberlet LC, zu einer besonderen Wallfahrt auf. Ihr Weg führt sie vom bayerischen Marienfried bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Dort wollen sie planmäßig am 9. August ankommen.

Die Tour verbindet eine anspruchsvolle sportliche Herausforderung mit Gebet, Gemeinschaft und einem wichtigen Anliegen: Als „Spendenmarathon“ soll sie zugleich auf die Priesterausbildung der Legionäre Christi aufmerksam machen und diese finanziell unterstützen.

Als Familien und Freunde unterwegs

Zur Gruppe gehören drei Mitglieder der Familie König: Familienvater Florian sowie seine Söhne Raphael (18) und Jakob (21). Aus Nordrhein-Westfalen nehmen Conny und Stephan Bauer, beide 59 Jahre alt, gemeinsam mit ihrer 26-jährigen Tochter Rebecca, genannt Becky, teil. Komplettiert wird das Radteam durch den 36-jährigen Marius Imiolczyk, ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen.

Während der ersten drei Tage begleitet außerdem die 30-jährige Marie Christin die Gruppe auf dem Fahrrad. Der 20-jährige Johannes unterstützt die Pilgerinnen und Pilger im Begleitfahrzeug.

Die Idee und Planung der Strecke lagen vor allem bei Rebecca Bauer und P. Clemens Gutberlet LC. Franziska König kümmerte sich um die Unterkünfte entlang des Weges. P. Clemens ist für das geistliche Programm der Wallfahrt verantwortlich.

Von Marienfried über Lourdes bis nach Santiago

Die Route führt die Gruppe durch einige der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte Europas. Zu den vorgesehenen Stationen zählen unter anderem das Kloster Einsiedeln in der Schweiz und die romanische Klosterkirche Sainte-Foy in Conques im französischen Département Aveyron.

Ein weiterer wichtiger Halt ist der südfranzösische Marienwallfahrtsort Lourdes. In Spanien führt die Route unter anderem zum Sanktuarium von Loiola, dem Geburtsort des heiligen Ignatius von Loyola, sowie zum Heiligtum von Covadonga, das der Schutzpatronin Asturiens gewidmet ist. Auch die Kathedrale von Oviedo liegt auf dem Weg, bevor die Gruppe schließlich das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela erreichen möchte.

Die langen Tagesetappen werden den Teilnehmenden einiges abverlangen. Doch gerade in der Verbindung von körperlicher Anstrengung, Gebet und Gemeinschaft liegt für sie der besondere Charakter dieser Reise.

Gemeinsame Erfahrungen und persönliche Anliegen

Conny Bauer freut sich besonders darauf, die Wallfahrt gemeinsam mit ihrem Mann zu erleben: „Ich freue mich in erster Linie darauf, tiefe Erfahrungen und kleine und große Herausforderungen mit meinem Mann zu erleben.“

Für ihre Tochter Becky verbindet die Reise ein persönliches Hobby mit ihrem Glauben: „Ich freue mich sehr, dass ich mein Hobby, mit dem ich so viel Zeit verbringe, für Jesus einsetzen kann. Den Vorschlag, mit ihm und einer tollen Gruppe diese wunderschöne Strecke zu fahren, konnte ich unmöglich ablehnen.“

Marius Imiolczyk nimmt ein persönliches Anliegen mit auf den Weg: „Ich gehe gerade durch eine schwierigere Lebensphase und hoffe, dass Jesus auf meine Bitten antwortet. Gelohnt hat sich die Tour jedoch schon, wenn ich ihm näherkomme.“

Damit wird die Fahrradwallfahrt für die Teilnehmenden zu mehr als einer sportlichen Reise. Sie verstehen den Weg zugleich als Zeit der persönlichen Neuorientierung, als Suche nach Gottes Nähe und als Möglichkeit, konkrete Anliegen im Gebet mitzutragen.

Ein Weg, der vor 26 Jahren begann

Für Florian König ist der Jakobsweg eng mit seiner eigenen Familiengeschichte verbunden. Bereits vor 26 Jahren nahm er an einer Fahrradwallfahrt nach Santiago teil. Auf dieser Reise lernte er seine spätere Frau kennen.

Nun fährt er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen, die bald das Elternhaus verlassen und ihren eigenen Lebensweg beginnen. „Aus dieser Begegnung ist unsere Familie entstanden. Nun verlassen uns die beiden Kinder, die ebenfalls mitfahren, und gehen ihren eigenen Weg“, erzählt er.

Im vergangenen Jahr hatte Florian König die Gruppe noch im Begleitfahrzeug unterstützt. Dabei wuchs in ihm der Wunsch, die Strecke selbst auf dem Fahrrad zurückzulegen. Da er zuvor kaum Sport betrieben hatte, begann er an Weihnachten mit einem regelmäßigen Training. Allein in den letzten vier Wochen vor dem Start legte er rund 1.600 Kilometer mit dem Fahrrad zurück.

Die damit verbundene Anstrengung möchte er besonders für seine Kinder aufopfern. Die Wallfahrt verbindet für ihn persönliche Erinnerungen, Familie, Glauben und sportliche Herausforderung: „Eine Wallfahrt ist immer auch eine Suche nach Gott. Sie hilft dabei, ihm wieder näherzukommen und den Glauben zu vertiefen. Dadurch erhält die Reise eine tiefere Bedeutung als ein gewöhnlicher Urlaub.“

Radeln für die Priesterausbildung

Neben ihren persönlichen Gebetsanliegen möchten die Teilnehmenden mit der Fahrt die Priesterausbildung der Legionäre Christi unterstützen. Während der gesamten Tour vom 26. Juli bis zum 9. August sammeln sie deshalb Spenden.

Die Ausbildung eines Priesters erstreckt sich über zehn bis 12 Jahre und umfasst neben dem Noviziat, das Studium der Philosophie und Theologie, sowie geistliche, menschliche und pastorale Ausbildungsabschnitte. Mit ihrer Initiative möchten die Rad-Pilger einen konkreten Beitrag dazu leisten und zugleich Menschen dazu einladen, ihre Wallfahrt im Gebet zu begleiten.

■ Über den Verlauf der Reise berichten Rebecca Bauer und Raphael König regelmäßig in einem eigenen WhatsApp-Kanal (Hier Kanal beitreten!).

■ Darüber hinaus werden auf dem Instagram-Kanal des Regnum Christi Kurzvideos und Eindrücke von den einzelnen Etappen veröffentlicht.

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