Vision, Leitung, Sendung: Das waren die Schwerpunkte der Generalversammlung

Die III. Ordentliche Generalversammlung der Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi brachte konkrete Beschlüsse zu Spiritualität, Gelübde der Armut, Nachhaltigkeit und Leitung hervor - Abschlusserklärung

Die III. Ordentliche Generalversammlung der Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi brachte vom 12. Januar bis 14. Februar in Rom 43 Delegierte aus 11 Nationen aus aller Welt zusammen. Nach ihrem Abschluss richtete die Generaldirektorin Nancy Nohrden einen Brief an die Mitglieder des Regnum Christi (Original auf Spanisch), in dem sie den zurückgelegten Weg sowie die wichtigsten Themen und Entscheidungen der Versammlung darlegt:

„Diese Erfahrungen bestätigen die Gnade, gemeinsam im Dienst der Kirche unterwegs zu sein und die Schlussfolgerungen der Generalversammlung des Regnum Christi lebendig werden zu lassen, die in unsere Vision auf das Jahr 2032 hin integriert worden sind.“

Während der Generalversammlung entschieden die Delegierten über die Vision bis 2032 – jenen Horizont, zu dem Gott sie als Zeichen seines Reiches auf Erden ruft. Diese Vision wurde in sechs Punkten zusammengefasst und steht in Kontinuität mit dem Generalkonvent der Föderation Regnum Christi (Frühjahr 2024, wir berichteten) und dessen Plan der apostolischen Ausrichtung.

Auf Weisung des Heiligen Stuhls formulierten sie zudem eine neue Norm, die in die Konstitutionen aufgenommen werden wird. Diese soll den Beitrag und die eigenen Merkmale zum Ausdruck bringen, mit denen die Gottgeweihten Frauen das gemeinsame Charisma im Regnum Christi leben.

Darüber hinaus verabschiedeten sie konkrete Erklärungen, um das Gelübde der Armut und den Dienst an Bedürftigen kohärenter zu leben, und überprüften einen ökonomischen Nachhaltigkeitsplan, der auf Tragfähigkeit, Subsidiarität, Armut gemäß dem Evangelium sowie Solidarität mit der Kirche und dem Regnum Christi beruht.

Sie schlossen außerdem die Unterscheidung über eine kontemplative Gemeinschaft ab (siehe Seite 21 im Abschlusskommuniqué), wählten eine neue Leitung und wurden gemeinsam mit den gottgeweihten Laien von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen.

Alle Schlussfolgerungen und Entscheidungen wurden in einem Abschlusskommuniqué festgehalten (Original auf Spanisch, Umfang: 39 Seiten).

Vision bis 2032

Im Verlauf der Generalversammlung erarbeiteten die Delegierten die Vision der Gemeinschaft für das Jahr 2032. Diese Vision beschreibt den Horizont, zu dem Gott sie nach ihrer Überzeugung ruft: in Kontinuität mit dem Generalkonvent der Föderation Regnum Christi und dem Plan für die apostolische Ausrichtung der Gottgeweihten Frauen sollen sie Zeichen des Reiches Gottes in der Welt sein.

Sie möchten kontemplativer und zugleich mit brennendem missionarischem Eifer evangelisierend sein, die Wirklichkeit als theologalen Raum annehmen und als Gemeinschaften von Aposteln mit erneuertem Sendungsbewusstsein und missionarischer Kühnheit leben. Zugleich wollen sie ihren spezifischen Beitrag in den Dienst der gemeinsamen Sendung des Regnum Christi stellen und mit Freude die Schönheit ihrer Berufung teilen.

Eigenrecht und Charisma

In Kontinuität mit der im Jahr 2020 vorgenommenen Überarbeitung vertiefte die Generalversammlung einige Aspekte des Eigenrechts, die einer Aktualisierung bedurften, und bestätigte dabei die Solidität der Konstitutionen und der Lebensordnung.

Diesmal ging es nicht um eine umfassende Revision, sondern um punktuelle Anpassungen, die dem Heiligen Stuhl zur Genehmigung vorgelegt werden.

Besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchte die Arbeit an der Formulierung einer Norm zum Charisma. Die Versammlung griff die Bitte des Heiligen Stuhls auf, die Gabe, welche die Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi in die Kirche einbringen, klarer zu formulieren, und dabei bereits im Eigenrecht vorhandene Elemente organisch zu integrieren. Dieser Prozess ermöglichte einen breiten Konsens und führte zur Verabschiedung einer Formulierung, die Identität, Ziel und Sendung der Gottgeweihten klarer und kraftvoller ausdrückt und zugleich in voller Übereinstimmung mit dem vom gesamten Regnum Christi geteilten Charisma bleibt.

Vertiefung der Praxis des Gelübdes der Armut

In Umsetzung des Auftrags der Generalversammlung von 2020 wurde die zweite Etappe der Unterscheidung zur Lebensweise des Armutsgelübdes behandelt. In diese Arbeit flossen Beiträge aus den Territorialversammlungen sowie der Vortrag von P. Aitor Jiménez, CFM, über den gemäß dem Evangelium, den gemeinschaftlichen und apostolischen Charakter der Armut ein.

Eine Plenarsitzung bündelte die wichtigsten Schlussfolgerungen zur konkreten Lebensweise der Armut, zur Solidarität und zur Hilfe für die Bedürftigsten.

Nachhaltigkeit und Mitverantwortung

Die Versammlung widmete außerdem mehrere Tage dem Thema der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Vorgestellt wurde ein Gesamtplan, den die Generalverwalterin Sonia Baldwin auf Grundlage der Territorialpläne erarbeitet hatte. Zu den behandelten Grundsätzen gehörten langfristige Tragfähigkeit, Subsidiarität, Armut gemäß dem Evangelium sowie Solidarität mit der Kirche und dem ganzen Regnum Christi.

Miguel Campos, S.J., brachte dazu eine kirchliche und rechtliche Perspektive auf legitime Formen der wirtschaftlichen Absicherung in „Gesellschaften apostolischen Lebens“ [das ist der offizielle kirchenrechtliche Status der Gottgeweihten Frauen des RC seit 2018] ein.

Wahl der Generalleitung

Anschließend trat die Generalversammlung in eine besonders vom Gebet geprägte Phase ein, um die Wahl der neuen Generalleitung anzugehen. Auf der Grundlage von Materialien zur tieferen Reflexion und einer zentralen Frage – was brauchen die Gottgeweihten Frauen heute von ihrer Leitung und von der Generalverwalterin? – wollten sich die Delegierten durch Hören und Dialog dem Licht des Heiligen Geistes öffnen.

In diesem Zusammenhang wurde am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, Nancy Nohrden für eine zweite Amtszeit von sechs Jahren als Generaldirektorin wiedergewählt.

Nachdem die Generalversammlung die Erfahrung der bisherigen Leitung angehört und die aktuellen Bedürfnisse der Gemeinschaft abgewogen hatte, kam sie zu dem Schluss, dass für die kommende Amtszeit ein Generalrat aus vier Räten am geeignetsten sei. Am 3. Februar wurden Perla González de la Fuente als Generalvikarin und Erste Rätin, Eugenia Álvarez Espinoza als Zweite Rätin, Kathleen Murphy als Dritte Rätin und Camila Melo als Vierte Generalrätin gewählt. Am 4. Februar fand die Wahl der Generalökonomin statt; Sonia Baldwin wurde für eine zweite Amtszeit gewählt (wir berichteten ausführlich).

Aufträge an die neue Leitung: geschwisterliches Leben und Entwicklung der Spiritualität

Die Generalversammlung hat der neuen Leitung zwei Aufträge mitgegeben: Erstens soll sie einen Prozess des Hörens, der Analyse, der Bildung und der Begleitung zum geschwisterlichen Leben in den Gemeinschaften der Gottgeweihten Frauen fördern. Zweitens soll sie die Entwicklung der Spiritualität vorantreiben und dabei zentrale Elemente vertiefen – etwa das Zeichen-Sein des Reiches Gottes mitten in den zeitlichen Wirklichkeiten, das erneuerte Sendungsbewusstsein und die eigenen Versprechen der Gottgeweihten.

Audienz bei Papst Leo XIV.: ein Moment der Gemeinschaft und der Sendung

Am 29. Januar hatten die Delegierten der Generalversammlungen der Gottgeweihten Frauen und Männer des Regnum Christi eine Privataudienz bei Papst Leo XIV. Die Begegnung war von Nähe und geistlicher Gemeinschaft geprägt.

Der Papst richtete Worte der Ermutigung an sie und unterstrich den Wert des Charismas des Regnum Christi, die Leitung als Dienst und die Gemeinschaft als Fundament allen apostolischen Handelns. Er lud sie ein, „eine immer größere Gemeinschaft in der ganzen Familie zu fördern, indem sie Spiritualität und Apostolat teilen und die empfangene Berufung in Fülle leben“.

Während der Audienz begrüßte der Heilige Vater jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer einzeln. Die Generaldirektoren Félix Gómez und Nancy Nohrden überreichten dem Papst ein Buch über das Regnum Christi sowie eine Christus-König-Ikone, die von der Gottgeweihten Taís Gea geschaffen wurde. Der Papst seinerseits übergab jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer einen Rosenkranz und posierte mit der Gruppe für ein Abschlussfoto.

Mehrere Teilnehmende teilten anschließend ihre Eindrücke und hoben besonders die Einladung des Papstes zur Gemeinschaft, die Verantwortung für die Bewahrung des Charismas sowie den erneuerten Impuls für die evangelisierende Sendung hervor.

Eine von der Kirche beschenkte Zeit

Im Verlauf der Generalversammlung gab es mehrere Gebetszeiten, eucharistische Stunden und Räume der Fürbitte für alle Berufungen im Regnum Christi sowie eine Pilgerfahrt zum Heiligtum Santa Maria ad Rupes. Hinzu kam ein Abendessen mit den Kapitelvätern der Legionäre Christi und den Delegierten der Gottgeweihten Männer.

Zu verschiedenen Zeitpunkten nahmen an der Versammlung – zur Unterstützung des Unterscheidungsprozesses im Heiligen Geist oder zur Feier der Sakramente – sowohl Legionäre Christi und gottgeweihte Laien als auch Mitglieder anderer kirchlicher Wirklichkeiten teil, darunter P. Cristóbal Fones, S.J., Kardinal Ángel Fernández Artime S.D.B., Msgr. Markus Graulich, S.D.B. und Kardinal Kevin Farrell, zusätzlich zu den bereits Genannten.

Die Gottgeweihten Frauen schließen die Generalversammlung mit erneuerter Hoffnung und mit der festen Verpflichtung ab, Christus weiterhin zu verkünden – in Gemeinschaft und im Dienst, in der Kirche und im Regnum Christi.

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