Glaube ist nicht nur Kopfsache. Wenn „das Wort Fleisch geworden“ ist, dann begegnet Gott uns nicht als abstrakte Idee, sondern mitten im Menschlichen – sichtbar, berührbar, mit einem liebenden Herzen. Genau deshalb stellt diese Predigt eine oft übersehene Frage: Welche Rolle spielen Emotionen in der Spiritualität – und was hat das mit Bekehrung zu tun?
Ausgehend vom vertrauten Weihnachts-Evangelium (Joh 1) geht es um unsere Antwort auf Gottes Liebe: nicht nur über ihn nachzudenken oder richtige Entscheidungen zu treffen, sondern ihn aufzunehmen – mit dem ganzen Menschen. „Der Herr erleuchtet die Augen eures Herzens“: Das Herz als Ort der Wahrheit, der Entscheidungen und auch der Gefühle wird zum Schlüssel, um Gott wirklich zu erkennen. Denn Liebe ist nicht nur Gefühl, aber auch nicht ohne Gefühl: Sie wird konkret in Beziehung, Hingabe, Treue – und sie lässt sich lernen, indem man sie übt.
Praktisch wird die Predigt dort, wo sie Wege zeigt, wie das Herz wieder mitgeht: bitten (Gott ehrlich um Begegnung bitten), lieben als Entscheidung (Liebe ist ein Verb), verweilen und verkosten (statt alles zu überfliegen) und Gefühle integrieren, statt sie zu verdrängen – als „Rohstoff“, aus dem Liebe wachsen kann. Eine Einladung, den Glauben neu „all in“ zu leben: mit Verstand, Willen und Herz.
Predigt von P. George Elsbett LC am 2. Januar 2026 im Zentrum Johannes Paul II. in Wien.