In der dritten Meditation steht die Eucharistie als Sakrament der Liebe im Mittelpunkt: hier ist die Quelle und der „Generator“, weil Liebe nicht einfach aus eigener Anstrengung entsteht. Vor dem Herrn geht es darum, sich seiner Gegenwart auszusetzen wie der Sonne – nicht um Leistung, sondern um Stärkung, Wärme und neue Kraft durch das „Bestrahtwerden“ von Christus.
Als Leittext dient die Begegnung Jesu mit Petrus am See (Joh 21): Nach Auferstehung und Fischfang stellt Jesus nicht die Frage nach Erklärungen, Schuldzuweisungen oder theologischen Prüfungen, sondern trifft den Kern: „Liebst du mich?“Diese Frage zielt auf das Herz und kann letztlich nicht nur mit Worten, sondern nur mit dem Leben beantwortet werden. Zugleich liegt darin eine Freiheit: vieles macht abhängig und unfrei, aber lieben kann niemand verhindern – und genau diese Freiheit will Christus in der Anbetung schenken.
Anbetung wird dabei doppelt verstanden: als Niederwerfen vor Gott, also die Anerkennung Christi als Maßstab und das Loslassen der Maßstäbe von Erfolg und Weltlichkeit, und zugleich als intime Nähe, als Adoratio im Sinn tiefster Liebesgemeinschaft – nicht bloße Unterwerfung, sondern Freundschaft und Würde: nicht Knechte, sondern Freunde. Weil Gebet oft schwerfällt, wird der „Kampf des Betens“ als realistische Hilfe gesehen: Gerade die Mühsal formt Liebe. Gebet wird zur Schule der Beziehung, weil es Zuhören lehrt, dem Gegenüber Raum lässt und die Kontrolle aufgibt – Gott lässt sich nicht „bedienen“ oder auf Knopfdruck liefern, und dieses Aushalten reift das Herz. Deshalb ist Beten nicht nettes Extra, sondern lebensnotwendig; in diesem Ringen entscheidet sich, wohin das Leben geht. Am Ende steht die Einladung, die inneren Rüstungen abzulegen, Masken und Waffen fallen zu lassen und sich erobern zu lassen: nicht nur Jesus zu lieben, sondern sich von ihm lieben zu lassen.