Generalversammlung 2026 der Gottgeweihten Frauen

43 Delegierte aus elf Nationen beraten fünf Wochen lang über Leitung, Zukunftsvision und zentrale Weichenstellungen – auch Europa ist mit drei Teilnehmerinnen vertreten. Weitere Updates folgen.

(letzte Aktualisierung: 23. Januar, 20.00 Uhr)

Rom – Seit Anfang Januar treffen in Rom die Delegierten der III. Ordentlichen Generalversammlung der Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi zusammen. Die Versammlung hat bereits begonnen, wird jedoch noch mehrere Wochen andauern: Insgesamt sind fünf Wochen Beratungszeit vorgesehen. Der Auftakt dieser internationalen Zusammenkunft findet am Sitz der Generalleitung (Vía Corrado Barbagallo 20, Rom) statt.

Die Generalversammlung ist das höchste Leitungsorgan der Gesellschaft apostolischen Lebens der Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi. Sie dient der Bewahrung des Charismas, der Erneuerung und der Klärung grundlegender Fragen – und sie trifft Entscheidungen, die für die gesamte Gesellschaft verbindlich sind. Ordentlich findet sie alle sechs Jahre statt; in dringenden Fällen kann sie auch außerordentlich einberufen werden. Die letzte ordentliche Generalversammlung fand 2020 statt (wir berichteten ausführlich).

Wer in Rom zusammenkommt

Die Versammlung vereint in diesem Jahr 43 Delegierte verschiedener Herkunft: 15 Gottgeweihte Frauen nehmen kraft ihres Amtes teil – nicht aufgrund einer Wahl, sondern aufgrund ihrer Verantwortung innerhalb der Organisationsstruktur. Hinzu kommen 26 Delegierte, die per Abstimmung gewählt wurden; ihre Entsendung orientiert sich an der Zahl der Gottgeweihten Frauen mit endgültigen Gelübden in den jeweiligen Territorien.

Auch das Territorium Europa ist vor Ort vertreten: Mariana Ibáñez, Patricia Klein und Alejandra Zapata nehmen an der Generalversammlung teil und bringen Erfahrungen, Fragen und Perspektiven aus dem europäischen Kontext in die Beratungen ein.

(Übersicht der Delegierten mit Foto auf der englischsprachigen Webseite der Gottgeweihten Frauen.)

Worum es jetzt geht: Leitung wählen, Zukunft gestalten

Inhaltlich stehen zwei Ebenen im Zentrum: Leitung und Weichenstellungen.

1. Wahlen: Die Generalversammlung wählt:

  • die Generaldirektorin,
  • die Generalrätinnen,
  • sowie die Generalökonomin.

2. Zentrale Themen für die kommenden Jahre
In den Beratungen geht es um die wichtigsten Fragen für die Zukunft der Gesellschaft – darunter:

  • die Vision der Gesellschaft mit Blick auf den Horizont 2031/2032 (je nach Planungsperspektive), inklusive apostolischer Ausrichtung,
  • ein Plan zur finanziellen Nachhaltigkeit,
  • ein geistliches und praktisches Ringen um die gelebte Armut,
  • Fort- und Weiterbildung (Formación Permanente),
  • die Frage nach kontemplativen Dimensionen im Regnum Christi (wir berichteten ausführlich),
  • sowie Änderungen am Eigenrecht (Modifikationen am „Derecho Propio“).

Der Weg nach Rom: Territoriale Versammlungen als Fundament

Der Start in Rom baut auf einem längeren Prozess auf. In den Monaten vor der Generalversammlung hat jedes Territorium der Gemeinschaft eine eigene Territorialversammlung durchgeführt. Diese Treffen waren Orte gemeinschaftlicher Unterscheidung, geprägt von Gebet und Dialog. Dort wurden Vorschläge und Reflexionen zu genau jenen Themen gesammelt, die nun in Rom auf dem Tisch liegen: Zukunftsvision 2026–2032, Nachhaltigkeit, Armut, dauerhafte Formation und rechtliche Weiterentwicklung.

Gerade die Vielfalt der lokalen Realitäten – und zugleich die gemeinsame Sehnsucht, „Apostelinnen der Hoffnung“ zu sein – soll nun in Rom zusammengeführt werden. (Hintergrund zur europäischen Territorialversammlung hier auf unserer Webseite.)

1. Zwischenbericht: Geistlicher Beginn im Zeichen des Jubiläums

Bereits am 5. Januar reisten die Delegierten aus unterschiedlichen Teilen der Welt an. Unmittelbar zu Beginn standen geistliche Akzente im Vordergrund: Am 6. Januar hatten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, in Rom das Hochfest Erscheinung des Herrn (Epiphanie) mitzufeiern – in einer Feier, die von Papst Leo XIV. geleitet wurde, verbunden mit dem Schließen der Heiligen Pforte im Petersdom. Diese Pforte sei im Laufe des Jubiläumsjahres von mehr als 33 Millionen Pilgerinnen und Pilgern durchschritten worden. Inmitten der großen kirchlichen Gemeinschaft endete das Jubiläum für die Delegierten unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“.

Nach der hl. Messe – bei starkem Regen – verweilten die Gottgeweihten Frauen auf dem Petersplatz, um gemeinsam mit dem Papst den Angelus zu beten. In seiner Ansprache rief er zu einer Hoffnung auf, die konkrete Folgen hat: Mögen Gegner zu Brüdern und Schwestern werden, Ungleichheiten gerechter Ordnung weichen und anstelle der „Industrie des Krieges“ die „Kunst des Friedens“ treten – ein Appell an „Handwerker der Hoffnung“, die „auf einem anderen Weg“ in die Zukunft gehen.

2. Zwischenbericht: Exerzitien und Vorbereitung: Hören lernen, bevor entschieden wird

Vom 7. bis 9. Januar schloss sich eine Zeit intensiver geistlicher Vorbereitung an: Geistliche Exerzitien eröffneten den synodalen Ablauf, der die Versammlung prägen soll. Die Exerzitien wurden von P. Cristóbal Fones SJ geleitet. Die Tage waren von Stille, Gebet und einem „heiligen Schweigen“ geprägt – ein Rahmen, in dem die Delegierten sich bewusst dem Hören auf den Heiligen Geist aussetzen: durch Gebet, geistliche Gespräche, Zuhören und einen wertschätzenden Blick auf das, was gewachsen ist und was sich verändern muss.

Zum Abschluss der Vorbereitungswoche folgten eine Fortbildungseinheit am Samstag sowie Erholung am Sonntag – bevor es in die eigentlichen Beratungen ging.

Am 12. Januar begann die Generalversammlung offiziell mit einer Eucharistiefeier im Petersdom. Die hl. Messe wurde vom Kardinal Ángel Fernández Artime SDB, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens, geleitet. Damit war der Weg markiert: Die kommenden Wochen sollen nicht nur administrative Entscheidungen hervorbringen, sondern eine geistliche Erneuerung, die aus der Kirche heraus und mit ihr geschieht.

3. Zwischenbericht: Gemeinsam unterwegs: Eine Woche der Unterscheidung

Am Ende der ersten Woche (17. Januar) der Generalversammlung widmeten sich die Delegierten intensiv dem Zuhören, Lesen und Nachdenken über die Territorialberichte und den Bericht der Generalleitung. Nach den Präsentationen der Territorialleiterinnen und der Generalleiterin konnten sie die Fortschritte, Herausforderungen und Perspektiven für die Gesellschaft verinnerlichen und darüber diskutieren. Dabei war echte Freude und Dankbarkeit über das bereits Erreichte zu spüren. Zugleich blieben die noch vor uns liegenden Herausforderungen im Blick.

Der Teil der Versammlung, der den Berichten gewidmet war, endete mit Gruppenarbeit nach der Methode „Conversación en el Espíritu“ (Gespräch im Geist). Diese Methode fördert aufmerksames Zuhören, den Austausch innerer Erfahrungen und eine umfassendere gemeinschaftliche Entscheidungsfindung.

Die apostolischen Werke der Territorien kennenlernen

In einer familiären Atmosphäre bot die Versammlung auch Raum, die apostolischen Werke in den verschiedenen Territorien näher kennenzulernen. An thematischen Tischen tauschten sich die Delegierten über Evangelisierungsinitiativen in ihren Territorien aus. So wurde der gemeinsame Blick auf die Mission bereichert. Ergänzt wurden die Tische durch typische Süßigkeiten aus den Ländern, in denen die Territorien tätig sind. Diese einfache Geste machte es möglich, den kulturellen Reichtum des Regnum Christi zu würdigen.

Momente der Dankbarkeit, des Gebets und der Fürbitte

Die eucharistische Stunde der ersten Woche (15. Januar) wurde von den Geweihten des Gebiets Spanien vorbereitet und geleitet. Sie war ein tief kirchlicher und familiärer Moment. Ein besonderer Raum war der Fürbitte und der Danksagung gewidmet: für die Legionäre Christi, die geweihten Laien, die Laienmitglieder des Regnum Christi und für jede einzelne der Geweihten des Regnum Christi.

Am Freitagabend gab es während des Abendessens einen Moment der Dankbarkeit gegenüber der Generalleitung, die ihre Amtszeit beendet. Es war ein herzlicher Moment, der Erinnerung und Brüderlichkeit verband. Dabei wurde ein Erinnerungsvideo gezeigt, das verschiedene bedeutende Momente der sechsjährigen Amtszeit zusammenfasste.

Am Samstag war die Versammlung ein Ort der Fürbitte und der Danksagung für jedes Territorium und für die Generalleitung. Dabei öffnete sie ihr Herz für das Wirken des Heiligen Geistes. Der Sonntag war ein Tag der Ruhe. Er wurde in Gelassenheit verbracht, entweder mit einem Besuch in Rom oder im Haus Domus RC.

Fortbildung und Vorbereitung auf die Wahlen

Am Montag (19. Januar) nahm die Versammlung ihre Arbeit wieder auf. Es gab einen Vortrag von P. Aitor Jiménez, CFM, Untersekretär des Dikasteriums für das geweihte Leben und die Gesellschaften des apostolischen Lebens. Er gab wertvolle Einblicke in das Charisma, die Rolle der Leitung und den Wahlprozess. Außerdem sprach er über die Mission des Dienstes an den Bedürftigsten.

Auf diesen informativen Teil folgte eine Präsentation über die möglichen Aufgaben der nächsten Generalleitung und über die Vorbereitung auf die Wahlen. Das half den Delegierten, sich klar und verantwortungsbewusst auf die bevorstehenden Entscheidungen einzustellen.

Unterscheidung über die Vision für 2031

Am selben Tag wurde auch das Thema der Vision der Gesellschaft des apostolischen Lebens für 2031 angesprochen. Dabei wurden die Beiträge der Territorialversammlungen aufgegriffen. Zugleich wurde eine gemeinschaftliche Unterscheidung über die Schlüsselelemente für die nächsten sechs Jahre gefördert.

Die Delegierten arbeiteten in Teams. Sie tauschten sich aus und versuchten, die Prioritäten zu identifizieren, die Gott für diese neue Periode inspirieren könnte. Dieses Thema wird gegen Ende der Versammlung wieder aufgegriffen, nachdem die anderen geplanten Themen behandelt worden sind.

Vertiefung der Erfahrung der Armut

Schließlich eröffnete die Versammlung den Auftrag zur Armut, der der Generalleitung von der Versammlung 2020 übertragen worden war. Dieser Auftrag lädt dazu ein, die zweite Phase der Entscheidungsfindung über das Leben in Armut gemäß den Leitlinien der Erklärung dieser Versammlung fortzusetzen.

Die begonnene Arbeit zielt darauf ab, ein evangelischeres, gemeinschaftlicheres und apostolischeres Verständnis dieses Ratschlags zu vertiefen. So soll er das Leben und die Mission der Gesellschaft in den kommenden Jahren konkret beleuchten.

Im Video auf YouTube fasst Patricia Klein, Gottgeweihte Frau gebürtig aus Deutschland, die Ereignisse der 2. Woche zusammen.

Eine wichtige Zeit für die ganze geistliche Familie des Regnum Christi

Zeitlich fällt die Generalversammlung in einen Januar, der im Regnum Christi insgesamt von Erneuerung geprägt ist: Auch die Legionäre Christi und die Gottgeweihten Männer des Regnum Christi begehen im selben Monat ihre jeweiligen großen Leitungstreffen (Generalkapitel bzw. Generalversammlung). Der gemeinsame Ton: inneres Wachstum, Treue zum Charisma und Offenheit für den Heiligen Geist.

Ein Artikel, der weiterwächst: Updates in den kommenden Wochen

Diese Generalversammlung ist kein Ereignis „an einem Tag“, sondern ein Weg. Deshalb wird dieser Artikel in den nächsten Wochen durch mehrere Updates erweitert – tagebuchähnlich, entlang der wichtigsten Etappen, Entscheidungen und geistlichen Akzente.

Aktueller Stand: Die Versammlung hat begonnen, die Delegierten sind in Rom versammelt, die geistliche Vorbereitung ist abgeschlossen und die Beratungen zu Wahlen und Zukunftsthemen laufen bzw. beginnen in diesen Tagen.

Fortsetzung folgt.

Unite in prayer for the Assemblies and General Chapter

Damit die Beratungen in Rom geistlich getragen sind, ruft das Regnum Christi weltweit dazu auf, die Generalversammlungen (der Gottgeweihten Frauen und Männer) sowie das Generalkapitel der Legionäre Christi im Gebet zu begleiten. Konkret geht es darum, durch Eucharistische Anbetung den Heiligen Geist um Licht, Einheit und die Erfüllung des Willens Gottes zu bitten – für die Delegierten, die Entscheidungen und die Sendung des Regnum Christi.

So können Sie mitmachen: Nach einer kurzen Registrierung (Name + E-Mail) auf einer eigenen Webseite wählen Sie im Kalender einen Tag und eine Uhrzeit für deine Anbetungsstunde – einmalig oder wiederkehrend. In dieser Gebetszeit beten Sie dann ausdrücklich für die Versammlungen, das Generalkapitel und die Mission des Regnum Christi. Die Teilnahme ist auch mehrfach möglich, wenn Sie sich mehrmals eintragen möchten.

Fotos und weiterführende Links

Ein weltweiter Weg des Hörens und Entscheidens der Priesterkongregation – Überblick mit wöchentlichen Updates, Nachrichten und Interviews für den deutschsprachigen Raum.

Generalkapitel 2026 der Legionäre Christi

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