„Für eine Kultur des Schutzes, der Fürsorge und der Verantwortung“

Legionäre Christi aktualisieren nach dem Generalkapitel 2026 ihr Grundsatzdokument „Schützen und Heilen“ zum Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Personen.

Rom, September 2026. Im Anschluss an das Generalkapitel 2026 stellt die Kongregation der Legionäre Christi die aktualisierte Fassung von „Schützen und Heilen“ (spanisch: „Proteger y sanar“) vor. Das Dokument bestimmt seit 2020 ihre Leitlinien zum Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Personen, zur Zuwendung zu den Betroffenen von Missbrauch und zur Gewährleistung gerechter Verfahren für alle beteiligten Parteien. Die Aktualisierung soll das Dokument zudem auf den neuesten Stand des Kirchenrechts bringen, ohne von den Grundsätzen abzuweichen, auf denen es beruht.

Mehr als Vorschriften – eine Kultur

In einem Schreiben an alle Legionäre Christi erklärte P. Carlos Gutiérrez LC, Generaldirektor der Kongregation: „Diese Veröffentlichung stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg dar, den die Kongregation beschreitet, um eine Kultur des Schutzes, der Fürsorge und der Verantwortung zu festigen. Das Dokument greift die in diesen Jahren gesammelten Erfahrungen, die Überlegungen des Generalkapitels, die Entwicklung der kirchenrechtlichen und staatlichen Normen sowie die bewährten Vorgehensweisen auf, die nach und nach in der Kirche und in unserem eigenen institutionellen Leben aufgenommen wurden.“

In seinem Schreiben hebt er hervor: „‚Schützen und Heilen‘ darf nicht lediglich als eine Sammlung von Vorschriften aufgenommen werden. Es soll uns helfen, in einer persönlichen, gemeinschaftlichen und institutionellen Umkehr zu wachsen, die sich in Maßstäben für unser Leben, in gesunden und respektvollen Beziehungen sowie in wirklich sicheren Umgebungen in unseren Gemeinschaften, Einrichtungen und Apostolaten niederschlägt.“

„Ich bitte alle Legionäre Christi, dieses Dokument mit Offenheit und der Bereitschaft anzunehmen, es kennenzulernen, zu verinnerlichen und entsprechend ihrer jeweiligen Zuständigkeit gewissenhaft anzuwenden“, erklärt er.

Sechs Jahre des Lernens

Seit das Dokument 2020 erlassen wurde, wurden in mehreren Bereichen Fortschritte erzielt: Eine Kultur der Fürsorge hat sich in den Gemeinschaften verankert, Verfahren zur Prävention und zur Unterstützung Betroffener wurden eingeführt, und jährliche Berichte legen Rechenschaft über Fakten, Verpflichtungen und Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von Meldungen und der Berichterstattung über Fälle ab.

Nach Aussage des Generalkapitels 2026 wäre nichts davon ohne die Mitwirkung unabhängiger Fachleute, von Mitarbeitenden, Mitgliedern des Regnum Christi und ganz besonders der Betroffenen möglich gewesen, die ihre Erfahrungen und Beobachtungen geteilt haben.

Fehler anerkennen und um Vergebung bitten

Die Kongregation erkennt an, dass es sowohl beim ursprünglichen Dokument von 2020 als auch bei seiner Anwendung Schwierigkeiten gab: In manchen Fällen erfolgte die Unterstützung Betroffener zu spät oder ohne die Sensibilität, die ihnen gebührte. In anderen Fällen gelang es nicht vollständig, das Bemühen um Transparenz und Wiedergutmachung des Schadens mit dem Recht der Beschuldigten auf die Unschuldsvermutung und den Schutz ihres guten Rufes in Einklang zu bringen. Sie räumt auch ein, dass sich einige schuldig gesprochene Ordensmitglieder während ihrer Gerichtsverfahren oder bei der Verbüßung ihrer Strafen allein, sogar verlassen fühlten.

Für all dies bat das Generalkapitel diejenigen, die unter diesen Fehlern gelitten haben, und ihre Familien ausdrücklich um Vergebung und verpflichtete sich, Fehler zu korrigieren und Verbesserungen vorzunehmen.

Eine Fassung auf dem Stand des geltenden Kirchenrechts

Die Aktualisierung wurde von einer Arbeitskommission erarbeitet und von Kirchenrechtlern überprüft, um sicherzustellen, dass sie den Zielen entspricht, die sich die Kongregation gesetzt hatte.

Die aktualisierte Fassung behält ihre drei grundlegenden Elemente unverändert bei – Prävention, Zuwendung zu den Betroffenen und das Streben nach Gerechtigkeit für alle Beteiligten.

Zugleich berücksichtigt sie die jüngsten Entwicklungen im kirchlichen Recht: die Reform des sechsten Buches des Codex des kanonischen Rechts, das Vademecum des Dikasteriums für die Glaubenslehre über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, die Aktualisierungen von „Sacramentorum sanctitatis tutela“ und „Vos estis lux mundi“ sowie die Orientierungen des Dikasteriums für die Gesetzestexte zum Schutz des guten Rufes und der Rechte von Beschuldigten.

Künftig schneller reagieren

Darüber hinaus hat das Generalkapitel 2026 beschlossen, dem Generaldirektor die Befugnis zu übertragen, dieses Dokument künftig zu erlassen und zu aktualisieren. Für Anpassungen muss somit nicht mehr auf ein neues Generalkapitel gewartet werden. Ziel ist es, dass die Kongregation schneller auf Änderungen des kirchlichen und staatlichen Rechts reagieren kann.

Mit dieser Aktualisierung bekräftigen die Legionäre Christi, dass der Schutz der besonders Schutzbedürftigen, die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit sowie die Begleitung der Menschen, denen Leid zugefügt wurde, weiterhin einen zentralen Platz in ihrer Sendung einnehmen werden, wie es in der Mitteilung des Generalkapitels 2026 zum Ausdruck kommt.

► Hier können Sie das aktualisierte Dokument „Schützen und Heilen“ (spanisch: „Proteger y sanar“) in der spanischen Originalausgabe als PDF herunterladen.

Fragen und Antworten zu „Schützen und Heilen“

Aktualisierung im Anschluss an das Generalkapitel 2026

1. Was ist „Schützen und Heilen“?

Es ist das normative Dokument der Legionäre Christi zum Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Personen. Es entstand aus den Überlegungen des Generalkapitels von 2020 und wurde nun durch das Generalkapitel 2026 aktualisiert.

2. Warum wurde dieses Dokument ursprünglich erstellt?

Es entstand aus dem von Kirche und Gesellschaft geteilten Bewusstsein für die Verantwortung, Kinder und Jugendliche zu schützen, sowie aus den schmerzlichen Erfahrungen der Legionäre Christi mit Missbrauch in ihrer eigenen Geschichte.

3. Welche Fortschritte wurden in den sechs Jahren seit seinem Erlass erzielt?

In den Gemeinschaften und Einrichtungen hat sich eine Kultur der Fürsorge verankert. Die Verfahren zur Prävention und zur Unterstützung Betroffener wurden verbessert, jährliche Berichte über die Missbrauchsproblematik veröffentlicht und unabhängige Fachleute in die Zusammenarbeit einbezogen.

4. Erkennen die Legionäre Christi an, bei der Anwendung des Dokuments Fehler gemacht zu haben?

Ja. Das Generalkapitel erkennt in Demut an, dass sowohl das Dokument als auch seine Anwendung nicht frei von Fehlern waren. Deshalb hat es eine Aktualisierung gefordert, um das zu stärken, was bereits gut umgesetzt wird, Fehler zu korrigieren und das Dokument an die geltenden kirchenrechtlichen Normen anzupassen.

5. Welche Fehler im Umgang mit Betroffenen werden genannt?

In einigen Fällen erfolgte die Unterstützung Betroffener nicht mit der gebotenen Schnelligkeit oder Sensibilität. Dadurch wurde Leid verursacht, das die Kongregation aufrichtig bedauert.

6. Welches Spannungsverhältnis zwischen Transparenz und den Rechten von Beschuldigten wird anerkannt?

Es gelang nicht immer, den Wunsch nach Transparenz und Wiedergutmachung mit dem allgemeinen Recht der Kirche in Einklang zu bringen, insbesondere mit der Unschuldsvermutung und dem Schutz des guten Rufes beschuldigter Personen.

7. Bitten die Legionäre Christi für diese Fehler um Vergebung?

Ja. Das Generalkapitel bittet diejenigen, die unter diesen Fehlern gelitten haben, und ihre Familien aufrichtig um Vergebung und erneuert seine Verpflichtung, aus diesen Geschehnissen zu lernen.

8. Wie verlief der Prozess der Aktualisierung?

Die Aktualisierung wurde von einer Arbeitskommission erarbeitet und von Kirchenrechtlern überprüft, um sicherzustellen, dass sie den Zielen entspricht, die sich die Kongregation gesetzt hatte.

9. Welche Neuerungen enthält die aktualisierte Fassung des Dokuments?

Sie berücksichtigt neuere Entwicklungen im Kirchenrecht: die Reform des sechsten Buches des Codex des kanonischen Rechts, das Vademecum des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die Überarbeitungen von „Sacramentorum sanctitatis tutela“ und „Vos estis lux mundi“ sowie die Orientierungen des Dikasteriums für die Gesetzestexte zum guten Ruf und zu den Rechten von Beschuldigten.

10. Wer wird künftig dafür verantwortlich sein, das Dokument zu erlassen und zu aktualisieren?

Das Generalkapitel hat den Generaldirektor mit dieser Aufgabe betraut. Dadurch soll eine schnellere Anpassung an die Entwicklung kirchlicher und staatlicher Normen möglich werden, ohne auf ein neues Generalkapitel warten zu müssen.

11. Bleiben die grundlegenden Prinzipien des ursprünglichen Dokuments erhalten?

Ja. Die aktualisierte Fassung behält die Grundsätze der Prävention, der Zuwendung zu den Betroffenen und des Strebens nach Gerechtigkeit für alle Beteiligten unverändert bei.

Legionäre Christi aktualisieren nach dem Generalkapitel 2026 ihr Grundsatzdokument „Schützen und Heilen“ zum Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Personen.

„Für eine Kultur des Schutzes, der Fürsorge und der Verantwortung“

Pedro Hernández LC aus dem ApostelHaus Alzgern wurde in Mexiko zum Diakon geweiht. Sein Weg führte ihn durch Zweifel und einen herausfordernden Neuanfang in Deutschland – zu einem Vertrauen, das auch durch die Begegnung mit Jugendlichen gewachsen ist.

„Ich vertraue Dir, hier bin ich“

Die Gottgeweihten Frauen des Regnum Christi veröffentlichen ihren Bericht zu „Safe Environments“ 2020-2026

Prävention – mit Entschlossenheit und Verantwortungsbewusstsein!

Priester der Legionäre Christi, Gottgeweihte Frauen und Laien des Regnum Christi nahmen vom 25. bis 28. September an Begegnungen mit Leo XIV. in Frankreich teil. Seine Worte ermutigen nicht nur junge Menschen und mahnen die Welt zum Frieden.

„Habt keine Angst vor der Zukunft!“