Mitte Februar trafen sich 36 Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren zur ECYD-Convention in Dipbach.
Ziel des Treffens: ECYD-Mitglieder aus verschiedenen Regionen zusammenzubringen, neue Kontakte zu knüpfen und alte Freundschaften zu vertiefen – und dabei zu erleben, dass eine Beziehung zu Jesus, gute Freundschaften und echte Freude zusammengehören.
Geleitet wurde die Convention von Jakob Bergmann sowie den Priestern der Legionäre Christi P. Raphael Ballestrem LC, P. Michael Hemm LC und P. Peter Hemm LC, unterstützt von fünf jugendlichen Teamleitern. Inhaltlich setzte die Veranstaltung auf eine Mischung aus Vorträgen, Teamzeiten, Sport, Spielen und geistlichen Elementen wie Austausch in Kleingruppen sowie einem Anbetungsabend mit Beichtmöglichkeit.
Wiedersehen, Kennenlernen, Zusammenwachsen
Dass Gemeinschaft nicht automatisch entsteht, war gleich zu Beginn spürbar: Viele kannten sich noch nicht oder nur flüchtig. Gerade die ersten Stunden waren deshalb auch ein Test dafür, wie schnell aus einer Gruppe eine Gemeinschaft werden kann. Leo beschreibt diese Dynamik offen: „Es war erstmal nicht so leicht, die anderen kennenzulernen. Das Kartenspielen war zu Beginn langweilig. Aber dann haben wir zusammengefunden und es war die beste Zeit!“
Genau dafür war die Convention gedacht: Begegnung ermöglichen, Hemmschwellen abbauen und einen Rahmen schaffen, in dem Freundschaft – untereinander und mit Jesus – wachsen kann.
„Wachse als Mensch!“ – Impulse für Kreativität, Willen und Charakter
Einen Schwerpunkt setzte P. Raphael mit dem Vortrag „Wachse als Mensch!“. Als Einstieg diente die Geschichte des Unternehmers Cyrus W. Field, der 1858 Europa und Amerika per Kabel verband. Das Beispiel sollte zeigen, welche Kräfte Wachstum freisetzen können: Phantasie, um überhaupt groß zu denken, Verstand, um zu planen, soziale Fähigkeiten, um Menschen zu gewinnen, und Willenskraft, um Rückschläge auszuhalten.
Im zweiten Teil ging es um das, was persönliches Wachstum verhindert. Die Teilnehmer sammelten „Wachstumskiller“ – häufig genannt wurden Faulheit und das Handy. Anschließend überlegten sie in Teams, wie sie Kreativität fördern, den Verstand schärfen, den Willen festigen, das Gewissen bilden und in sozialer Kompetenz wachsen können. Immer wieder kam dabei ein sehr konkreter Gedanke auf: Lesen – als Training für Konzentration, Tiefe und innere Freiheit.
Soziale Medien: Mechanismen verstehen, Freiheit gewinnen
Jakob Bergmann nahm danach die Rolle sozialer Medien in den Blick. Er beschrieb typische Mechanismen wie Filterblasen (die Sozialen Medien erkennen Interessen und filtern Informationen dementsprechend), den „Mere-Exposure“-Effekt (Vertrautheit durch Wiederholung) und den „Third-Person“-Effekt, wonach Menschen oft glauben, Medien beeinflussten andere stärker als sie selbst.
Auch die Folgen wurden konkret benannt: verkürzte Konzentration, ständiger Reizwechsel, „Instinkt-Swipen“, Realitätsverlust und sinkende Frustrationstoleranz. Gleichzeitig blieb es nicht bei Warnungen: Soziale Medien könnten Wissen zugänglich machen, beim Lernen helfen und auch ein Ort sein, an dem man für den Glauben einsteht. Entscheidend sei, Stille wieder einzuüben, echte Reize zu suchen (Natur, Sport), Langeweile zuzulassen – und ganz praktisch: das Handy aus dem Schlafzimmer zu nehmen. Für das geistliche Leben gelte: Stille sei ein Fundament, das Nähe zu Jesus ermögliche; wer sich unmittelbar vor dem Gebet noch mit Videos füttert, tut sich schwerer, wirklich gesammelt zu beten.
ECYD ist ein Lebensstil – nicht nur Programm
P. Peter Hemm griff die Frage auf, wie das Erlebte in den Alltag hineinwirken kann. Er eröffnete mit einer Szene aus Rocky Balboa: Das Leben werde zuschlagen – entscheidend sei nicht, wie hart man austeilt, sondern ob man aufsteht und weitergeht. Daraus leitete er eine Grundhaltung ab: Herausforderungen kommen; die Frage ist, ob man proaktiv das Beste aus Situationen macht.
Sein Kernpunkt: ECYD sei nicht zuerst eine Reihe von Events. Im Zentrum stehe die Freundschaft mit Jesus; daraus wachse Freundschaft untereinander – und daraus ein Auftrag in der Welt. Entscheidend sei, ECYD auch „im normalen Alltag“ zu leben: in Familie, Schule und Freundeskreis.
Sport, Stadtkrimi und Anbetung
Zum Freizeitprogramm gehörte ein großes Sportturnier (Fußball und Ultimate Frisbee), Gesellschaftsspiele im Haus und eine ECYD-Olympiade am letzten Abend – mit Fragen zu Allgemeinwissen, Planken, Geschicklichkeitsaufgaben, Gedächtnistraining sowie einem Turmbau aus Spaghetti und Marshmallows.
Als besonderer Höhepunkt galt ein Stadtkrimispiel, vorbereitet von den Teamleitern: In Teams mussten die Jungs die Machenschaften eines Schurken unterbinden. Stationen führten sie unter anderem an den Main zu einer „Anwältin“, zur Festung Marienberg zu einem Historiker, in der Fußgängerzone zu einem Detektiv, in den Dom zu einem Priester und zu einem lateinamerikanischen Gast im Café. Mit Geschick, Kombinationsgabe und Teamgeist gelang es den Gruppen in letzter Sekunde, „größeres Unheil“ abzuwenden. Paul fasst seine Eindrücke so zusammen: „Ich werde mich noch lange daran erinnern, was wir für eine schöne Zeit in Würzburg bei dem Stadtkrimi hatten.“
Auch geistliche Programmpunkte setzten Akzente: ein Anbetungsabend mit Beichtmöglichkeit und Gespräche in Kleingruppen, in denen sich die Jungs über das Gebet austauschten.
O-Töne: Was die Jungen mitnehmen
Mehrere Teilnehmer beschrieben sehr konkret, was für sie hängen geblieben ist – von persönlichem Wachstum bis zur Erfahrung, als Team zusammenzufinden:
- Simon: „Die Vorträge haben mir sehr geholfen. Ich habe entdeckt, wo ich an mir arbeiten kann, um zu wachsen und besser zu werden.“
- Josef: „Mir haben die Vorträge geholfen zu sehen, wo ich mich verbessern und wachsen kann.“
- Josef: „Der Austausch in den Kleingruppen über das Gebet hat mir viel Mut gemacht. Für uns alle ist das Beten nicht immer leicht – umso schöner war es, dass uns gegenseitig darin stärken konnten.“
- Johannes: „Ich fand es cool, dass wir uns in diesen Tagen auf so unterschiedliche Weise beschäftigen konnten: Spiele, Sport, Austausch, Gebet. Es war nie langweilig.“
- Samuel: „Bei den Teamaufgaben hat man gespürt, dass wir unterschiedlich sind. Aber jeder hat mit seinen Fähigkeiten geholfen, dass wir vorankommen. Das war richtig gut!“



























































