Beim Wochenende des „LookingGood“- Team Südostbayern im ApostelHaus Alzgern gingen 20 Mädchen der Frage nach, warum Vertrauen keine Frage des Alters, sondern des Herzens ist.
Maria war vermutlich gerade einmal 14 oder 15 Jahre alt, als ihr Leben eine völlig unerwartete Wendung nahm. Eine Botschaft Gottes, die niemand glauben würde. Eine Schwangerschaft, die Fragen aufwarf. Ein Weg voller Unsicherheiten.
Genau deshalb stand sie im Mittelpunkt des „LookingGood“-Wochenendes, das am 16. und 17. Mai im Apostelhaus Alzgern stattfand. Zwanzig Mädchen im Alter von elf bis fünfzehn Jahren kamen zusammen, um sich mit einer Frage auseinanderzusetzen, die heute aktueller ist denn je: Wie kann man vertrauen, wenn man nicht weiß, was morgen kommt?
Eine junge Frau mit außergewöhnlichem Mut
Unter dem Thema „Vertrauen wie Maria“ nahm Schwester Pirina die Teilnehmerinnen mit auf eine spannende Reise durch das Leben der Gottesmutter. Dabei zeigte sich schnell: Maria war keine unnahbare Heilige, die von Anfang an alles verstanden hätte. Sie war eine junge Frau, die immer wieder vor Situationen stand, die ihr Angst machen konnten. Trotzdem entschied sie sich, Gott zu vertrauen.
Von der Verkündigung über die Flucht nach Ägypten bis hin zum Kreuzweg ihres Sohnes zog sich ein roter Faden durch alle Stationen ihres Lebens: Vertrauen bedeutet nicht, alle Antworten zu kennen. Vertrauen bedeutet, auch dann weiterzugehen, wenn noch nicht alles klar ist. Gerade diese Perspektive sprach viele der Mädchen an. Denn auch ihr Alltag ist geprägt von Fragen, Entscheidungen und Unsicherheiten – wenn auch auf andere Weise.
Warum der Rosenkranz alles andere als altmodisch ist
Für viele Jugendliche gehört der Rosenkranz nicht unbedingt zu den Gebeten, die ihnen spontan einfallen. Genau deshalb stellte Betreuerin Amelie die provokante Frage: „Warum betest du den Rosenkranz? Oder warum betest du ihn nicht?“
Anstatt den Rosenkranz als fromme Tradition vorzustellen, zeigte sie seinen eigentlichen Kern auf. Der Rosenkranz sei vor allem eine Schule der Begegnung mit Jesus. Wer ihn betet, betrachtet die wichtigsten Stationen im Leben Christi – allerdings nicht allein, sondern gemeinsam mit Maria. „Sie kennt das Herz ihres Sohnes besser als jeder andere Mensch“, erklärte Amelie. „Deshalb können wir durch ihre Augen auf Jesus schauen.“
Dabei räumte sie auch mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Katholiken beten nicht Maria an. Vielmehr begleitet Maria die Menschen auf ihrem Weg zu Christus. Sie nimmt sie gewissermaßen an der Hand und hilft ihnen, die entscheidenden Momente im Leben Jesu tiefer zu verstehen.
Gemeinsam vor Gott treten
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Vortrags war die Fürbitte. Viele Menschen kennen das Gefühl, nicht die richtigen Worte für ein Gebet zu finden. Der Rosenkranz könne hier eine wertvolle Hilfe sein. Maria trage die Anliegen ihrer Kinder vor ihren Sohn und begleite sie auf ihrem Weg zu Gott.
Besonders bewegend war der Gedanke, dass Maria nicht nur in den schönen Momenten des Lebens gegenwärtig ist. Amelie verwies auf die Szene unter dem Kreuz, in der Jesus seine Mutter dem Jünger Johannes anvertraut. „Eine Mutter bleibt nicht nur bei den schönen Augenblicken. Sie bleibt auch dann, wenn es weh tut“, erklärte sie. Diese Erfahrung könne jeder Christ machen: Die Mutter Jesu lässt ihre Kinder nicht allein.
Eine Waffe gegen Angst und Hoffnungslosigkeit
Besondere Aufmerksamkeit erhielt schließlich die Vorstellung des Rosenkranzes als geistliche Kraftquelle. Amelie zitierte den heiligen Pater Pio: „Ein Katholik ohne Rosenkranz ist wie ein Soldat ohne Waffe.“ Gemeint sei damit kein Kampf gegen Menschen, sondern gegen alles, was den Menschen von Gott entfernt: Angst, Mutlosigkeit, Versuchungen oder Hoffnungslosigkeit. Vertrauen und Gebet seien keine Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck innerer Stärke.
Dazu passte auch ein Gedanke aus dem Vortrag von Schwester Pirina: Vertrauen zerstöre die Macht des Bösen und schenke Freiheit. Wer lernt, sich Gott anzuvertrauen, müsse nicht mehr alles kontrollieren oder aus eigener Kraft tragen.
Zum Abschluss wurde es ganz praktisch. Amelie ermutigte die Mädchen, den Rosenkranz nicht als große Herausforderung zu sehen. „Mach den Rosenkranz zu deinem persönlichen Gebet. Starte klein und bete treu“, lautete ihr Rat.
Fragen erwünscht!
Ein Höhepunkt des Wochenendes war die offene Fragerunde mit Pater Michael Hemm LC. Die Mädchen nutzten die Gelegenheit und stellten genau die Fragen, die sie wirklich beschäftigen: Warum spüre ich Jesus manchmal nicht? Warum werden Menschen trotz Gebet nicht immer gesund? Wie erkennt man Gottes Plan für das eigene Leben?
Zwischen tiefgründigen Glaubensfragen durfte aber auch gelacht werden. So wurde ebenso diskutiert, was eigentlich Abseits im Fußball bedeutet und ob Pater Michael Bayern-Fan ist.
Gemeinsam glauben, lachen und wachsen
Neben den Vorträgen und Impulsen blieb viel Raum für Gemeinschaft: Die Teilnehmerinnen bastelten eigene Rosenkränze, besuchten die Gnadenkapelle in Altötting, beteten und sangen gemeinsam vor dem Gnadenbild der Muttergottes. Dazu kamen Kleingruppen, Sport, Tanz, Spiele und viele persönliche Gespräche. Ein besonderer Höhepunkt war der bunte Abend, bei die Gemeinschaft noch enger zusammenwuchs.
Auch hinter den Kulissen trugen viele zum Gelingen bei: Elf junge Betreuerinnen, sechs Mütter und Pater Michael sorgten dafür, dass sich die Mädchen nicht nur willkommen, sondern wirklich zuhause fühlen konnten.
Was die Teilnehmerinnen mitnahmen
„Der Vortrag war superspannend!“, sagt Paulina (11).
Miriam (12) nahm besonders die Impulse zum Gebet mit: „Vom Rosenkranz habe ich gelernt, wie man andächtig beten kann und wie man sich besser konzentriert.“
Und Veronika (13) erzählt: „Bei den Vorträgen konnten wir sehr viel lernen und das Zeugnis von Schwester Pirina war sehr spannend.“
Auch die Betreuerinnen zogen ein positives Fazit. „Ich finde krass, dass wir immer so gute Priester bei unseren Veranstaltungen dabei haben“, sagt Amelie (16). Für Christina (21) war vor allem die Gemeinschaft prägend: „Der Spieleabend war echt witzig und die Gemeinschaft ist voll zusammengewachsen.“







