Während der ECYD-Convention sprachen Jugendliche und Seelsorger darüber, was Glauben heute stärkt – und welche Rolle Gemeinschaft, Begleitung und Alltagsthemen dabei spielen.
Wie kann Glaube im Alltag wachsen? Viele Jugendliche stellen zwischen Schule, Freundeskreis und Social Media Fragen nach Sinn und Orientierung. Bei der ECYD-Convention ging es deshalb nicht nur um Impulse und Programmpunkte, sondern um Glaubensvermittlung ganz konkret.
Das ECYD, die Jugendorganisation des Regnum Christi, schafft ein Umfeld, in denen junge Menschen Glauben kennenlernen und ihn im Austausch mit Gleichaltrigen erleben können. Dazu gehören Gemeinschaft und Vorbilder, Zeiten des Gebets, aber auch Begleitung, die Fragen zulässt und Schritt für Schritt Verantwortung fördert. Die folgenden Interviews greifen diese Perspektiven auf und zeigen, wie ECYD für viele zu einem Ort wird, an dem Glaube im Leben verankert werden kann.
Wie redet Ihr über den Glauben und wann fühlt er sich „echt“ an?
Philipp: Wenn wir über den Glauben reden, hilft mir vor allem einfach generell das Reden mit anderen Gleichaltrigen über den Glauben oder auch mit anderen Gläubigen.
Josef: Für mich fühlt sich der Glaube besonders in der Anbetung echt an. Also als wir jetzt die Anbetung hatten, habe ich echt so gespürt. dass Jesus da ist, also da war auch die Ruhe da, da war Lobpreis, das fand ich sehr schön und da habe ich auch gemerkt, ja, jetzt ist Jesus da, der ist bei uns und der hört mich gerade, wenn ich mit ihm rede.
Mir persönlich hilft es besonders, wenn wir über den Glauben reden, wenn man Beispiele mit in den Alltag nimmt, wie man den Glauben umsetzen kann oder auch Beispiele kommen, wie Ich mein Glauben oder das Gebet besser morgens oder abends leben kann und wie ich mit meinen Freunden besser den Glauben überbringen kann.
Wie spricht man mit Jugendlichen über den Glauben?
P. Peter: Wenn man über Glauben spricht, muss man bei Jugendlichen ganz besonders beachten, dass man die Sehnsüchte und Wünsche, die sie im Herzen haben, anspricht. Dass es um Themen geht, zu denen sie einen Bezug haben, und dass man ihre Sehnsucht nach Glück, Freude und Zufriedenheit ebenso aufgreift wie die Erfahrungen mit Gott, die sie im Alltag bereits gemacht haben.
Wie geht ihr mit Themen um wie Zweifel, Leistungsdruck, Social Media, Identität?
P. Peter: Gerade wenn Themen aufkommen, wie Zweifel, Social Media, Ängste, Sorgen, dann spreche ich sehr gerne, sowohl in Predigten oder auch Vorträgen, über meine eigene Erfahrung davon, weil ich das eben auch alles erflebt habe. Wenn ich erzähle, wie ich damit umgegangen bin und Tipps aus meinem Leben geben, dann fühlen sich die Kinder und Jugendlichen wahrgenommen.
P. Raphael: Wenn wir mit Jugendlichen über Social Media sprechen, wollen wir zuerst zuhören und verstehen, wie es ihnen damit geht – welche Erfahrungen sie machen und welche Sorgen sie haben. Wir möchten das gemeinsam reflektieren, ohne gleich als „Polizisten“ aufzutreten, die nur warnen und verbieten: Das darfst du nicht, das ist gefährlich, das ist zu viel Zeit, das ist alles schlecht. Uns ist wichtiger, dass die Jugendlichen selbst überlegen: Was ist gut daran, was hilft mir – und wo liegen auch Risiken? Je mehr sie das für sich entdecken, desto eher können sie eigene Überzeugungen entwickeln und reife Entscheidungen treffen.
Wie bleiben Jugendliche am Glauben dran?
P. Peter: Ich habe immer wieder erlebt, wie Jugendliche am Glauben dranbleiben, wenn sie wirkliche Freundschaften im Glauben geschlossen haben, wenn sie wirkliche Beziehungen haben, wenn sie Gleichaltrige haben, die auch mit glauben und sie sich so gegenseitig motivieren. Besonders wenn sie wirkliche tiefe persönliche Erfahrungen gemacht haben, dass es Gott gibt und dass er lebt und dass er dich liebt.
Wie bildet ihr junge Leute aus, die Betreuer werden wollen?
P. Peter: Wenn ein Jugendlicher dann Betreuer werden möchte, dann ist das eine sehr intensive Begleitung. Dann wird schon ein bisschen Verantwortung übergeben, kleine Aufgaben, dann größere Aufgaben. Dabei begleiten wir den Jugendlichen, dann geben wir Feedback, wir lernen Dinge an, sowohl persönlich wie auch einfach gemeinschaftlich Situationen umgeht und so wird einfach dann aus diesem Jugendlichen dann auch immer mehr ein Betreuer, der dann selbstständig Verantwortung übernimmt und auch pädagogische kleine Tipps und Tricks lernt und so ist das ein Weg, den man gemeinsam geht.
Die Interviews findest Du auch als Reels
Warum Jugendliche im Glauben bleiben – P. Peter Hemm LC erklärt’s!
Zweifel, Social Media, Ängste: So begleite ich Jugendliche im Glauben | P. Peter Hemm LC