Junge Apostel in Aktion

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20 Jungs zwischen acht und fünfzehn Jahren aus Ratingen und Umgebung wollten nicht nur über Nächstenliebe sprechen, sondern sie ganz konkret leben.

Über mehrere Monate hinweg überlegten die Jungs in ihren regelmäßigen ECYD-Teamtreffen, wie sie Nächstenliebe verantwortungsvoll leben, ihre Talente in den Dienst anderer stellen und ihren Glauben ganz konkret durch den Einsatz für ihre Mitmenschen bezeugen können. Im Juni setzten sie zwei dieser Projekte in die Tat um.

„Ich fände es cool, wenn Obdachlose mal richtig gut im Restaurant essen könnten!“ Mit diesem Vorschlag brachte ein Achtjähriger eines der beiden Projekte ins Rollen. Zuvor hatten sich die Jungs mit Gewohnheiten beschäftigt, die ihr Leben prägen können.

Eine davon: proaktiv sein. Statt über Probleme zu klagen, selbst nach Lösungen suchen. Statt wegzuschauen, die Bedürfnisse anderer wahrnehmen. Statt abzuwarten, den ersten Schritt machen. Proaktiv sein bedeutet auch, neugierig zu bleiben, Neues zu lernen und Herausforderungen anzunehmen.

Darauf baut eine weitere Gewohnheit auf: Am Anfang das Ende im Sinn haben. Wer groß denkt, setzt sich Ziele. Und wer Ziele erreichen will, muss lernen, das Wichtige zuerst zu tun – nicht nur das Dringende. Doch Theorie allein verändert noch nichts. Deshalb wollten die Jungs ihre Ideen in die Tat umsetzen.

Die jüngeren Jungs wollten Wohnungslosen einen besonderen Abend schenken. Da sich viele von ihnen in einem klassischen Restaurant nicht wohlfühlen würden, schlug Pater Raphael Ballestrem LC (Leiter des ECYD) vor, für einen Abend ein eigenes Open-Air-Restaurant einzurichten.

Gemeinsam mit der Initiative „Neuss packt an“, die regelmäßig Hilfsaktionen für Obdachlose organisiert, setzten die Jungs ihre Idee vor dem Neusser Rathaus um. Sie planten alles selbst: Sie sammelten Spenden, suchten einen Caterer, stellten ein Menü zusammen und organisierten Getränke. Bereits nach zwei Wochen hatten sie die ersten Spenden gesammelt.

Am Veranstaltungstag packten alle mit an. Sie stellten Tische und Bänke auf, deckten sie ein, falteten Servietten, bereiteten Getränke vor und füllten Eiswürfel nach. Dann kamen die Gäste. Die Jungs servierten Schnitzel, Rinderbraten, Gemüse und zwei verschiedene Desserts. Nach dem Essen kamen viele Gäste noch einmal auf sie zu und bedankten sich persönlich für den besonderen Abend.

Die älteren Jungs entschieden sich für ein anderes Projekt: eine Olympiade für Kinder zwischen sieben und neun Jahren. Sie gestalteten Werbeflyer, organisierten Preise, entwickelten Spiele und übernahmen die gesamte Durchführung. An den verschiedenen Stationen sammelten die Teilnehmer beim Sackhüpfen, Dosenwerfen, Turmbauen und weiteren Disziplinen Punkte. Wegen des Wetters kamen weniger Kinder als erhofft. Der guten Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch.

Am Ende nahmen die Gewinner einen Fußball oder ein Malbuch mit nach Hause. Alle Teilnehmer durften außerdem in die Schokoladenkiste greifen.

Die Projekte bereiteten nicht nur den Gästen des Open-Air-Restaurants und den Teilnehmern der Olympiade Freude. Auch die Jungs selbst erlebten, wie viel sie gemeinsam bewegen können.

Daniel (9) erzählt: „Mir hat die Idee mit dem Restaurant für die Obdachlosen so gut gefallen, weil ich mich freue, wenn die Obdachlosen sich freuen! Die Umsetzung war herausfordernd: Wir brauchten das Geld und mussten dafür viele Leute fragen, ob sie helfen können. Am Ende hat es geklappt. Das Ergebnis gefällt mir so gut! Ich habe gesehen, wie die Obdachlosen sich gefreut haben und wie sie sich bei uns bedankt haben.“

Auch Josef (13) blickt zufrieden auf das Projekt zurück: „Wir wollten mit der Spieleolympiade den Kindern einen schönen Nachmittag bereiten. Die Stimmung an dem Tag war richtig gut und sie haben sich gefreut. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

„Diese beiden Projekte sind unglaublich wertvoll“, sagt Pater Raphael Ballestrem LC. „Die Jungs konnten erleben, dass sie etwas bewirken können. Sie haben erfahren, dass sie die Welt um sich herum positiv verändern und Licht in das Leben anderer Menschen bringen können. Wenn wir unsere Talente einsetzen und als Team zusammenarbeiten, ist erstaunlich viel möglich. Diese Erfahrung ist in meinen Augen Gold wert.“

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