39 Jungen lernten im März beim „GetStrong“-Treffen in NRW offline neue Hobbys kennen und stellten tiefe Glaubensfragen
Mitte März 2026 kamen die Jungs zu einem Wochenende zusammen, das bewusst einen anderen Akzent setzte als viele Freizeitangebote im Alltag. Im Mittelpunkt stand die Überzeugung, dass analoge Beschäftigungen nicht nur möglich, sondern für junge Menschen auch wertvoll und anziehend sind. Deshalb erwartete die Teilnehmer ein vielseitiges Programm, bei dem sie neue Hobbys kennenlernen und direkt selbst ausprobieren konnten.
Dabei ging es nicht einfach darum, die Zeit sinnvoll zu füllen. Das Wochenende wollte den Jungen zeigen, dass es Freude macht, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, Neues zu lernen und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln.
Fastenzeit als „Inspektion des Herzens“
Die Heilige Messe eröffnete das Wochenende und in der Predigt stellte P. Raphael Ballestrem LC ein Bild ins Zentrum, das die Jungen aus ihrem Alltag gut kannten: Menschen gehen zum Zahnarzt, bringen das Auto zur Inspektion oder lassen vor dem Frühjahr den Rasenmäher kontrollieren. Hinter all dem steht der Wunsch, dass alles gut funktioniert.
Daran knüpfte P. Raphael an und deutete die Fastenzeit als eine Art Inspektion für das Herz. Sie helfe den Menschen, mit ganzer Kraft lieben zu können. Tag für Tag lege die Liturgie dabei einen weiteren Punkt dieser inneren Checkliste offen.
Weiters lenkte er den Blick auf die Demut und erinnert die Jungs daran, dass jeder Mensch Fehler hat und auf Gottes Gnade angewiesen bleibt. So sei auch der Umgang mit den Mitmenschen: Schaue ich auf andere herab oder entdecke ich das Gute in ihnen? Die Predigt lud die Jungen ein, genau das einzuüben und schon an diesem Tag damit anzufangen, gut über andere zu denken.
Was an Jesus fasziniert – und was Fragen aufwirft
Ein Vortrag von P. Raphael griff einen Abschnitt aus dem Buch „Das Todesurteil“ von Joseph Fadelle auf. Darin schildert Fadelle, der im Irak als Moslem geboren war, wie ihn die Begegnung mit Jesus so tief bewegte, dass er Christ werden und sich taufen lassen wollte – trotz der schweren Folgen, die dieser Schritt für ihn mit sich brachte.
Danach setzten sich die Jungs und Kleingruppen zusammen und überlegten zunächst, was sie an Jesus fasziniert, und stellten ihre Gedanken anschließend vor. Dabei zeigte sich ein erstaunlich klarer Blick auf das Evangelium. Sie sprachen darüber, dass Jesus nicht die Perfekten oder Angesehenen auswählt, sondern gewöhnliche Menschen beruft. Sie stellten fest, dass Jesus ein menschliches Leben führt und den Menschen auf Augenhöhe begegnet. Sie staunten darüber, wie er tiefe Wahrheiten in einfachen und starken Bildern erklärt. Besonders beeindruckte sie auch seine radikale Liebe, seine Bereitschaft zu vergeben und sein Geschenk eines neuen Anfangs.
In einer zweiten Runde formulierten die Jungen, was sie an Jesus noch nicht verstehen. Warum vernichtet Gott seine Feinde nicht einfach? Warum stirbt Jesus am Kreuz, obwohl er Gott und allmächtig ist? Wie konnte er Wunder wirken, und warum geriet er so oft in Konflikt mit den Pharisäern? Gerade diese Fragen verliehen dem Austausch Tiefe. Der Glaube erschien hier nicht als fertiges Paket, sondern als lebendige Beziehung, in der Staunen und Fragen ihren Platz haben.
Wenn neue Hobbys plötzlich greifbar werden
Der Nachmittag gehörte den Workshops. Die Jungen konnten sich in ganz unterschiedliche Bereiche hineinwagen und entdeckten dabei, dass in ihnen mehr Interessen stecken, als sie selbst vermutet hatten.
Beim Workshop Fotografie lernten die Teilnehmer erste Grundlagen, mit denen sich auch mit einfachen Mitteln gute Bilder aufnehmen lassen. Sie probierten das Gelernte sofort aus und erhielten direkt Rückmeldungen vom Fachmann. So bekamen sie nicht nur Theorie, sondern auch ein Gefühl dafür, wie gutes Sehen und bewusstes Fotografieren entstehen.
Auch die Welt des Fußballschiedsrichters wurde erschlossen. Ein erfahrener Unparteiischer vermittelte Regeln und Grundlagen dieses anspruchsvollen Dienstes. Weil das Wetter nicht mitspielte, verlagerte sich ein großer Teil der praktischen Zeit an die Tischtennisplatte. Auch dort blieben Reaktion, Übersicht und Konzentration gefragt.
Besonders handfest ging es in der Küche zu. Unter fachkundiger Anleitung bereitete ein Team das Abendessen für die ganze Gruppe vor. Die Jungen panierten Schnitzel, kochten Soße und richteten Salat an. Aus einzelnen Arbeitsschritten entstand so eine Mahlzeit für rund 40 Personen – und damit ein sichtbares Ergebnis gemeinsamer Anstrengung.
Feuer, Fische und Technik hinter den Kulissen
Auch im Survival-Workshop stand praktisches Lernen im Vordergrund. Die Teilnehmer lernten, wie man mit einem Feuerstein Feuer macht. Dass sie anschließend Eier über dem Feuer kochen konnten, machte die Sache nicht nur lehrreich, sondern auch ausgesprochen schmackhaft.
Beim Angeln lernten die Jungen zunächst, welche Ausrüstung dazugehört und worauf es ankommt. Die Begeisterung stieg noch einmal deutlich, als beim Ausprobieren tatsächlich zwei Karpfen an den Haken hingen.
Wer sich für Technik interessierte, erhielt einen Blick hinter die Kulissen von Veranstaltungen. Licht und Ton entscheiden oft darüber, ob ein Raum Atmosphäre gewinnt und ob Inhalte gut ankommen. Einige Jungen durften genau dort mit anpacken. Für die abendliche Anbetung richteten sie die Kapelle mit einer eindrucksvollen Beleuchtung her und merkten dabei, wie viel Sorgfalt und Kreativität in solcher Technik steckt.
Daneben blieb auch Raum für entspannte Gemeinschaft. Bei Brettspielen wie Wizard, Memory, Uno oder Poker genossen die Teilnehmer den Nachmittag auf ruhigere Weise.
Den Tag mit Jesus beschließen
Am Abend führte der Weg in die Anbetung. Nach einem intensiven Tag voller Eindrücke und Aktivitäten fanden die Jungen hier einen anderen Ton: Stille, Gebet und die Nähe zu Jesus. Viele nutzten in diesem Rahmen und empfingen das Sakrament der Versöhnung.
Bewegung, Freude und ein weiter Blick
Am Sonntagmorgen brachte ein Geländespiel noch einmal viel Bewegung in die Gruppe. Die Jungen konnten draußen toben, sich auspowern und das Wochenende mit spürbarer Energie ausklingen lassen.
Für P. Raphael zeigte sich im Rückblick, worauf es an diesen Tagen wirklich ankam: „Es ist schön zu sehen, wenn ein 15-Jähriger das Kochen für sich entdeckt und Lust bekommt, neue Rezepte auszuprobieren. Ebenso wertvoll ist es, wenn jemand die Fotografie für sich entdeckt und daran wachsen möchte. Wo junge Menschen mit Jesus befreundet leben und zugleich ihre menschlichen Fähigkeiten entfalten, gewinnen nicht nur sie selbst. Dann können sie später auch ihr Umfeld und die Gesellschaft positiv prägen.“




































