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Freitag, 27. März 2020

„In deine Hände lege ich meinen Geist"

Beten Sie mit uns die Osternovene als Vorbereitung auf Jesu Tod und Auferstehung! Mit Gedanken von Pater Konstantin Ballestrem LC zur Fastenzeit und Ostern

Ein Mysterium liegt der Fastenzeit zugrunde: Jesu vierzig Tage in der Wüste, wohin ihn der Geist nach seiner Taufe im Jordan führte. Dort hatte der Vater zu ihm gesprochen: „Dies ist mein geliebter Sohn!“ Hier nun wird er - wie Adam - vom Satan versucht, diese Sohnschaft zu einem Herrschaftsanspruch zu machen. Doch Jesus widersteht, er bleibt seiner Sendung vom Vater treu, als Mensch in unsere Versuchungen abzusteigen und uns in seinem Gehorsam zum Vater zurückzuführen: Vom Tod durch Absonderung von Gott in ewiges Leben als Gottes Kind.

Was für ein Leben ist das, wann beginnt es? Jesus selbst offenbart es im Abendmahlssaal: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Joh 17,3). Erkennen im biblischen Sinn meint Gemeinschaft, Einswerden mit dem, den ich erkenne. Ewiges Leben ist Beziehungsereignis, Gott will Einheit mit uns! (vgl. Benedikt XVI., „Jesus von Nazareth“, Teil II, S. 100 ff.)

Die Sehnsucht Gottes nach Einheit mit uns hat zwei Richtungen: zuerst von Gott zu uns in der Menschwerdung Jesu. Doch mehr noch in der Bewegung, in die Christus uns durch seinen Tod am Kreuz mit hin zum Vater nimmt.

Gott erkennen beginnt also, wenn wir entdecken, wie wir von ihm erkannt und angenommen sind: nicht von außen, sondern von innen her. Jesus ist uns als Mensch in allem gleich geworden, um unsere Not und Gefährdung in Einheit mit uns zu erfahren. Nun fügt aber der Hebräerbrief hinzu: „… in allem uns gleich außer der Sünde“ (Hebr 4,15). Also doch eine unvollständige, abgehobene Einheit?

Wirkliche Sünde – das ist eine freie und willentliche Entscheidung gegen Gott. Jesus aber entschied sich frei und immer ganz für den Willen des Vaters (Mt 4,10). Nach dem Willen des Vaters wurde Jesus so solidarisch mit uns Sündern, dass er für uns ans Kreuz ging. Schuldlos hat er dort die ganze Wahrheit über unsere freiwillige Abkehr vom Vater erkannt. In seiner Erlöserliebe nahm er unsere Schuld bis zu dem Maß in sich auf, dass er die ganze Gottferne der Sünde durchlitt (2 Kor. 5,21).

Doch Jesu letztes Wort, als ihn die Last unserer Sünden am Kreuz zermalmt und tötet, ist sein Ja zum Vater, mit dem er sich ihm ganz anvertraut: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ (Lk 23,46). In diesem vollkommenen Akt der vertrauenden und gehorsamen Liebe hat Jesus uns alle mit sich der Liebe des Vaters neu anvertraut. Und der Vater antwortet mit dem vollen Maß seiner Liebe, indem er den Sohn aus dem Reich des Todes auferstehen lässt und in Christus auch uns zu neuem Leben in Einheit mit ihm führt.

Dies zu erkennen, sagt Jesus, ist das ewige Leben! Wie gelange ich dorthin, wie erfahre ich das? Indem auch ich mich Christus voller Vertrauen so zu erkennen gebe, wie ich wirklich bin. Und ihn bitte, dass er mich von meiner Sünde heilt. Das ist, was im Sakrament der Beichte geschieht: Jesus meine Erlösungsbedürftigkeit zu offenbaren und ihn als meinen Erlöser anzunehmen!

Mit Sehnsucht wartet Jesus, dass er mir die Gnade der Erlösung schenken darf. Er ersehnt, dass ich ihn in seiner barmherzigen Liebe und seiner göttlichen Macht erkennen und annehmen will, indem ich ihn meine Sünde hinwegnehmen lasse. Ich darf angstvolle Scham über meine Sünde in vertrauende Reue loslassen, weil Jesus meine Sünde am Kreuz schon erkannt und das Urteil über sie für mich durchlitten hat.

Was meine Seele durch Sünde verlor, ersetzt er in der Lossprechung überreich mit seiner Gnade. So geheilt wird Einswerden mit Jesus im österlichen Sakrament der Eucharistie für mich möglich. Seinen Leib und sein Blut, die er für mich am Kreuz hingab, gibt er mir zur Speise und zum Trank, damit ich aus ihm die Kraft schöpfe, in Einheit mit seiner Liebe zu leben: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken“ (Joh 6,54). So gelange ich zu ewigem Leben in Gott, das nicht erst nach meinem Tod, sondern schon jetzt beginnt. Ein Leben vereinigender Liebe, das mir niemand und auch kein Tod mehr nehmen kann.

In der Fastenzeit bereiten wir uns auf dieses österliche „Beziehungsereignis“ vor, das sich im Empfang der Sakramente vollzieht. Wir Ordensleute möchten Sie begleiten, indem wir ab dem Freitag vor Palmsonntag, den 3. April, bis zum Karsamstag eine Novene für Sie beten, zu der Sie uns auch konkrete Anliegen senden können. Mit Hilfe der beigefügten Betrachtungen für die einzelnen Tage der Passionswoche können wir uns auf die sakramentale Begegnung mit Jesus Christus vorbereiten.

Bitte beten Sie auch für uns Priester und Ordensleute der Legionäre Christi, dass wir Christus den Menschen verkünden und sie zur Erfahrung seiner erlösenden Liebe führen können.

Gottes Segen, Euer P. Konstantin Ballestrem LC

Die Osternovene, verfasst von Pater Andrew LaBudde LC (Vizerektor der Apostolischen Schule der Legionäre Christi in Bad Münstereifel), haben wir hier für Sie online zum Download hinterlegt!

 

 

Additional Info

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    Beten Sie mit uns die Osternovene als Vorbereitung auf Jesu Tod und Auferstehung! Mit Gedanken von Pater Konstantin Ballestrem LC zur Fastenzeit und Ostern

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