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Freitag, 20. März 2020

Was will Gott uns damit sagen?

Gedanken und Orientierung in der „Corona-Krise“ – Brief des Internationalen Leitungskollegiums des Regnum Christi an alle Mitglieder

Auf der ganzen Welt sind die Auswirkungen des „Corona-Virus“ zu beobachten. Zahlreiche Menschen sind davon massiv betroffen, auch in Deutschland und Österreich. Gerade kranke und ältere Leute leiden darunter. Für viele sind die Folgen im Alltag einschneidend. Und manche fürchten gar um ihre Existenz. Will Gott uns damit etwas sagen? Was?

Am 17. März 2020 wandten sich die fünf Mitglieder des Internationalen Leitungskollegiums der Regnum-Christi-Föderation deshalb in einem Brief an alle Mitglieder. Wir veröffentlichen die deutsche Übersetzung des spanischen Originaltextes.

* * *

Rom, den 17. März 2020

An die Mitglieder des Regnum Christi

 

Liebe Freunde im Herrn,

in dieser dritten Woche der Fastenzeit senden wir Ihnen einen herzlichen Gruß und begleiten ihn mit unseren Gebeten für jeden Einzelnen von Ihnen und Ihre Angehörigen.

Gestern sind wir zum ersten Mal als Generalleitungskollegium des Regnum Christi zusammengetreten. Wir, die drei neuen Generaldirektoren, haben die Verantwortung für die Generalleitung der Regnum-Christi-Föderation von Amts wegen, aus Liebe zu dem uns einenden Charisma und mit dem Wunsch übernommen, Ihnen zu dienen. Wir, die beiden Laien, die dem Kollegium beiwohnen, haben großes Verlangen gehabt, das neue Kollegium zu treffen, um weiter unseren Dienst zu leisten. Wir alle danken Pater Eduardo Robles-Gil LC, Gloria Rodríguez und Jorge López für die große Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren geleistet haben.

Unsere Zusammenkunft hat virtuell stattgefunden; einige von uns halten sich schon seit mehreren Tagen innerhalb des Hauses auf, wie das viele erleben, die sich in diesen Augenblicken in Europa befinden oder gerade hier waren. Gestern haben wir uns nicht unerledigter Sachfragen angenommen, sondern gemeinsam gebetet und uns darüber ausgetauscht, wie wir, ausgehend von der Sendung, mit der Gott uns beauftragt hat, mit der weltweiten Ausbreitung der Krankheit COVID-19, besser bekannt unter der Bezeichnung Corona-Virus, in unserem Leben umgehen.

Jedes Land lebt diese Situation auf andere Weise, abhängig davon, wie die Krankheit sich entwickelt und die Regierungen darauf reagieren. Wir wollen uns mit allen solidarisieren, insbesondere mit jenen, die es besonders getroffen hat; wir beten für die Verstorbenen, für die Kranken, für ihre Familien und Angehörige, für so viele, die leiden und Momente der Ungewissheit erleben.

Wir richten uns jetzt als Generalleitungskollegium an Sie alle, die Sie das Charisma des Regnum Christi entsprechend ihren verschiedenen Berufungen dort leben, wo Gott Sie hingestellt hat.

Wie wir es bei der Begegnung mit Christus zu tun pflegen, haben auch wir gemeinsam darüber nachgedacht, was Gott uns mit dieser „aus dem Leben gegriffenen Tatsache“, mit dieser Situation, in der wir leben, sagen möchte. Wir bieten Ihnen im Folgenden die Überlegungen an, die dabei entstanden sind:

-       Oft meinen wir, dass wir alles unter Kontrolle haben, dass unsere Systeme und Ideen die Welt kontrollieren und beherrschen können. Jetzt sehen wir wieder einmal ganz klar, dass das falsch ist.

-       Die Schwachheit, die wir in solchen Umständen erfahren, kann zu einem Moment der besonderen Gnade und Fruchtbarkeit werden, denn sie lädt uns ein, uns in die Hände Gottes zu legen und seiner Fügung zu überlassen; ohne dass wir dabei aufhören würden, mitzuarbeiten, indem wir alles Menschenmögliche tun und den Anordnungen der zuständigen Behörden verantwortungsvoll folgen.

-       Papst Franziskus inspiriert uns mit seinem Beispiel. Am vergangenen Sonntag pilgerte er durch die Stadt Roms, um vor dem Marienbild Fürbitte zu halten, wo die Gottesmutter unter dem Namen „Salus populi romani“ (Heil des römischen Volkes) angerufen wird; und um Jesus Christus vor dem Kruzifix der Stationskirche vom hl. Marcellus zu ehren, das man in den vergangenen Jahrhunderten immer durch die Stadt trug, wenn sie von der Pest bedroht war. Das ist unser Platz: vor Gott, mit der allerseligsten Jungfrau Maria, im Vertrauen und in der Fürbitte.

-       Wir befinden uns in der Fastenzeit, einer außerordentlichen Zeit der Umkehr. Gott ruft uns in die Wüste, er will uns reinigen, er will unser Herz, unser Leben erneuern. In diesem Sinn haben wir eine gute Gelegenheit zur Gewissenserforschung und zur Unterscheidung: Was möchte Gott und was erhofft er sich von uns in all dem?

-       Die Laien, die nicht zur Eucharistiefeier oder zum Empfang der anderen Sakramente gehen können, haben jetzt die Gelegenheit, ihren Glauben insbesondere als Hauskirche zu leben. Durch die Taufgnade und das Sakrament der Ehe können sie Christus im eigenen Zuhause vergegenwärtigen und ein Umfeld schaffen, das eine geistliche Teilnahme an der Eucharistie und ein intensiveres familiäres Gebetsleben begünstigt.

-       In anderen Jahren war die Fastenzeit die Phase, in der wir uns für die Missionen der Karwoche vorbereitet haben, was für viele das schönste Merkmal unserer geistlichen Familie war, die aus verschiedenen Berufungen und Altersstufen besteht und auszieht, um ihren Glauben zu leben und das Evangelium zu verbreiten. Jetzt müssen wir das Gleiche tun; vielleicht, ohne dass wir in einigen Ländern überhaupt das Haus verlassen können, aber dennoch, indem wir den Menschen mit unserem Gebet entgegengehen, mit der Nächstenliebe, die wir untereinander teilen, mit Telefonanrufen, virtuellen Zusammenkünften, indem wir vor allem Kranke und Einsame begleiten. Auch unter den gegebenen Umständen und Anforderungen des Augenblicks sind wir ein Regnum Christi „im Aufbruch“.

Zum Abschluss laden wir Sie ein, die Nummer 9 der Statuten der Regnum-Christi-Föderation über die apostolische Fruchtbarkeit zu lesen und zu meditieren:

Wir sind uns bewusst, dass das Reich Gottes ein Geschenk ist und wir es nicht mit ausschließlich menschlichen Kräften errichten können. Daher wollen wir immer mit Christus und seiner Kirche vereint bleiben, wie die Rebe am Weinstock (vgl. Joh 15,5). Wir wissen als Mitarbeiter und Jünger Jesu, dass jedes apostolische Handeln darin eingebettet ist, dass wir beten, mit Jesus unser Kreuz tragen, selbstlos und uneigennützig dienen, dem Wirken der Gnade vertrauen, Zeugnis eines echt christlichen Lebens geben.

Wir fügen hier einen Link zum Video [spanisch] an, das das Internationale Kommunikationsbüro in den letzten zwei Wochen vorbereitet hat. Darin können Sie verfolgen, wie die beiden Laien des Generalkollegiums die neuen Generaldirektoren willkommen heißen und jeder von uns einen Moment darüber spricht, was er für das Regnum Christi aktuell an Herausforderungen sieht und was wir hoffen, beitragen zu können.

Noch einmal möchten wir Ihnen unsere Solidarität und Nähe aussprechen, versprechen Ihnen einen ganz besonderen Platz in unseren Gebeten und verbleiben.

Ihnen im Herrn und im Regnum Christi verbunden,

 

P. John Connor, L.C.      Nancy NohrdenFélix Gómez Rueda

Francisco Gámez-Arcaya           Álvaro Abellán-García

 

 

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Gedanken und Orientierung in der „Corona-Krise“ – Brief des Internationalen Leitungskollegiums des Regnum Christi an alle Mitglieder

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
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  • Region: Österreich

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