Donnerstag, 14. Juni 2018

Ein Jahr für Gott und die Menschen

Rose Nguyen spricht im Interview über ihre Erfahrungen als Coworker in der Kinder- und Jugendarbeit des Regnum Christi (ECYD)

Rose beim OsterbastelnRose beim OsterbastelnRose Nguyen ist 18 Jahre alt und hatte sich letzten Sommer dazu entschieden, nach ihrem Abitur ein Jahr lang als Coworker in der Kinder- und Jugendarbeit des Regnum Christi (ECYD) zu arbeiten. Am Ende dieses Jahres blickt sie im Interview auf Erlebnisse und Erfahrungen zurück.

 

Warum hast du dich entschieden, ein Coworkerjahr zu machen?

Rose: Ich war zu Besuch in der Apostolischen Schule und da fragte mich ein Bruder der Legionäre Christi, was ich nach der Schule machen möchte und erzählte mir vom Coworkerjahr. Seitdem wollte ich Coworker werden, obwohl ich nicht genau wusste, was mich erwartet. Im letzten Sommer habe ich dann zwei ehemalige Coworkerinnen kennengelernt und als sie mir von ihrem Jahr erzählt haben, spürte ich noch mehr Begeisterung in mir.

Wie haben deine Familie und Freunde auf deine Entscheidung reagiert?

Rose: Meine Entscheidung wirkte schon ein wenig verrückt, weil ich das Regnum Christi gar nicht richtig kannte und als meine Freunde das gegoogelt haben, hatten sie Bedenken, aber ich habe innerlich ganz stark gespürt, dass ich das machen will. Ich habe noch nie für etwas so stark gekämpft, wie für dieses Jahr. Meine Freunde und Eltern waren nicht so begeistert, weil sie dachten „Warum studierst du nicht direkt und wirfst ein Jahr weg?“. Normalerweise gebe ich schnell auf, aber bei dieser Sache habe ich gekämpft.

Rose bei der ECYD Convention in KrallRose bei der ECYD Convention in KrallWas war der nächste Schritt?

Rose: In Düsseldorf war ein Vorbereitungswochenende für Interessierte, bei dem ich die Gemeinschaft besser kennengelernt habe. Im internationalen Ausbildungskurs war ich dann mehrere Wochen in Spanien. Da war ich dann erst einmal geschockt, weil ich bemerkt habe, dass ein Coworkerjahr doch mehr beinhaltet als einfach Camps für die Kinder vorzubereiten. Ich dachte nämlich, ich würde total viel Freizeit haben. Aber zum Coworkerjahr gehören auch die Gebetszeiten, Hausarbeit und alles andere, was man für die Zukunft sowieso braucht, dazu. Aber damit hatte ich eben nicht gerechnet.

Mit welchen Erwartungen bist du in dein Coworkerjahr gestartet? Inwieweit haben sich deine Erwartungen erfüllt? Was war ganz anders als du erwartest hast?

Rose: Früher war mein Glaube noch sehr oberflächlich und ich hatte keine Lust zu beten. Im Laufe der Vorbereitung für das Coworkerjahr ist in mir aber der Wunsch wachgeworden, meine Beziehung zu Jesus zu vertiefen. Außerdem habe ich gehofft, mich selbst besser kennenzulernen. Insgesamt haben sich meine Erwartungen erfüllt, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so viel über mich erfahre. Ich musste zum Beispiel öfters vor anderen Menschen sprechen – was ich gar nicht mag –, und dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich das doch kann. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass Kinderbetreuung so anstrengend ist. Aber ich habe erkannt, dass ich sogar die wilden Kids im Zaun halten kann. Das hat mich sehr bestärkt.

Rose mit Raphaela Kloiber (Coworkerin)Rose mit Raphaela Kloiber (Coworkerin)Was waren deine Aufgaben als Coworkerin? Wie war dein Tagesablauf?

Rose: Jeden Tag kam etwas anderes auf mich zu. Für gewöhnlich habe ich täglich an der Messe teilgenommen, danach gab es Zeit für das Gebet und nach dem Frühstück noch Zeit für die Hausarbeit. Ich war dafür zuständig, für die Gemeinschaft einzukaufen. Wir hatten fast immer zwei volle Einkaufswagen. Die Verkäuferinnen kannten uns mittlerweile so gut, dass sie immer, wenn sie uns sahen, schnell eine zweite Kasse aufmachten. Nachmittags habe ich dann das Programm für die ECYD-Gruppenstunden oder die Camps vorbereitet. Die Camps haben alle paar Monate stattgefunden. Es gab immer ein anderes Thema, für das wir viel vorbereitet haben, zum Beispiel Spiele, Dekoration und so weiter. Am Wochenende arbeitete ich in einer Gemeinde.

Was fiel dir in Deinem Coworkerjahr besonders schwer?

Rose: Eine große Schwierigkeit war für mich, über meinen Schatten zu springen und vor anderen zu reden, was ich in der Gemeinde öfters machen musste. Auch die Vorbereitung der Gruppenstunden war für mich eine Herausforderung, weil man da sehr kreativ sein muss. Und ich musste mich überwinden, um Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen. Das ist besonders wichtig, wenn man im Team arbeitet.

Welche Erfahrung hat dich besonders bereichert?

Rose: Die Arbeit in der Gemeinde hat mich sehr bereichert, weil es dort auch einige Kinder gibt, die aus sozial schwachen Familien kommen oder Familien, die überhaupt nichts mit dem Glauben zu tun haben. Im ECYD haben wir eher Kinder, die mit dem Glauben aufgewachsen sind. Eine meiner schönsten Erfahrungen war: Was ich im ECYD gelernt habe, konnte ich den Kindern aus der Gemeinde geben und was ich in der Gemeinde gelernt habe, konnte ich den Kindern im ECYD geben.

Rose mit den Mädchen von ECYD in RomRose mit den Mädchen von ECYD in RomWas nimmst du dir aus deinem Jahr mit?

Rose: Ich habe gemerkt, wie mein Vertrauen zu Gott in den letzten Monaten gewachsen ist. Und ich nehme mir mit, dass man im Leben immer lernen muss – dass das Lernen nie aufhört – und dass man aus seiner Komfort-Zone rausgehen muss. Klar, man fällt hin, aber Jesus hilft einem aufzustehen und es ist ok, Fehler zu machen.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Rose: Ich würde gerne studieren. Ich habe mich gerade quer durch Deutschland für ganz viele Studienfächer mit wirtschaftlichem Schwerpunkt beworben.

Was würdest du jemandem sagen, der überlegt das Coworkerjahr zu machen?

Rose: Das Coworkerjahr lohnt sich auf jeden Fall. Aber man muss wissen, dass es immer Höhen und Tiefpunkte gibt und man manchmal denkt, man würde am liebsten aufhören. Aber um sich selbst besser kennenzulernen und andere Menschen zu beschenken, dafür ist das Coworkerjahr der beste Weg.

 

Das Interview führte Angela Kunze.

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Rose Nguyen spricht im Interview über ihre Erfahrungen als Coworker in der Kinder- und Jugendarbeit des Regnum Christi (ECYD)

  • Kategorie News : Aktuelles zum Thema Kinder und Jugend
  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
  • Region: Österreich
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